Donnerstag, 29. November 2012

Die andere Seite der Medaille

Ich hasse es, dass man es aushalten muss, dass andere Leute über einen urteilen, wenn man in der Öffentlichkeit steht, obwohl sie einen nicht kennen.

Marina Weisband hat sich auch schon mal sehr klug dazu geäußert, dass man ein dickes Fell braucht, wenn man den Job machen will. 

Ich habe beschlossen, dass ich mich sehr wahrscheinlich zurückziehe von allem, was mir wichtig ist. Sollen doch andere den Scheiß selber machen - genau die Menschen, die über mich lästern und falsche Gerüchte in die Welt setzen, aber selbst nichts produktives in die Welt umsetzen können, sondern sich laut über meinen Sturz freuen und jeden Fehler von mir bejubeln.

Ich habe vieles ausgehalten. Vieles ignoriert. Aber ich lasse mich nicht für etwas kritisieren oder beleidigen, wofür ich nichts kann - nämlich die Kontrolle über meine Stimme.

Und wenn ich von irgendwelchen Menschen lesen muss, ich wäre ein Affe, dann ist das verletzend.
Verletztend ist es auch, wenn ich lesen muss, dass ich meine Sätze jemand anders zum Vorlesen geben hätten sollen und mich dadurch als fremdbestimmte Person präsentieren soll.  Und dies wäre besser gewesen anstatt, dass ich selber rede? Das Mirko ist mir übrigens während der Sendung einmal kurz aus der Hosentasche rausgerutscht, weil ich den Kopf umgedreht habe - das Kabel war zu kurz.  Und live auf Sendung zu sein ist noch mal was ganz anders - es wurden vorher Fragen besprochen, aber es kamen auch welche dran, die nicht besprochen wurden, was ganz normal ist in einer Livesendung und da mache ich zdflogin auch keinen Vorwurf - das ganze Team war toll. Die Stellung der Dolmetscherin hätte man ändern können, wäre im Nachhinein natürlich besser gewesen.

Meine wackeligen Knie sah man nicht unter dem Tisch und meine Stimme war für mich gefühlt vor dem Wegkippen, weil ich einen trockenen Mund hatte und immer noch vom Schnupfen angeschlagen war, weswegen ich leider auch nicht in Bochum vor Ort sein konnte. Und ich weiß, dass meine Stimme auch unkrank nicht perfekt ist. Aber sie ist meine Stimme. Und ich weiß, dass sie mit etwas Training etwas besser sein könnte - ich habe nur eine offenkundige Abneigung gegen Logopäden entwickelt, da ich mit dem Cochlear Implantat, welches ich auch so gut wie gar nicht mehr trage, jede Woche mehrmals hin musste.

Aber über andere Menschen zu lästern oder Vorschläge zu machen, wie man sich am besten präsentiert, ohne die komplette Hintergründe zu kennen, das ist unfair und verletzend.

Und auf solche Sachen a la "Ich hab's doch nur gut gemeint.." hab ich keinen Bock. Aber sowas von nicht.

Ich bin offen für Vorschläge, aber ich gebe ganz sicher nicht meine Eigenständigkeit an der Garderobe ab und lasse andere Menschen meine Positionen vorlesen oder präsentieren und so ein falsches Bild von meiner Person vermitteln. 

Ich muss mich damit wohlfühlen, wenn ich mich irgendwo präsentiere - und wenn ich mich in der Lautsprache in der Kommunikation unter Hörenden wohlfühle, dann ist das eben so.  Es macht mich nervös zu gebärden, wenn ich weiß, dass die Person hörend ist und keine Gebärdensprache kann. Und die Situation live im Fernsehen zu sein, war nochmal ganz anders als bei der Re:publica, wo man relativ spontan sein kann und mehr von der Atmosphäre mitbekommt.

Und noch was in die Richtung, wo ein Teil der Kritik herkommt - Audismus/Krabbentheorie/falsche Gerüchte über mich aus der Gehörlosenwelt vom feinsten: Und ich bin auch nicht die typische Gehörlose - ich bin ich und das ist auch gut so. Die Deutsche Gebärdensprache ist nicht meine Muttersprache und dazu habe ich immer schon offen dazu gestanden.

Und nur zur Klarstellung: Daran haben die Piraten wirklich keine Schuld, sie haben mich immer mit offenen Armen aufgenommen und mir ihr Vertrauen geschenkt, wofür ich sehr dankbar bin.

Ich weiß, dass ich schon mal alles hinschmeißen wollte. Das Gefühl ist ungefähr genauso wie damals vor gut einem Jahr. Ich weiß auch, dass seitdem viele tolle Sachen passiert ist. Ich wollte damals aber auch unter anderem hinschmeißen, weil ich mir völlig im Klaren darüber war, dass ich, wenn ich noch bekannter werde, einiges mehr aushalten muss. Und es ist schwer etwas auszuhalten zu müssen, wofür man nichts kann.

Ich bin offen für Kritik, aber es ist ungemein verletzend, sowas zu hören. Ich bin auch nur ein Mensch.

Natürlich habe ich mich auch schon über andere Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, verletzend geäußert und ich weiß, wie leicht das einem herausrutscht.

Ich weiß es nicht - vielleicht glaube ich das auch nur, dass es etwas anderes ist, wenn man über die Schwäche einer Person herzieht, wofür die Person naturgemäss nichts kann.

Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich ein dickes Fell habe und ich lächelnd über viele Schwächen anderer Menschen hinwegsehen kann, weil ich eben auch meine Schwächen haben. Aber für etwas zu kritisiert zu werden, wofür man nichts kann, dass trifft einen bis ins Mark. Und das das auch noch mit voller Absicht passiert....

Ich will hier auch nicht auf Dramaqueen machen - ich will nur sagen, wie sich das anfühlt und euch nicht im Unklaren lassen.

Ich bin wirklich sehr dankbar für euren Support - von Nicht-Piraten und Piraten - einfach von euch allen. Die Frage ist nur: Wieviel muss man aushalten, wenn man in der Öffentlichkeit steht? Ich will keine weniger nette Person werden oder eine komplett abgestumpfte Person sein.

Ich will so bleiben können, wie ich bin. Natürlich auch mit der Möglichkeit im Laufe der Zeit zu reifen. Das nennt man Erfahrungen machen. Aber solche Erfahrungen zu machen - das wünscht man doch keinem, oder?

Die Frage ist übrigens nicht, ob die Gesellschaft reif ist für die Piraten, sondern ob die Gesellschaft reif ist für die Inklusion und Politikern mit Behinderung(en), mit denen man kaum Reibungspunkte hat im Alltag. 

Ich habe meinen Twitteraccount erst mal auf Eis gelegt, weil ich mir einfach eine Auszeit nehme. Vielleicht trete ich von meiner Kandidatur zurück, aber eins verspreche ich den Piraten: Ich werde mich um die Koordination des barrierefreien Wahlkampfs kümmern, denn das ist ein wichtiger Baustein um die Inklusion zu fördern.

Dienstag, 27. November 2012

TV-Hinweis auf zdf "login"

Am 28.11.12. um 22:20 bin ich auf ZDfinfo in der Sendung "login" zu Gast.
Das Thema der Sendung ist: "Pöbelpiraten: Ist die Schwärmerei vorbei?" 

Ich bin zum Glück nicht die einzige Piratin, die in der Sendung, die Piratenflagge hochhält, sondern der bayerische Spitzenkandidat Bruno Gert Kramm ist auch mit von der Partie.

Weitere Gäste ist der stellvertretende Chefredakteur der WELT-Gruppe Ulf Poschard und die Spiegel-Online Journalistin Anett Meiritz.

Die Sendung ist übrigens live. Und ich hoffe, das mir vor Aufregung die Stimme nicht überdreht oder ich einen Blackout habe, oder was auch immer - an dieser Stelle spreche ich mal Leuten meine Bewunderung aus, die im Fernsehen druckreif reden können und dabei nicht langweilen. Gibt es die überhaupt? Sekunde, mir wird doch mal ein Beispiel einfallen. Eckart von Hirschhausen vielleicht?

Okay - okay, ich will ja keinen Comedy-Auftritt haben, also mal sehen, wie ich das Ding überhaupt wuppe.

Ein bisschen Bange ist es mir schon und ich hoffe, ihr drückt mir die Daumen! 

P.S. Ich habe eine Gebärdensprachdolmetscherin an meiner Seite - ich weiß allerdings nicht, ob diese die ganze Zeit zu sehen ist. Wenn nicht, dann ist das wieder eine sehr interessante Beobachtung und bestärkt mich darin, wie wichtig es ist, für Barrierefreiheit zu kämpfen.


Umfassender Standpunkt zum Cochlear Implantat

Heute las ich beim Regierungssprecher, dass die Bundeskanzlerin ein Cochlea Implantat vorgeführt bekommen hat an an der Medizinischen Hochschule Hannover und die Kanzlerin sehr beeindruckt war.

Sein Tweet auf Twitter zum Cochlea Implantat

Und mir hat sich der Magen umgedreht, dass die Bundesregierung sich von der CI-Industrie einspannen und Werbung dafür macht, denn heutzutage werden Babys im Alter von 6 Monaten bereits dieser Operation unterzogen, obwohl diese überhaupt nicht lebensnotwendig ist und die Nebenwirkungen der Narkose bei Kindern unter 3 Jahren nicht ganz ohne sein können.

Es ist übrigens nicht das erste mal, dass die Politik Werbung für das Cochlea Implantat macht - die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer bertrieb das auch schon:

Liebe Frau Haderthauer!

So geht es echt nicht, liebe FDP+CSU+CDU! 

Was ich mich noch neben bei gefragt habe:  Haben der Regierungssprecher und die Kanzlerin bei der Vorführung vielleicht an mich denken müssen und sich gedacht: "Das könnte der Frau Probst und den Gehörlosen die Welt erleichter?"

Mein Standpunnkt zum Cochlea Implantat ist sehr klar: Ich bin selbst Trägerin eines Cochlea Implantat - ich bekam es erst mit 12 Jahren, wichtig wäre an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass ich schon vor der Implantierung meinen großen Wortschatz inne hatte und eine gute Aussprache für eine Gehörlose von Geburt an!

In diesen 3 Blogeinträgen erzähle ich, wie ich zum Cochlea Implantat kam:

Vorbericht zu meinem Standpunkt zur Bionik

Mein Standpunkt zur Bionik - Teil 2

Mein Standpunkt zur Bionik - Teil 3

Ich bin für eine echte Wahlfreiheit - die Entscheidung zum Cochlea Implantat wird zu oft deswegen getroffen, auch von gehörlosen Eltern, weil die Schulbildung und die Bildungschancen für Gehörlose einfach zu schlecht ist. Die Entscheidung zum Cochlea Implantat ist ein Inklusions -bzw. Bildungsproblem, denn alle Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Genau da setzt die Cochlea-Implantat-Industrie an! Ich bin nicht dagegen - ich bin nur gegen den sozialen Druck so nach dem Mott:o: "Lass dich doch reparieren!"

Ich würde gerne noch ausführlicher dazu posten, aber diese Blogeinträge von mir sollten einen guten Überblick geben, was ich über das Cochlea Implantat denke: 

Ich bin nicht mein Defizit - oder auch 10 Dinge, die man niemals zu einer gehörlosen Person sagen sollte.

Es gab in Deutschland Fälle, wo man gehörlosen und hörenden Eltern mit dem Sorgerechtsentzug gedroht hat, falls die gehörlosen Kinder kein Cochlea Implantat bekommen:

CI-Zwang für gehörlose Kinder?

Morgen haben die Eltern den Termin beim Jugendamt...

My last 5 cents zu "CI-Zwang für gehörlose Kinder?" 

Lieber keine schlafenden Hunde wecken, sonst...

Grundlage dieser Drohungen ist sehr wahrscheinlich die berühmt- berüchtigte Arbeit von Müller&Zaracko, wo eindringlich gefordert wird, dass es eine Versorungsrichtline eingeführt werden muss für gehörlose Eltern, wonach sie ausnahmslos alle mit dem Cochlea Implantat versorgt werden - egal ob die Eltern dies für ihr Kind wünschen oder nicht.

PDF von Müller & Zaracko

Interessanter Hinweis: Die Arbeit von Müller&Zaracko wurde doch GLATT vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert unter dem Förderungskennzeichen 01 GP 0769 und GP 0804!

Da bleibt einem schon die Spucke weg, wenn man das liest! 

Die Grünen haben in einer Anfrage die Bundesregierung gefragt, ob ob der Bundesregierung  in Sachen Cochlear Implantat bekannt ist, dass es Fälle gibt, wo man Eltern mit einem gehörlosen Kind mit dem Entzug des Sorgerechts gedroht hat, falls das Kind nicht dem Cochlear Implantat versorgt wird, da dies das Kindeswohl gefährden würde. 

Hier habe ich noch eine große Zusammenfassung zu meinem Standpunkt zum Cochlea Implantat:

Das muss mal zum Cochlea Implantat gesagt werden! 

Und unter dem Label "Cochlea Implantat" findet sich noch mehr zum Thema auf meinem Blog.

Ich bin nicht absolut gegen das Cochlea Implantat, sondern für eine echte Wahlfreiheit der Eltern und der gehörlosen und schwerhörigen Menschen, WIE sie leben möchten. Für Schwerhörige und Spätertaubte begrüße ich es übrigens SEHR, dass es das Cochlear Implantat gibt, denn für sie ist das ein echter Segen!


Ich würde sehr gerne mehr schreiben, aber aus zeitlichen Gründen ist mir das heute und in den nächsten Tagen nicht möglich, aber zumindestens habe ich einen guten Überblick geliefert.

Sonntag, 18. November 2012

Ein neuer Blog von mir!

In diesem Blog soll um die Vermittlung von tauben/gehörlosen Hunden und auch von Hunden mit anderen Behinderungen gehen. Natürlich werden auch andere Tiere vorgestellt.

Ich hoffe sehr, dass ich die Zeit dazu finde, um wenigstens das eine oder das andere Tier irgendwie retten zu können. Ich würde liebsten alle Tiere retten, egal ob behindert oder nichtbehindert.


In dem Blog werden einem auch Tipps gegeben, wie man mit tauben/gehörlosen Hunden umgeht. 

Und der Rest wird dann ausgebaut. 

Hier übrigens noch eine sehr schöne Geschichte von den Philipinen: Kapang, die Heldin mit der halben Schnauze 

UPDATE vom 19.11.2012: Inzwischen ist der erste Suchaufruf auf dem Tierblog online! Spot, ein weißer Mischlingsrüde aus dem Tierheim Andernach sucht ein neues Zuhause: SPOT, ein weißer Mischlingsrüde aus dem Tierheim Andernach sucht ein Zuhause. Vielleicht weiß jemand was? http://taube-tiere.blogspot.de/2012/11/spot-aus-dem-tierheim-andernach-sucht.html

Der Artikel in der Zeit

ist nun auch online auffindbar! :-)

http://www.zeit.de/2012/46/Gehoerlose-Piratin-Julia-Probst-Parlament

Viel Spaß damit. :-)

Freitag, 9. November 2012

Mea maxima Culpa!

"Mea maxima Culpa" heißt auf Lateinisch "Meine große Schuld" und ist ein Bekenntnis zur Schuld, die ein Mensch auf sich geladen hat.

Pater Lawrence Murphy eine solche Schuld auf sich geladen - er missbrauchte hunderte gehörlose Kinder. Und wurde nie dafür belangt. Er starb im Alter von 72, ohne auch nur dafür zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.

Die angesehene New York Times hat aufgedeckt, dass Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt, der damals als Glaubenspräfekt von den Vorwürfen erfahren hat, dafür gesorgt hat, dass die Vorwürfe verschwiegen wurden!

Hier geht's entlang zum Artikel der New Yorker Times: http://www.nytimes.com/2010/03/25/world/europe/25vatican.html?pagewanted=2

Ich habe schon im März 2010 über diesen Missbrauchskandal aus den USA gebloggt: http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/03/missbrauch-200-gehorlosen-jungen.html 

Der Yahoo-Artikel im Blogeintrag von 2010 über die Missbrauchsfälle aus Verona funktioniert nicht mehr, daher füge ich diese Links ein: http://www.gebaerdenwelt.at/artikel/leben/menschen/2009/10/05/20091005689010413.html
 http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/katholische-kirche-in-italien-befragt-missbrauchsopfer-1.5308480

Gehörlose Kinder sind noch um einiges schutzloser als nichtbehinderte Kinder, da sie zum einen jemanden brauchen, dem sie vertrauen können und der ihre Sprache spricht, damit sie komplett verstanden werden.
Laut einer Statistik rufen mißbrauchte Kinder im Schnitt 8 x um Hilfe, bevor sie erhört und ernstgenommen werden. Wie oft haben die gehörlosen Schützlinge der Kirche wohl um Hilfe gerufen?

Genau das hat Pater Murphy all die Jahre geschützt wie auch die Anordnung von dem heutigen Papst Benedikt.

Das Schuldbekenntnis "Mea maxima culpa" ist nun der Titel eines Dokumentarfilms, wo die gehörlosen Kinder, welche ja inzwischen erwachsen sind, zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen können.

Die Verantwortlichen der Kirche wollen aber immer noch nichts davon hören, was man daran sehen kann, dass der Vaktikan die Aufführung des Filmes verboten hat! Das Vebot durch den Vaktikan kommt  nicht wirklich überraschend, denn der Spiegel hat ja 2010 berichtet,  dass der Papst am Palmsonntag 2010 die Vorwürfe gegen ihn und die katholische Kirche angesichts der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle aus den USA und Verona als belangloses Geschwätz abtut: Papst wehrt sich gegen belangloses Geschwätz!

Vatican bans deaf catholic sex-abuse movie Der Bericht ist mit englischenUntertitel, einfach darauf klicken!

Hier ist der Trailer vom Film - leider hat er keine Untertitel, aber bei Youtube kann man sich die Untertitel mit einem Klick anfordern lassen. Im Kino ist der Film aber auf jeden Fall mit Untertitel laut den Kommentaren bei Yotube! 

Hier der Bericht über den Regisseur Alex Gibney auf englisch

Ich bin jetzt einfach mal gespannt, ob die deutschen Medien hierzulande auch über den Dokumentationsfilm über den verschwiegenen Missbrauch an den gehörlosen Jungen berichten werden -allein schon, dass es den Film gibt, ist eine Meldung wert, denn für die Missbrauchsopfer war es bestimmt nicht einfach vor einer laufenden Kamera ihre Geschichte zu erzählen.

Es wäre übrigens eine tolle Sache, wenn der Film durch das Verbot des Vatikans erst recht bekannt werden würde - also einen Streisand-Effekt für den Vatikan und sein Oberhaupt haben würde.

Donnerstag, 8. November 2012

Ein Hinweis auf den Artikel in der ZEIT!

In der heutigen ZEIT - Ausgabe vom 08.November 2012 findet man auf Seite 13 einen Artikel über mich mit der Überschrift: "Sie zeigt es allen."

Darin geht es um meine Person und das Portrait ist wirklich sehr gelungen. Es ist übrigens ein hübscher Zufall, dass der Artikel auf der Seite 13 ist, denn die Zahl 13 mag ich aus mehreren Gründen!

Alexandra Rojkov, die Journalistin, mit der ich mich mehrfach traf, sollte man im Auge behalten, denn sie hat eine sehr angenehme Art einen auszufragen und kann wie es sich gehört, wirklich sehr hartnäckig sein. :-)

Ich werde diesen Artikel heute nachmittag meinen Großeltern geben, denn sie freuen sich immer so, wenn sie etwas über mich in der Zeitung lesen und sammeln das alles. :-)

Und auch in der heutigen WELT findet man einen Artikel über das Lippenlesen und ein paar Zeilen über mich:

Hören mit den Augen

Ich warte übrigens immer noch auf das Foto von mir mit Frau Merkel und sobald ich es habe, werde ich es hier natürlich sofort online stellen!

Sonntag, 4. November 2012

"Wetten, dass...." oder auch "Was vom Tage übrigblieb"

Nun, da haben wir schon die zweite "Wetten, dass..." Sendung mit Gottschalks Nachfolger Lanz hinter uns.

Ich war besonders aus dem einen Grund geduldige Mitzuschauerin, da "Wetten, dass..." seit dem 06. Oktober live mit Untertitel gesendet wird, was mich besonders gefreut hat, da ich mir ja schon seit längerem Untertitel dafür gewünscht habe, was man in diesen Blogeinträgen nachlesen kann:

"Wetten, dass.." mit Live-Untertitel im Fernsehen! vom 14.06.2009 (!) Kleine Zusammenfassung: "Wetten, dass.." kam bereits schon 2009 und lange davor im Schweizer Fernsehen mit Live-Untertitel. Wenn mich nicht allles täuscht, habe ich mal 2007 zufälligerweise "Wetten, dass" im Schweizer Fernsehen, als ich es noch empfangen konnte mit Untertitel gesehen und die Untertitel waren in meiner Erinnerung ganz gut.

Jedenfalls besser als das, was das ZDF uns hier als Live-Untetitel zu verkaufen versucht bei "Wetten, dass.." seit der Lanz-Ausgabe.

Und dann hab ich im am 02. Oktober 2009 gehofft, dass das ZDF "Wetten, dass".. tatsächlich mit Live-Untertitel zeigt: "Wetten, dass.. morgen abend um 20:15 mit Live-UT!" 

Wie sehen gescrollte Untertitel eigentlich aus? vom 03. Oktober 2009 Hier beziehe ich mich auf meine Hoffnung auf die Art der Untertitel bei der Untertitelart von "Wetten, dass" an dem Tage..

und guckte in die Röhre: In die Röhre geguckt bei "Wetten, dass..."

Nun ja, meine Leidensgeschichte mit der Sendung dauert nun schon eine ganze Weile an und man könnte meinen, dass seit der Live-Untertitelung die Geschichte nun ein Happy End hat. Mitnichten.

Die Untertitel sind erbärmlich schlecht - so auf dem Niveau von den Witzen von Lanz. "Ach, ist das der Strampelanzug von Barbara's Baby?" "Jo, genauso schick wie die Mami." "Deine Mutter hat doch immer gesagt, man soll die Wahrheit sagen."

Aber der Hammer war bei der Pömpel-Wette: Da zog ein toller Junge mit dem Pömpel auf seinem Bauch einen Mini-Cooper 30 meter weit. Und kurz vor dem Startschuss stand im Untertitel: "Egal, was auch passiert, wir bleiben darauf." Ich musste da zum gefühlten 1000x mal facepalmen und fragte ganz entsetzt bei Twitter an, ob der Lanz das tatsächlich gesagt hat. Hatte er.

Bloss: Er hat sich auf wohl zum 1000. Mal am Abend auf die Niederkunft von Barbara Schöneberger's Baby bezogen. Alleine: Im Untertitel stand nichts davon, weil die Untertitel einem nämlich nur 40% der Informationen übermittelt haben. Da war es kein Wunder, dass ich sofort an Samuel Koch denken musste aufgrund der Zusammenstellung: "Wette mit einem Auto" und dem doofen Spruch von Lanz.

Jedenfalls möchte ich mich mit diesem Blogeintrag ganz herzlich bei meinen Followern auf Twitter bedanken, dass sie mit mir mitgelitten haben durch das Testen der #Untertitel. Das einhellige Echo war, dass die Live-Untertitel den Namen Untertitel überhaupt nicht verdient haben und viele Informationen auf der Strecke bleiben.

Das beste an dem Abend? Meine Follower. Und Robbie, der bei mir akute Schnappatmung verursachte und der großartige Tom Hanks, der einfach mal so eben die Bilder auf seinem iphone mit dem Fernsehpublikum teilte und den einen oder anderen Knaller rausliess. Lanz zu Tom: "Tom, Sie müssen das nicht machen." Also sich als Bremer Stadtmusikant verkleiden. Und er so pointiert-mitleidig:"Ich habe sowieso keine Würde mehr im Leib."

Diese Beschreibung trifft übrigens für "Wetten, dasss..." zu, da hat die Presse recht.

Ich bin übrigens saufroh, dass bei der Bohrer-Wette die Wette gewonnen wurde, denn die wollten doch tatsächlich dem wunderbaren Tom Hanks die niveaulose Bierkästchen-Liegestützen-Wette aufdrücken!
 
Zurück zur Untertitel-Preisfrage: Sind 1:1 Live-Untertitelung tatsächlich machbar? Und die Antwort lautet ganz eindeutig: "Ja, verdammt noch mal!" Das beste Beispiel ist die BBC, die übrigens ein viel niedrigeres Budget hat als die öffentlich-rechtlichen hat hier und trotzdem Barrierefreiheit lebt.

Oder die USA - die praktizieren das auch - hier ist ein schönes Beispiel davon:

Marlee Matlin bei "Dancing Stars" 

Ich bin seit Jahren eine engagierte Kämpferin für barrierenfreien Zugang zum Fernsehprogramm und zur gesamten Gesellschaft, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ich bei der Firma VerbaVoice in München arbeite - wir von VerbaVoice bieten Live-Unterititel bei Veranstaltungen an, aber auch Live-Gebärdensprachdolmetschereinblendungen an und noch vieles mehr.  Daher weiß ich nicht nur aus anderen Ländern, dass 1:1 Live-Untertitel tatsächlich möglich sind.

Besonders interessant ist der Reiter: "Barrierefreie Veranstaltungen" auf unserer Homepage.

Hier geht's lang zur Homepage, die übrigens bald einen Relaunch bekommt: 

www.verbavoice.de

Einen schönen Sonntag und danke nochmals für das Mitleiden.