Dienstag, 10. Juni 2014

Gebärdensprache oder Gehörlose unter königlichen Häuptern

Heute ist zu lesen, dass Prinz Philip, der Ehemann der Queen, seinen 93. Geburtstag aussieht. Für das Alter sieht er wirklich noch richtig rüstig aus. Ob es an dem flotten Programm liegt, dass die Queen und er immer noch in ihrem Alter absolvieren?

Über Diana, die Prinzessin von Wales, habe ich schon mal in der Vergangenheit gebloggt, denn sie hatte ein ganz bemerkenswertes Engagement: Sie hat sich sehr für die Sache der britischen Gehörlosen eingesetzt und hat mit vollem Eifer freiwillig Gebärdensprache gelernt, um sich mit Gehörlosen unterhalten zu können, wann es immer ihr möglich war.

Das alles kann man in diesem Blogeintrag nachlesen, dort gibt es sogar ein Video von Diana, wie sie in Gebärdensprache spricht. Und es gibt auch ein Video von Harry, wie er mit gehörlosen Kindern spielt und kommuniziert:

Diana war nicht nur die Königin der Herzen, sondern auch die Prinzessin der Gehörlosen

Nun ja, was hat das alles mit Prinz Philip zu tun? Seine Mutter war Princess Alice of Battenburg und sie war von Geburt an gehörlos und konnte trotzdem Englisch, Deutsch, Französisch und Griechisch fliessend, was zeigt, das sie in all diese Sprachen lippenlesen konnte und sich auch fliessend darin unterhalten.

Der Wikipedia-Eintrag über Alice of Battenburg ist sehr interessant zu lesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Alice_of_Battenberg

Bei der Diskussion um das Geschlecht von Kate und William's Baby war es mir egal, was das Baby wird - hauptsache es ist gesund. Spannend hätte ich es allerdings gefunden, wie das englische Königshaus damit umgegangen wäre, wenn Baby George gehörlos gewesen wäre aufgrund der Familiengeschichte.

Aber jetzt erst mal: Happy Birthday, Prince Philip!

P.S. Mir fällt gerade noch ein, dass Königin Silvia von Schweden auch die Gebärdensprache beherrscht. :-) Mir haben mal Gehörlose erzählt, dass schwedische Freunde von denen Silvia auf einer Veranstaltung gesehen haben und sie bekam die Unterhaltung in Gebärdensprache mit. Und ist rübergekommen und hat sich mit ihnen auf Gebärdensprache unterhalten. :-) Auch der Wikipedia-Eintrag von Silvia bestätigt das: http://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_von_Schweden

Der Bruder von Juan Carlos, welcher König von Spanien ist, hatte im Alter von 4 Jahren eine missgeglückte Operation und wurde gehörlos dadurch. Er wäre eigentlich der Kronprinz gewesen. Eigentlich eine spannende Story für einen Blogeintrag.

Freitag, 6. Juni 2014

Die Aktion Mensch und die Fußballergebärden

Wir müssen reden. Dringend. Und zwar über die Aktion Mensch.

Die Aktion Mensch ist  Deutschlands größte Förderorganisation - die Lose der Aktion Mensch werden wohl jedem schon mal begegnet sein in einer Zeitschrift oder in der Post. Damit werden Projekte gefördert und die Inklusion, so wie sie es selbst auf ihrer Homepage beschreibt mit dem Slogan:

DAS WIR GEWINNT! 

Die Aktion Mensch ist aber das schlimmste, was Menschen mit Behinderungen passieren kann. Sie verbreitet gezielt Desinformationen und kümmert sich einen Dreck darum, wie Menschen mit Behinderungen in den Medien dastehen. Hauptsache, es wird über die Aktion Mensch geredet und deren Förderung - ohne die Aktion Mensch wäre das gar nicht zustande gekommen und Menschen mit Behinderungen hätten ohne die Aktion Mensch gar keine Stimme. (Man beachte bitte meine Ironie im letzten Satz.)

Jüngstes Beispiel der Aktion Mensch für so eine schlimme Pressearbeit: Sie hat verbreiten lassen, dass es für Abläufe im Fußball keine Gebärden gibt oder für Fußballer selbst es keine Namensgebärden gibt.  Und nur der Aktion Mensch und deren Förderung sei es zu verdanken, dass man sich zusammengesetzt hat mit der Heimsonderschule Haslach und Begriffe in Gebärdensprache erdacht hat, die man dann fotografiert hat für die Verbreitung als Poster.




O-Ton der PM der Aktion Mensch: "Die Schüler und Jungredakteure der Heimsonderschule Haslachmühle, die eine der erfolgreichsten Schülerzeitungen Deutschlands veröffentlichen, haben dazu Namensgebärden gemeinsam mit einer ausgebildeten Gebärdensprachdolmetscherin erdacht und zu einem Poster zusammengefasst."

Die PM im Detail: https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/detail.php?id=2243

Fakt 1: Das ist komplett falsch. Es gab schon immer Begriffe in Gebärdensprache für Abläufe im Fußball. Schließlich gibt es ja auch den Gehörlosenfußball. Die Nationalelf der Gehörlosen war übrigens in den letzten Jahren erfolgreicher als die hörende Nationalelf - man wurde Europameister und Weltmeister!

Und die Begriffe, wovon die Aktion Mensch behauptet, es würde sie nicht geben und man müsse sie sich darum extra ausdenken, sind ganz einfach hier zu finden: http://www.deafkids.de/blogs/wm-2010/ Meine Lieblingsgebärde im Fußball ist übrigens "FOUL!", denn die sieht in der Gebärdensprache genauso schmerzhaft aus: http://www.deafkids.de/blogs/2008/06/13/foul/

Neue Begriffe in der Gebärdensprache verbreiten sich von selbst, wenn ein Begriff in normalen Entstehungsprozeß durch den Austausch der Gehörlosen untereinander entsteht und auch ankommt, das ist der normale Dokumentationsprozess. Als zum Beispiel die DVD auf den Markt herausgekommen ist, war das natürlich für die Gehörlosenwelt eine Revolution, weil diese eben Untertitel hatte, also ein totaler Hit aufgrund der Barrierefreiheit, wenn die DVD deutsche Untertitel hat. Da hat es nicht lange gedauert, bis sich die Gebärde für DVD in der Gehörlosenwelt herumgesprochen hat.

In einem Satz zusammengefasst: Die Aktion Mensch lügt dreist, um ihr Projekt zu promoten und sie tut so, als ob es nur Dank ihr so ist, dass die Gebärdensprache um 250 Fußballerbegriffe reicher ist.
Das ist kompletter Humburg: Die Fußballergebärden gab es schon immer. Es ist nichts neues - sie waren schon da. Die Schüler haben lediglich die ihnen bekannten Begriffe in Gebärdensprache dokumentiert.

Fakt 2: Es hat schon immer Namensgebärden für Fußballer gegeben! Schon immer!

Für den besten Fußballer aller Zeiten, Zinedane Zidane hat man "Der Mönch" gebärdet, was sich auf die Tonsur auf seinem Kopf bezogen hat.
Franck Ribery heißt in der Gebärdensprache einfach "Narbengesicht.", was so gebärdet wird: Man fährt sich mit dem Finger über das Gesicht an der Schläfe, wo Ribery seine Narbe hat.
Luca Toni's Torjubel mit der typischen Handbewegung für ihn wurde zu seiner Namensgebärde.

Für Jogi kenne ich zwei Gebärden: Einmal "Löwe" und die andere ist "Der Ärmelaufkrempler" - die Gebärde ist ziemlich selbsterklärend.

Hier geht es übrigens zum Blogeintrag, wo ich die Fußballergebärden erkläre, die mir bekannt sind. Und für Fans von Werder Bremen gibt es ein besonderes Schmankerl: Es werden die Namensgebärden der Spieler in einem Video erklärt. Ich habe das Video in Lautsprache übersetzt:

http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2011/08/gebardennamen-der-fuballer-von-werder.html

Fakt 3: Die Aktion Mensch behauptet weiterhin in ihrer PM, dass es nur 20.000 Gebärden gibt.

Das ist FALSCH. Der "Duden" der Deutschen Gebärdensprache sagt, dass es 18.000 bis zu 20.000 Gebärden im Grundwortschatz der Gebärdensprache gibt, welche man mit beliebig vielen anderen zusammensetzen kann, womit dann ein Wortschatz von etwa 250.000 Wörtern entsteht.

Mein Blogeintrag vom 02.06.2009: Wie groß ist eigentlich der Wortschatz der deutschen Gebärdensprache? 

Fakt 4: In der PM steht auch: "Die Poster mit den wichtigsten Gesten und den Nationalspielern sowie das Buch mit 250 Begriffen der Fußballsprache sind unter www.aktion-mensch.de/bildungsservice kostenfrei zu bestellen."

GESTEN? GESTEN! Dieser Fakt, den die Aktion Mensch da also behauptet, ist so falsch wie es nur geht!  Und mit diesem Fakt wertet die Aktion Mensch die Gebärdensprache herab, indem sie als keine vollwertige Sprache darstellt, indem sie einfach den Begriff Gesten benützt.

GESTEN sind etwas, was jede Kultur hat und versteht, z.B. "Arschloch" ist so eine. ;-)

Aber Gebärden sind keine GESTEN!

Die Aktion Mensch behauptet also: "DAS WIR GEWINNT!" Aber redet sie denn überhaupt mit den Betroffenen? NEIN. Das tut sie nicht - sie redet ÜBER die Betroffenen und verbreitet fröhlich falsche Informationen, was dann auf Menschen mit Behinderungen zurückfällt. Diesmal besonders auf die Gehörlosen, weil denn mehr als denn je der Eindruck entstanden ist, dass die Gebärdensprache keine vollwertige Sprache ist.

Nochmal: Die Gebärdensprache ist aber eine vollwertige Sprache, keine Hilfssprache, keine Sprachkrücke. Sie funktioniert nach ihren eigenen Gesetzen, sie hat ihre eigene Grammatik und Syntax und vor allem funktioniert sie im Zusammenspiel mit der Mimik und im dreidimensionalen Raum. Und ist eine der schönsten Sprachen der Welt, die ich kenne.

Beim Projekt mit der Haslachmühle hat die Aktion Mensch auch mit der Gebärdensprachdolmetscherin Laura M. Schwengber zusammengearbeitet, einer ausgebildeten Gebärdensprachdolmetscherin, was ja auch in der PM steht.

Aber hat die Aktion Mensch sie mal gefragt, ob die Fakten so stimmen, die sie verbreitet? Nein. Auch sie hat einen Rant geschrieben, weil sie sich über die falschen Fakten aufgeregt hat: http://www.lauramschwengber.de/index.php?Itemid=148

Es sagt schon viel aus, wenn eine am Projekt beteiligte Person rasend sauer ist über die miese PR-Arbeit der Aktion Mensch.

Fakt 5: Die Aktion Mensch unterschlägt bei ihrer Pressearbeit auch ganz elegant, dass die Schüler der Heimsondermühle zwar hör- und sprachbehindert sind, aber auch eine geistige Behinderung haben, weshalb sie auch eine eigene Gebärdensprache haben, welche NICHT mit der deutschen Gebärdensprache übereinstimmt! Ich habe dazu schon mal vor JAHREN gebloggt, weil auch schon der Tagesspiegel damals bei der WM 2010 über die Fußballergebärden der Haslachmühle berichtet hat.

Zusammenfassung meines Blogeintrags vom 01.Juli 2010 über die Haslachmühle: Die Schule ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit einer Hör- oder Sprachbehinderung, die zusätzlich eine geistige Behinderung haben. Einige dieser Schüler haben in den vergangenen Wochen eine eigene Gebärdensprache für Fußball entwickelt." und weiter geht's im Text: "Natürlich gibt es auch in der DGS Fußballzeichen. Für die geistig behinderten Schüler sind diese aber zu kompliziert oder nicht genau genug. „Wir haben an unserer Schule eine begrenzte Anzahl Gebärden“, erklärt Fabian. Diese Gebärden sind extra für geistig Behinderte entwickelt worden. Etwa 1000 sind das, die die Kinder und Jugendlichen recht intuitiv lernen können. „Das ist nur das Nötigste, was man für den Alltag braucht“, sagt Fabian. „Die offiziellen DGS-Zeichen sind oft sehr abstrakt.“

Hier findet man den ganzen Blogeintrag: Manchmal haben Medien schlicht und einfach keine Ahnung über die Haslachmühle und deren ausgedachten Fußballergebärden aufgrund der Tatsache, dass die deutsche Gebärdensprache zu kompliziert ist für die geistig behinderten. Ich nehme aber an, dass die Pädagogen denken, es sei zu kompliziert für sie.

Schon damals wie heute tun mir die Schüler der Haslachmühle leid, denn sie verwenden einen Mix zwischen der offiziellen Deutschen Gebärdensprache und der vereinfachten Gebärdensprache, die von den Pädagogen ausgedacht wurde. GUK heißt die vereinfachte Kommunikation und ist aus dem Buch "Schau doch meine Hände an."http://www.intakt.info/206-0-unterstuetzte-kommunikation-durch-gebaerden.html">http://www.intakt.info/206-0-unterstuetzte-kommunikation-durch-gebaerden.html, woraus einem klar wird, dass es sich um GUK (Gebärdenunterstützende Kommunikation) handelt, also gar nicht um die echte Deutsche Gebärdensprache. Weiter heißt es in dem Artikel aus dem Link über das Buch:"Diese Sammlung stellt die bekannteste und am weitesten verbreitete Gebärdensammlung für Menschen mit geistiger Behinderung dar. Mit dieser Gebärdensammlung versuchte die Diakonie zu einer Vereinheitlichung der bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Sammlungen zu gelangen. Die Sammlung besteht aus 700 Gebärden, mit denen ein Wortfeld von ca. 2000 Wörtern ausgedrückt werden kann. Zu etwa einen Drittel entsprechen die vorkommenden Gebärden genau den Originalgebärden des Hamburger Gebärdenlexikons, ein weiteres Drittel der Gebärden weist nur eine gewisse Ähnlichkeit mit den Originalgebärden der DGS auf. Die restlichen Gebärden sind Umgestaltungen und Neuschöpfungen, die sich in der Praxis einzelner Einrichtungen gut bewährt haben."

Und dieser Umstand führt dann dazu, dass der DFB in seiner PM dann von Taubstummen spricht und außerdem so tut, als gäbe es nur 1500 Gebärden in der Gebärdensprache.

PM des Deutschen Fußballbundes: http://www.dfb.de/news/de/d-nachhaltigkeit/zur-ersten-seite/59113.html

Der DFB hat eine große Reichweite und es tut mir leid, dass er dank der miesen PR-Arbeit der Aktion Mensch sich solche Fehler erlaubt, denn der DFB hat ja nicht viel Ahnung vom Thema.

Auch spricht die Tagesschau von Taubstummen:



Bei der Tagesschau hätte ich es mir schon gewünscht, dass die von selbst darauf kommen, welche Begriffe man verwenden darf und welche nicht. Das sitzen ja schließlich Journalisten, die wissen, wie man recherchiert.

Bei der weiteren Verfolgung der der Berichterstattung über die Fußballergebärden DANK der Aktion Mensch ihren Weg dorthin gefunden haben mitsamt der Fehler, dann kann man als Expertin nur den Kopf schütteln. Ich kann gar nicht soviel facepalmen, wie ich möchte.

Und was tut die Aktion Mensch, der Förderer dieser Aktion, um diese Fehler zu beseitigen?

Nichts. Und wenn man diese Fakten durchliest, die ich zusammengetragen haben, dann drängt sich mehr als den je der Eindruck auf, dass die Aktion Mensch das eigentlich eigentlich sehr gut weiß, aber das ist ihr egal, denn sie lebt ja auch davon, eine Stimme der Menschen mit Behinderungen zu sein.

Bloss: Wer hat sie gefragt? Wer hat ihr den Auftrag gegeben? Und wieviele Menschen mit Behinderungen arbeiten TATSÄCHLICH bei der der Aktion Mensch?

Der Pressesprecher der Aktion Mensch hat Ende März Behindertenfeindlichkeit geschürt mit einer Aussage, woran aber die Aktion Mensch nicht schuld gewesen sein soll. Sie war es aber ganz eindeutig nach der Faktenlage. Christiane Link vom Behindertenparkplatz hat das ganz gut aufgedröselt:

http://www.behindertenparkplatz.de/wie-ein-sprecher-der-aktion-mensch-behindertenfeindlichkeit-schuert/

Für Menschen mit Behinderung ist eine solche Pressearbeit wie die der Aktion Mensch ein Desaster, denn sie reisst mit diesen Desinformationen die ganze Aufklärungsarbeit der Menschen mit Behinderungen mit dem Hintern ein. Denn es ist nicht der einzige PR-Fail in diesem Jahr, den sie da geschossen hat.

Also ganz laut: Danke für nichts.

Die Aktion Mensch mit ihrer Pressearbeit ist das schlimmste, was uns Menschen mit Behinderung passieren kann. Es ist zwar richtig, dass man keinen Einfluss darauf an, wie über etwas berichtet wird, aber man kann VORAB sagen, dass man bestimmte Begriffe nicht verwenden soll.

Das habe ich schon oft gemacht, wenn ich im Fernehen oder sonstwo in den Medien vorgekommen bin. Und es hat fast immer geklappt. In meinen Augen gehört das zu einer professionellen Pressearbeit dazu. Zur Tagesschau noch ein Bonmot: Auch ich kam schon mal in der Tagesschau vor und wurde als taubstumm bezeichnet - ich habe dann um Verbesserung gebeten - ich habe nicht geschweigen noch so getan als ob man alles mit mir machen lassen kann.

Auch hat Ingo Zamperoni schon mal Besserung gelobt:


Besonders, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht, einem Thema, wo die Mehrheit nicht besonders gut aufgeklärt ist, ist es so wichtig, dass man mit korrekten Begriffen und Fakten arbeitet, denn davon profitieren alle davon. Nur so kann man Berührungsängste abbauen und Fettnäpfchen abbauen. Niemand tritt gerne in ein Fettnäpfchen. Und die Verwendung des Wortes "taubstumm" ist nun mal ein Fettnäpfchen, weil Gehörlose ja nicht stumm sind. Sie können sprechen, ihre Stimme hört sich nur anders an als gewohnt. Und wer über eine Sprache verfügt, ist sowieso nicht stumm.

Richtige, professionelle informative Pressearbeit - das kann die Aktion Mensch einfach nicht - in deren Augen sind immer die anderen schuld, wenn man die ganzen Stellungnahmen der Aktion Mensch lesen kann. Zum Beispiel hier auf Facebook zu den Fußballergebärden: https://www.facebook.com/aktion.mensch/posts/10152390837929765?comment_id=10152392516119765&offset=0&total_comments=6&notif_t=share_reply

Oh, interessant - ich finde den Facebookeintrag der Aktion Mensch nicht mehr, wo es um die behindertenfeindlichen Aussagen des Pressesprechers der Aktion Mensch ging. Nachforschungen auf Facebook und bei Facebook-Freunden, die ebenfalls auf der Seite der Aktion Mensch zu den behindertenfeindlichen Aussagen ihren Senf gegeben haben, haben ergeben: Die Aktion Mensch hat diesen Facebook-Eintrag gelöscht. Kritik mag sie also gar nicht gerne.

Die Frage, die wie uns stellen müssen: Wie geht es weiter mit der Aktion Mensch? Wollen wir eine Organisation für uns sprechen lassen, die ohne uns über uns spricht und massiv unsere Aufklärungsarbeit mit dem Hintern einreisst?

Wer hat der Aktion Mensch eigentlich den Auftrag gegeben, dass sie OHNE uns über uns sprechen darf?

Die Aktion Mensch muss sich fragen, ob sie überhaupt noch authentisch ist - ist das authentisch, wenn sie ohne UNS über UNS spricht und so falsche Informationen herausgibt?

Der Satz:"Nicht ohne UNS über UNS!"  darf in meinen Augen nicht nur für die Handlungen der Politik in der Behindertenpolitik handeln, sondern MUSS zwangsläufig auch für die Aktion Mensch und diverse andere Organisationen gelten.

Änderungswünsche an die Aktion Mensch hätte ich viele, aber erst mal wünsche ich mir, dass eine Diskussion in den Gang kommt über die Pressearbeit der Aktion Mensch.

Mit so einer schlechten Pressearbeit heißt es: "DAS WIR VERLIERT!"

Das Projekt der Haslochmühle ist übrigens an sich gut. Es ist die Aktion Mensch, die die Freude daran ziemlich vergällt, was mir sehr leid für die Schüler tut.

Denn Inklusion ist auch, wenn die Pressearbeit oder Aufklärungsarbeit so ist, dass alle Betroffene zufrieden damit ist und Nichtbetroffene etwas dazu gelernt haben.

P.S. Es ist ein langer Blogeintrag geworden mit diversen Links und ich hoffe, er ist trotzdem lesenswert.