Freitag, 28. September 2012

Spendensammler für "Taubstumme/Gehörlose".

Aus aktuellem Anlass eine wichtige Information:

Zur Zeit sind viele Spendensammler unterwegs, die sich als gehörlos/taubstumm ausgeben und "stumm" auf die Spendenliste hinweisen, welche meistens auf einem Klemmbrett festgeklammert ist. Die Spendensammler sind aber zu 95% nicht gehörlos/taubstumm. Das war mir schon klar, bevor ich zum ersten Mal am 12. Juni 2012 am Berliner Alexanderplatz von diesen Spendensammlern angesprochen worden bin, indem die mir eine Spendenliste für Gehörlöse unter die Nase hielten. Ich habe dann ziemlich schnell durch die Körperhaltung erkannt, dass das keine Gehörlosen waren und angefangen zu gebärden: "Ihr seid nicht gehörlos. " Zusammenzucken der Spendensammler, weil ich sie auf frischer Tat ertappte." "Ich spende nichts." Ich sah dann die Mädchen davonlaufen und habe gesehen wie sie völlig normal sprechend über mich abgelästert haben.

Wichtig ist: Bei diesen Spendensammlern, die zur Spende "nur" noch eine Unterschrift wollen, passiert es sehr häufig, dass Geldbeutel aus der Tasche entwendet werden - also bitte gar nicht erst darauf eingehen und keine Nähe zu den Spendensammlern zulassen. 

Es gibt auch Feuerzeugverkäufer, die in Cafes gehen und ein Schild mit "Ich bin taubstumm/gehörlos, bitte kaufen sie mir die Dinge ab." verteilen. Auch sehr beliebte Masche. Ich bin mal vor gut 9 Jahren mit hörenden Freunden im Cafe gesessen und traf dort auf einen Feuerzeugverkäufer, der nicht sehen konnte, dass ich auch gehörlos bin. Er kam an unseren Tisch und ich gebärdete ihn an: "Bist du wirklich gehörlos?" Er gebärdete dann zurück und die Aussprache und Verhalten war ganz klar gehörlosentypisch. Ich fragte ihn, warum er das macht und dass er damit doch sich selbst und anderen Gehörlosen schadet. Er meinte, dass er ja von irgendetwas leben muss und er halt nur diese Chance jetzt hat, wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen, auch wenn ihm viel vom Geld abgenommen wird. Ein paar Monate später habe ich ihn ca. 300 km weiter weg in einer anderen Stadt gesehen. Immer noch bei der gleichen Tätigkeit.

Das Problem ist: Es gibt durchaus einige echte Gehörlose, die da mitmachen bei den Spendensammlern oder Feuerzeugverkäufern, aber die werden dazu gezwungen. Die echten gehörlosen/taubstummen Spendensammler oder Feuerzeugverkäufer machen ca. 3-5% aus.

Die Bettler, egal ob für Spenden oder Feuerzeugverkäufer, die sehen überhaupt nichts vom Geld. Daher spende ich auch denen gar kein Geld.

Die Drückerbanden karren die Behinderten aus Osteuropa, egal welcher Art, ob im Rollstuhl oder wie auch immer, durch ganz Europa und nehmen ihnen das erbettelte Geld weg.

Daher gebe ich diesen Bettlern auch gar kein Geld, weil man ihnen damit nicht hilft. Sie brauchen eine echte Perspektive und nicht diese erniedrigende Tätigkeit. Mir tut es auch immer in der Seele weh, wenn ich die behinderten Bettler in den Innenstädten Deutschlands sehe - am liebsten würde ich ihnen Geld spenden, aber das bringt gar nichts, denn so oder so werden sie ja schlecht behandelt von den Drückerbanden.

Es gibt übrigens viele Zeitungsartikel und Warnungen zu diesen Spendersammlern im Namen der Taubstummen/Gehörlosen - einfach mal googlen!

UPDATE vom 02.Juli 2014: Ich habe jetzt mal paar Links zu diesen geschnappten Betrügern zusammengestellt und bitte euch einfach eindringlich: Solltet ihr diese Betrüger irgendwo sehen, ruft sofort die Polizei und behaltet sie im Auge, bis die Polizei da ist.

WORAN man die Trickbetrüger auch erkennt, wenn man keine Gebärdensprache kann: Gehörlose versuchen, wenn sie in Gebärdensprache sprechen, immer beide Hände frei zu haben, um Gebärdensprache zu sprechen. Das machen die Trickbetrüger nicht - die klammern sich mit einer Hand am Klemmbrett fest. Und Gehörlose haben IMMER Augenkontakt, wenn sie mit jemandem sprechen.

(Ich hoffe jetzt, dass jetzt keiner der Trickbetrüger diese Zeilen liest, um ein Profi zu werden. Aber es ist so einfach: Kein Geld geben, nicht unterschreiben, fertig!)

Nur so kann man dieser Trickmasche das Handwerk legen. Was mir auch wichtig ist: Das sind Menschen, die dazu gezwungen werden, das sind Opfer von Menschenhandel - die sehen nichts vom Geld, die müssen das Geld den Hintermännern abliefern.

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/68440/2669747/pol-ol-stadt-oldenburg-angebliche-taubstumme-betteln-fuer-nicht-existierende-hilfsorganisation-zwei

In Hamburg trifft man diese meistens bei Planten un Bloomen: http://www.mopo.de/nachrichten/spenden-abzocker-planten-un-blomen--hier-stellen-sich-betrueger-taubstumm,5067140,20170148.html

In Berlin habe ich diese Trickbetrüger meistens am Alexanderplatz und auch ganz dreist direkt vor dem Hauptbahnhof gesehen. Und auch vor dem Humboldt-Kasten.

http://www.wochenanzeiger.de/article/151272.html

Es gibt nicht nur diese Klemmbrett-Betrüger, sondern es gehen auch welche von Haus zu Haus:

http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/hauzenberg/1244525_Taubstumme-Bettler-koennen-hoeren-und-sprechen.html

Es gibt auch Trittbrettfahrer, wie z.b. in Braunschweig:
http://www.highwaynews.de/2014/07/02/bs-13-jaehriger-sammelte-illegal-spenden/


UPDATE vom 18. Februar 2015: Auf dem Kurfürstendamm in Berlin sind diese Tage sehr oft diese Bettler anzutreffen, die sich als taubstumm ausgeben und mit Klemmbrett Spenden erbetteln. Ich wurde letzte Woche von einem jungen Mann angesprochen, der sofort weglief, als ich ihn angebärdet habe und ihm hinterhergerufen habe:"Sie sind gar nicht gehörlos, sie tun nur so."

Heute lief auf dem Kudamm eine junge Frau auf mich zu und fuchtelte völlig falsch mit den Händen herum und deutete auf das Klemmbrett. Hat mich sehr an den Fake-Gebärdensprachdolmetscher bei Mandela erinnert. Ich habe sie angebärdet und sie sah mich sehr erschrocken an und war kurz schockstarr. Ich hab sie dann gesagt: "Sie sind nicht gehörlos. Ich rufe die Polizei." Bei diesem Zauberwort flitzte sie davon und lief über den breiten Kudamm.

Der Gehweg vom Kudamm ist wirklich sehr breit, es besteht überhaupt keinen Grund dafür auf die Straße zu springen vor die fahrenden Autos, damit ich ihr nicht hinterher kann.

Interessanterweise hat ihre Kollegin kurz vor der grünen Ampel versucht mich aufzuhalten: "Ich Polizei rufe.." und mit dem Handy vor meiner Nase herumgefuchtelt. Und hat immer wieder rübergeschaut zu ihrer Kollegin auf der anderen Straßenseite. Ich sagte: "Sie rufen die Polizei, ich laufe der hinterher." und drehte mich wieder zur roten Ampel herum, um im Moment der grünen Ampel zu loszulaufen. Und als ich mich dann beim Laufen kurz umgedreht habe, weil mein Bauchgefühl mir sagte, dass die beiden zusammen gehören, sah ich wie die andere Frau auch weggerannt ist in eine andere Richtung.

Warum ich ihr hinterlerlaufen wollte? Um ihr erstens zu sagen, dass sie mit der Bettlerei aufhören sollte und ES eine Schnapsidee ist, über auf die Straße zu springen. Bei dieser ersten "Strassenrennaktion" dachte ich mir, ach, die hälst du jetzt für die Polizei fest,  das geht alles nicht, was die da macht und als ich auf der anderen Straßenseite war, lief sie wieder bei Rot kurz vor einem Bus über die Straße und wieder mit voller Absicht. Der Bus musste zwar keine Vollbremsung einlegen, aber es war kurz davor. Und als der Bus weg war, stand sie da drüben und hat mir den Stinkefinger gezeigt und voll frech zugegrinst.

Also - dieses Verhalten ist schon mal unter aller Sau.

Diese Trickbetrüger sind oft zu zweit oder zu dritt anzutreffen. Es sind richtige kleine Grüppchen, die sich untereinander helfen.

In Zukunft werde ich alle Fake-Taubstummen-Bettler sofort festhalten, wenn die sich mir nähern und die umstehenden Passanten darum bitten, dass diese die Polizei anrufen. Und falls das nicht geht, mache ich mit dem Handy Fotos von diesen Bettlern und schicke diese der Polizei. Das gleiche gilt auch für diese Fake-Taubstummen-Feuerzeug-Bettler.

Ich habe so die Schnauze voll davon, dass diese Bettler dem Ansehen der Gehörlosen und anderer Menschen mit Behinderung schaden, denn es ist eine Tatsache das Menschen mit Behinderung Bürger zweiter Klasse in der Gesellschaft sind, weil sie eben nicht 100% inkludiert sind.

Es gibt immer mehr Polizeiberichte dazu zu diesen Trickbetrügern: http://www.polizei.bayern.de/muenchen/news/presse/aktuell/index.html/202018

Was ich aber wirklich herausgefunden habe ist: Es hilft wirklich, den Leuten zu sagen: "Ich rufe jetzt die Polizei." Das verstehen die, die hören ja. :-D Das ist wirklich ein gutes Zauberwort.

Der Punkt nämlich ist ja: Man braucht eine Genehmigung, um Spenden sammeln zu dürfen. Und das haben diese Trickbetrüger nicht. Ganz wichtiger Punkt ist auch: Man hilft diesen Bettlern nicht, indem man wegschaut oder sie einfach laufen lässt. Solange diese Masche funktioniert, solange Geld reinkommt, weil Leute sich dafür hergeben, werden diese Bettler ihr Unwesen immer wieder treiben.

Dagegen hilft nur Aufklärungsarbeit und vor allem keine Spendenbereitschaft denen gegenüber. Und vor allem, die Polizei zu rufen, damit diese festgenommen werden. Je öfter das passiert, desto mehr entzieht man diesen Banden den Geldfluss.

Und vor allem muss man den Menschen mit Behinderungen - ich spreche jetzt ganz ausdrücklich von den sichtbar behinderten Bettlern, die mit einem Arm, Bein, usw. in den Fußgängerzonen stehen, denn diese stehen auch unter Kontrolle der gleichen Betrügerbanden, klarmachen, dass diese Art des minimalen Geldverdienens keine Option ist. Dort ist die Politik der osteuropäiischen Ländern gefragt und ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn diese Menschen auf die Straßen gehen und gegen die Politik protestieren, denn das dürfte mehr Wirkung und nachhhaltiger sein als ins Ausland gekarrt zu werden und bei Wind und Wetter wie auf einem Jahrmarkt die Behinderung zur Schau zu stellen, um an Geld zu kommen.

Ich weiß, es ist leicht gesagt, so zu reden. Die Lösung ist jedenfalls nicht, betteln zu gehen und sich in die Hände dieser Betrügerbanden zu begeben.

Es mag daher nicht wie "Hilfe" aussehen, wenn man strikt sagt: "Meldet diese Leute der Polizei." Denn die Betrügerbanden bauen ja auf das Mitleid:"Ach, der ist behindert und den auch noch bei der Polizei zu melden??" Auch darauf bauen diese "Fake-" Taubstummen-/Gehörlosen-Bettler, die nur so tun.

Aber es hilft diesen Leuten, denn die Betrügerbanden brauchen "Humankapital", welches Geld erbettelt - es ist also auf längerfristige Sicht eine Hilfe, wenn man die "harte Nummer" gegen sowas fährt.  Harte Tatsachen, aber so ist es.

Eine besserere Lösung gibt es nicht.

Montag, 17. September 2012

Aller guten Dinge sind 3!

Manche werden es ja mitbekommen haben, dass ich mich im Juli zum Beitritt in die Piratenpartei entschlossen habe. Den betreffenden Blogeintrag findet man hier:

Klarmachen zum Ändern vom 20. Juli 2012

Am Samstag war nun die Aufstellungsversammlung in Wernau für die Landesliste von Baden-Württemberg und ich habe mich um einen Platz auf dieser Liste beworben.

Der Morgen fing schon mal nicht gut an, denn ich wurde auf dem Weg zum Bus halbnass befeuchtet durch den Regen und dann kam der Bus einfach nicht, obwohl ich vor der Zeit da war. Vielleicht war der Bus doch noch früher da, weil am  frühen Sonntagmorgen wohl kaum jemand den Bus nach Ulm nimmt.

Aber ich hatte einen lieben PatenPiraten, nämlich den @_clxe, der mich dann direkt von daheim abholte und so konnte das Abenteuer Kandidatur beginnen.

In Wernau angekommen mussten alle Kandidaten ja erst mal die mitgebrachten Unterlagen an der zuständigen Stelle abgeben und ankreuzen für welchen Platz sie sich bewerben. Es gab folgende Slots:

Kandidatur um Platz 1

Kandidatur um Platz 2-4

Kandidatur um Platz 5-10 (oder so - so genau erinnere ich mich nicht  mehr)

usw..

In meinem Piratenwiki steht, dass ich mir die Kandidatur für Platz 1 zutraue - diese Aussage habe ich getroffen aus dem Grund, dass sich oft gefragt wird: "Kann eine Behinderte das? Traut sie sich das zu? Kann man ihr das zutrauen?" Diesen Befürchtungen wollte ich im Vorfeld schon mal zerstreuen. :-)

Jedenfalls kreuzte ich dann instinktiv den Slot um  die Plätze 2-4 an, da mir von Anfang an klar war, dass Sebastian Nerz das Rennen machen wird für die Spitzenkandidatur. So kam es dann auch.

Dann wurde die Aufstellungsversammlung eröffnet und es ging so flott, dass wir gleich mit den Bewerberblöcken um Platz 2 beginnen konnten.

Lustig fand ich ja, wie Sebastian Nerz bei seiner Vorstellung sagte: "Ich fasse mich kurz. Andere werden die Redezeit dringender brauchen." Jeder Kandidat hatte übrigens eine Redezeit von 10 Minuten. Viele haben sich kürzer gefasst, was uns allen entgegen kam.

 Angefangen haben wir mit der Kandidatenvorstellung um Platz 1 gegen Mittagszeit und waren kurz vor 15 Uhr damit fertig. Dann kam aber noch das Kandidatengrillen - jeder Kandidat hatte eine Minute Zeit, um die Fragen von Piraten zu beantworten.

Um die Plätze 2-4 beworben sich 38 Kandidaten, da ganze ging dann gegen halb 4 los - ich hatt als 15te im Block noch ziemlich viel Zeit.

Als es dann so weit war gegen halb 5, ging ich doch mit relativ weichen Beinen die Treppe hoch und setzte mich hinter die Bühne, wo es mir erst mal auffiel, dass es dort aussieht wie ein "Anna Ballerina" als der Tänzer David dort zu Tode stürzt. Leicht belustigt darüber, dass ich vor so einem wichtigen Moment noch Zeit habe für so einen Vergleich, habe ich das auch getwittert. ;-)

Ja und dann stand ich auf der Bühne und stellte mich vor. Das Video kann man hier stehen: http://www.youtube.com/watch?v=gx6ze7nCE28&feature=plcp

Beim ersten Gucken des Videos fiel mir auf: "Na, die Haare sitzen ja prima!". Und ich war wirklich nervös, weswegen ich auch einen Mix zwischen Deutscher Gebärdensprache und lautsprachlich begleitenden Gebärden verwendete, denn die Deutsche Gebärdensprache ist ja nicht meine Muttersprache, was inzwischen schon längst bekannt ist.

Nach meinem Auftritt konnte ich dann auf Twitter lesen, dass es bei meinem Auftritt so still war in der Halle, so dass man mich trotz ausgeschaltetem Mikrofon gut verstanden hat.

Und wie auch bei der Re:publica bekam ich den Applaus in Gebärdensprache und ging von der Bühne ab und fand, dass ich in meiner Nervösität einige wichtige Elemente weggelassen habe. Naja, aber ich werde das lernen, dass ich noch eine überzeugendere Rede hinlegen kann.

Dann fiel noch das Kandidatengrillen an, was zu meinem Erstaunen nicht so schlimm war, wie befürchtet.

Jedenfalls war ich beim Wahlgang doch leicht nervös, weil ich ja mit meiner Rede leicht unzufrieden war. und umso größer dann meine Überraschung, dass ich beim ersten Wahlgang mit 116 Stimmen von 186 Akkredierten als Führende in die Stichwahl gekommen bin..

Im zweiten Wahlgang schenkten mir die Piraten erneut ihre Stimme und ihr Vertrrauen, was Listenplatz 3 auf der Landesliste bedeutet und noch mehr: Sollten wir Piraten "nur" 5 % kriegen und somit die Hüre knacken, dann bin ich die erste Gehörlose überhaupt im Bundestag.

Das zu lesen und zu wissen, verursacht mir heute am Montag immer noch eine Gänsehaut und ich werde mich ins Zeug legen, damit wir Piraten mehr als 5% kriegen. Aktuell liegen wir bei 7% und es wäre schön, wenn es wieder in den zweistelligen Bereich geht, denn ich möchte dass die Politik von der 18. Legislaturperiode des Bundestags sagt, dass sie viel von uns Piraten gelernt hat. Natürlich haben wir Piraten auch was zu lernen, keine Frage.

Und wer jetzt noch Befürchtungen hat, dass ich mich als Gehörlose einseitig für Gehörlose und Schwerhörige einsetzen möchte dann, der liegt falsch - ich möchte für alle Menschen mit Behinderungen und deren Bedürfnisse ein angenehmer und kompetener Ansprechpartner sein und wichtige Änderungen auf den Weg bringen, die längst überfällig sind. Und da ich für Barrierefreiheit und Inklusion bin, gilt das natürlich auch Nichtbehinderte, logischerweise!

Ich betone das deshalb so nachdrücklich, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Menschen mit Behinderungen oftmals nur Bescheid über ihre eigene Behinderung haben, aber nicht über andere Formen von Behinderungen. 

Und ich möchte mich auch im Bereich der Bildungspolitik, der Familienpolitik und dem Tier- und Umweltschutz einbringen.

Drückt uns Piraten die Daumen, dass wir erfolgreich in den Bundestag einziehen können und ein Uprade für die Demokratie darstellen können!

Ich bin übrigens sowas von glücklich darüber, dass die Piraten in Baden-Württemberg mir ihr Vertrauen geschenkt haben mit ihrer Stimme und ich hoffe, ich kann dieses auch zurückgeben. Leute, habt ihr eigentlich eine Ahnung, was für eine großartige Chance ich dadurch bekommen habe! SUPERMEGAFLAUSCH an alle Piraten, die anwesend waren und an die ORGA und an die Gebärdensprachdolmetscher. Auch an die Saaldiener! :-)

P.S. Dieser Blogeintrag bekommt morgen noch eine Aktualisierung. Eine wichtige. :-) Und entschuldigt, dass ich nicht so flüssig und eleganter blogge wie sonst, aber ich hab fiesen Schnupfen.

Dienstag, 4. September 2012

"Dabei sein ist nicht alles"

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Gehörlosen hat nach ihrem Sommermärchen gesucht. Und gefunden? Dieser Frage geht der Dokumentationsfilm "Dabei sein ist nicht alles" über die Mannschaft.

Eine sehr erfolgreiche Mannschaft trat bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Gehörlosen im Juli 2012 in Ankara, Türkei an und wurde bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft und bei der Weltmeisterschaft selbst von einem Filmteam begleitet.

Da werden Erinnerungen wach an "Deutschland - ein Sommermärchen."

Jedenfalls freue ich mich riesig über die Nachricht, die ich soeben erhalten habe: Das bayerische Fernsehen hat den Film aufgekauft und zeigt ihn nun am Samstag, den 08. September um 09:45 im Rahmen der Sendung "Sehen statt Hören".  Die Sendung hat Untertitel und Gebärdensprache, so ist sie barrierefrei für Gehörlose, Schwerhörige und Hörende, also für alle. :-)

Nochmal: Premiere ist am 08.09. 2012: "Dabei ist nicht alles" auf BR um 09:45 Uhr morgens.

Wiederholungstermine:

BR Mittwoch 13.09. 15.00 Uhr
BR-alpha Mittwoch 13.09. 15.00 Uhr & Donnerstag 14.09. 10.30 Uhr morgens
SWR Sonntag 15.09. 07.00 Uhr morgens
NDR Samstag 14.09. 07.30 Uhr morgens
WDR Samstag 14.09. 07.30 Uhr morgens
HR Samstag 14.09. 06.15 Uhr morgens
MDR Samstag 14.09. 11.05 Uhr morgens
RBB Samstag 14.09. 10.45 Uhr morgens

Im Laufe des Herbstes wird eine längere Fassung des Filmes ins Netz gestellt mit einer geplanten Kinopremiere dazu, von der ich sehr hoffe, dass dies auch wahr wird, weil das einfach eine tolle Möglichkeit ist einen Einblick in die Welt der Gehörlosen zu bekommen.

Hier ein paar Bilder zur Einstimmung auf den Film




Auch wenn es so aussieht: Kevin Kuranyi hat nicht ausgeholfen bei der Weltmeisterschaft.  
Über die Jungs und ihre Erfolge habe ich schon mal hier gebloggt:

Wir sind Welt- und Europameister!

Dann wurde vor einem Jahr bekannt, dass der Dokumentationsfilm geplant ist:

Wir sind Welt- und Europameister - und kein Schwein kriegt's mit!

Ich bin mal gespannt, wie meine Meinung zu dem Film ausfallen wird - bestimmt wird mir wohl die längere Kinofassung besser gefallen.

Ich bin mal gespannt, ob bei der nächsten Fußballweltmeisterschaft oder den Deaflympics im deutschen Fernsehen diese Berichterstattung auftauchen wird wie es CNN getan hat:

Ob das jemals im deutschen Fernsehen passieren wird? 

Stefan Markolf war leider bei der WM nicht dabei, aber er ist eine interessante Type: Er war der erste Gehörlose, der es in die zweite Bundesliga geschafft hat unter dem Trainer Jürgen Klopp: Der erste Gehörlose in der Bundesliga!


Aktualisierungseinschub vom 07. September 2012: Hier ein kleiner Trailer zum Film: