Dienstag, 31. Juli 2012

Ob das jemals im deutschen Fernsehen passieren wird?

Die amerikanische Frauen-Nationalmannschaft der Gehörlosen zog bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Gehörlosen ins Finale ein und holte sich den Sieg!

CNN berichtet über den Sieg! Alle Bildrechte liegen bei Becca Toler!
Und im amerikanischen Fernsehen wurde bei CNN darüber berichtet - im deutschen Fernsehen wurden bis heute die Erfolge der Gehörosen im Gehörlosensport gar nicht gewürdig, obwohl die Fußball-Nationalmannschaft der Herren2003 Europameister wurde und 2008 Weltmeister. Die Nationalmannschaft der Frauen wurde 2008 Vize-Weltmeister.

Hier ist der Blogeintrag dazu:

 Unser Team ist Welt-und Europameister! 

Wir sind Welt-und Europameister und kein Schwein kriegt's mit.

Ich bin übrigens gespannt, was aus dem Filmprojekt wurde, denn während der diesjähigen Fußball-Weltmeisterschaft in der Türkei begleitete das Filmteam von Filmblau die deutsche Mannschaft. Ich freue mich schon so TOTAL auf den fertigen Film, der bestimmt total schön wird.

Die deutsche Botschaft in Ankara hat die deutsche Mannschaft übrigens empfangen, der Bericht davon ist sehr schön - besonders gut gefiel mir diese Passage: " Fasziniert waren die zahlreichen Botschaftsmitarbeiter von der reibungslosen Kommunikation zwischen den Gehörlosen aus verschiedenen Ländern. Umso irritierter waren sie, als die Ansprache des Botschafters von Sportdirektorin Grajewski in DGS gedolmetscht wurde, eine Dolmetscherin der Botschaft ins Türkische übersetze und eine türkischen Gebärdensprachdolmetscherin für die türkischen Gehörlosen gebärdete."  Zum gesamten Bericht geht es hier lang: "Empfang in der deutschen Botschaft"

Es ist schon schade, dass man in den deutschen Medien nichts von den sportlichen Erfolgen der Gehörlosen findet - aktuell gingen die Tennis-Europameisterschaften in Koblenz  vom 14. - 21. Juli zu Ende, dessen Schirmherr übrigens Kurt Beck von der SPD war. Die Deutsche Mannschaft sicherte sich dort Platz eins im Medaillenspiegel mit 3 x Gold und 1 x Silber! Hier der Link zur Tennis-Europameisterschaft

Die herausragende Tennisspielerin Heike Alberecht will eines Tages als erste Gehörlose bei Wimbledeon antreten - ich drücke ihr die Daumen, dass sie das hinkriegt!

Leider schnitten wir bei der Gehörlosen-Leichtathletik-WM vom 13.-22. Juli in Toronto/Canada nicht sogut ab: http://www.dg-sv.de/newspage.php?newsid=1127&styles=standard

Aber zurück zur Fußball-Weltmeisterschaft: Wie schnitten unsere Teams eigentlich ab?

Die Männer haben ihren Titel leider nicht verteidigt, aber dafür erkämpften sich die Frauen die Bronzemedaille! :-)

Ich erinnere mich da an eine Plakataktion anlässlich der Frauen-WM 2011. ;-)

Nun, ich bin gespannt, ob es irgendwann auch soweit ist und im deutschen TV dann auch mit der gleichen Selbstverständlichkeit über die sportlichen Erfolge berichtet wird. Bis dahin ist es aber leider noch ein langer Weg....

Samstag, 28. Juli 2012

Olympia in London und ein paar Anmerkungen dazu!

Gerade läuft die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in London und mir fielen einige Punkte auf:

Es waren Fackelträger zu sehen, die behindert waren - das gab es so noch nicht so in dieser Form bei Olympia zu sehen.

1992 wurde mit Antonio Rebollo einem paralympischen Sportler bei den olympischen Spielen Barcelona die Ehre zuteil das olympische Feuer spektakulär per Pfeil zu entzünden. Er gewann in der offenen Klasse in Barcelona dann Silber mit der Mannschaft bei den Paralympics.

Mehr zu Antonio Rebollo auf Wikipedia

Was mir noch auffiel: Auch die gehörlose Drummerin Evelyn Glennie war an der Eröffnungsfeier beteiligt - sie war die langhaarige Drummerin, die am Anfang ganz lange zu sehen war. Evelyn Glennie ist eine der berühmtesten gehörlosen Musiker in der Welt.

Es gibt einen hochinteressanten TED-Talk mit ihr, wo sie unter anderem erklärt, wie sie die Musik fühlt und am liebsten barfuß auftritt, damit sie die Musik fühlt:

Watch Evelyn Glennie on TED

Auch ist der Wikipedia-Eintrag zu ihr wirklich interessant.

Im Fernsehen wurde aber im Untertitel nichts dazu gesagt, wer Evelyn Glennie eigentlich ist, noch ausführlich im Off ihre Person erklärt.

Dann kam später ein Chor mit gehörlosen und hörenden Kindern, die in Britischer Gebärdensprache, also BSL (British Sign Language) die englische Nationalyhmne sangen. Auch hat das Fernsehen nicht viel dazu erklärt.

Zur der Gebärdensprache sei noch schnell erklärt: Jedes Land hat seine eigene Gebärdensprache, die wie die Lautsprache auch regionale Dialekte hat und von Land zu Land verschieden ist. Dennoch kann man sich ganz gut mit Gehörlosen aus aller Welt unterhalten.

Es gibt eine International Sign Language, ähnlich wie Esperanto, die sich sehr stark an der American Sign Language (ASL) orientiert und bei weltweiten Kongresen der Gehörlosen eingesetzt wird. 

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Es war toll zu sehen, wie selbstverständlich Menschen mit Behinderungen in die Eröffnungsfeier involviert waren, unter anderem war meine Freundin Christiane Link vom Behindertenparkplatz mit dabei!
 
Ja und dann komme ich auf die Frage zurück: Sind Gehörlose eigentlich bei den Paralympics dabei?

Nein, sind sie nicht. Und das hat einen einfachen Grund, den ich hier erklärt habe:

Die Sache mit den Deaflympics - warum haben Gehörlose eigene olympische Spiele?

Aber über die Deaflympcis habe ich noch öfters gebloggt, nämlich hier:

Gehörlose haben ihre eigenen olympischen Spiele - die Deaflympics! 

Mein Gedankengang zu den Paralympics und den Deaflympics


Paralympics versus Deaflympics

Deaflympics - Olympische Spiele abseits der Medien


Ausbeute der deutschen Deaflympics-Teilnehmer bei den Deaflympics 2009

Es ist übrigens immer wieder der Fall, dass Gehörlose bei den normalen olympischen Spielen mitmachen, der erfolgreichste war der Südafrikaner Terence Parkin, der in Sydney Silber über 200 m Brust gewann!

Terence Parkin und das monegassische Fürstenhaus

Ich hoffe, euch gefällt dieses kleine Bonmot passend zu Olympia!

P.S. Ich muss noch rausfinden, ob Marcus Titus, der gehörlose Schwimmer aus den USA es geschafft hat, sich für Olympia zu qualifzieren. Terence Parkin hat es leider nicht geschafft sich für das südafrikanische Team und somit für Olympica zu qualifzieren.  Ich glaube aber nicht, dass Titus die Quali geschafft hat. :-( Aber egal, er ist ja noch jung! Nein, er hat es leider nicht geschafft und vorläufig seine Karriere beendet. http://azstarnet.com/sports/college/wildcats/greg-hansen-us-olympic-swimming-trials/article_d5fae4b1-2ca7-5a4d-b03c-f470fc6ab216.html

Freitag, 27. Juli 2012

Neues Hobby

Ich dachte immer, dass dies eine Sache wäre, die man als gehörlose Person nicht kann, wenn man so ungeschickt ist wie ich.

Meine Feinmotorik ist etwas zurückgeblieben, was aber nicht auf eine körperliche Ursache zurückzuführen ist, sondern auf meine Ungeduldigkeit - mir kann es oft gar nicht schnell genug gehen, abgesehen von einigen Punkten, wo ich wirklich geduldig sein kann und dann auch die Entdeckung der Langsamkeit schätze.
 
Ein weiterer Umstand, warum ich bis gestern Abend dachte, dass Stricken beim Fernsehschauen als gehörlose Person nicht möglich seie, ist folgender:

Filme schaut man sich mit Untertitel an, was zur Folge hat, dass man mit den Augen auf der Mattscheibe klebt, um die Untertitel lesen zu können, was natürlich bedeutet, dass man als ungeschickte Strickliesl diese Beschäftigung beim Fernsehen ausschließt, denn meine Augen waren bisher immer auf die Nadeln gerichtet.
 

"The Kennedys" kamen gestern auf ARTE mit Untertitel und ich habe nebenbei "blind" gestrickt, also wirklich ohne auf die Nadeln zu gucken, sondern die ganze Zeit den Film angeschaut und mein Strickprodukt für den Herbst stetig vergrößert.

Aber was wirklich gar nicht geht: Stricken UND Ableseservice gleichzeitig bei Fußballspielen, weil ich dann nämlich immer ganz fix gleich aufschreiben muss, was gesagt wurde.

Aber Stricken und Ablesen, egal ob von der Mattscheibe oder im RL, das funktioniert prächtig.

Eins sag ich euch: Meine Handarbeitslehrerin aus der Schule würde bei dem strickenden Anblick von mir haufenweise Freudentränen vergießen, denn meine gestrickten Socken der Schule waren wirklich nicht wirklich Socken, sondern Klumpsocken.

Warum ich jetzt eigentlich Stricken für mich entdeckt habe? Beim DLD Women 2012 wurden Stricknadeln und Wolle verschenkt und dank der Anleitung von Anke Domscheit-Berg habe ich dann entdeckt, dass ich nach ALL den Jahren noch stricken kann und sogar besser als damals. Nebenbei bemerkte ich noch einen positiven Effekt auf mich: Die Entdeckung, dass ich doch geschickter bin als gedacht macht mich etwas gelassener, also warum nicht weiter dran bleibe am Stricken? :-)


Mittwoch, 25. Juli 2012

Kleine Aufklärungsstunde an die Medien

Heute wird ja vor dem Augsburger Sozialgericht der Fall der gehörlosen Melissa aus Neu-Ulm verhandelt, die ihr RECHT auf Inklusion den Bezirk Schwaben verklagt, worüber ich in der Vergangenheit schon öfters gebloggt habe, so zum Beispiel hier:

Eine Blamage für Bayern!

Ein Weihnachtsgeschenk bitte für Vanessa und Melissa! 


Über meine Meinung zum Urteil, welches heute bereits gefallen ist oder in den nächsten Stunden fallen wird, werde ich noch extern bloggen.

Nun - es geht mir jetzt um euch, liebe Medien, denn ich habe etwas an den Artikeln auszusetzen, die ihr über Melissa verfasst habt, beziehungsweise immer dann, wenn ihr über Gehörlose schreibt.

Sehr oft kann ich beobachten, dass ihr den alten und ungemessenen Begriff "taubstumm" verwendet,  welcher aber ein absolutes No-Go darstellt, was aber eine absolute Beleidigung darstellt für uns Gehörlose. Wir sind nicht stumm, in keinster Weise - selbst wenn sich unsere lautsprachliche Aussprache etwas anders anhören sollte als normal, bedeutet nicht, dass wir stumm sind. Wir können reden!

Und selbst, wenn wir nur in der Gebärdensprache reden, dann bedeutet das auch nicht, dass wir stumm sind, denn jeder Mensch, der über eine Sprache verfügt, ist nicht stumm! Die Gebärdensprache ist übrigens eine vollwertige und anerkannte Sprache - auch in Deutschland seit dem Jahre 2002! Nur leider ist sie bisher noch nicht als eine Minderheitensprache anerkannt worden, was erhebliche Vorteile mit sich bringen würde, aber das ist ein anderes Thema.

Bitte lest also mal diese Blogeinträge von mir dazu durch:

Ein wichtiger Hinweis für die Medienbranche - warum taubstumm und Gebärdendolmetscher in der Berichterstattung gar nicht gehen! 

Ein Kauf- und Lesetipp für die Medienbranche

Gelesen? Gut, dann sollte euch aufgehen, warum ich nicht damit einverstanden bin, wenn es z.b. wie in der BILD das Wort Gebärdendolmetscher verwendet wird.

Nochmal in aller Kürze: Der Beruf eines Dolmetschers heißt Gebärdensprachdolmetscher, damit allen klar ist, dass der  Dolmetscher aus der Lautsprache in die Gebärdensprache übersetzt und umgekehrt!

Dieses Bild hilft euch hoffentlich noch besser, warum Gebärdendolmetscher ein unsinniger Begriff ist: Man sagt oft: "Er/Es/Sie hat sich wie verrückt gebärdet." Diese Erwähnung von Gebärde in diesem Satz hat aber nullkommanull was mit der Gebärdensprache zu tun. Und klar ist auch, dass jeder Mensch irgendwann mal Gebärden benützt, also solche Handbewegung ausführt, die aber NICHTS mit der Gebärdensprache zu tun haben. 

BILD: Gehörlose Schülerin klagt gegen Bezirk

Bayerischer Rundfunk: Gehörlose Schülerin will Gebärdendolmetscher

Merkur Online: Taubes Mädchen zieht vor Gericht

Der Merkur hat es sogar geschafft zusätzlich zum unzutreffenden Begriff "Gebärdendolmetscher" diesen Begriff hier zu erfinden: "Gehörlosendolmetscher." *facepalm*

http://www.news4teachers.de/2012/07/inklusion-und-die-geldfrage-gehorlose-schulerin-klagt/


http://www.welt.de/regionales/muenchen/article108362865/Taubes-Maedchen-klagt-um-ihr-Recht-auf-Regelschule.html

Nur die Augsburger Allgemeine hat es nach der kurzen Sichtung der Presseberichte geschafft den korrekten Begriff "Gebärdensprachdolmetscher" zu verwenden, nämlich hier:

Wer zahlt für Melissa's Unterricht?

Ein paar Tage davor hatte sie aber auch Gebärdendolmetscher verwendet, nämlich hier:

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Eltern-von-gehoerloser-Schuelerin-wollen-Dolmetscher-einklagen-id21155696.html

Aber schön zu sehen, dass mir bisher der Begriff "taubstumm" nicht über den Weg gelaufen ist bei der Berichterstattung zu dem Fall, selbst die Bild hat sich nicht in dieses Fettnäpfchen begeben! :-)

Jetzt muss sich nur noch der richtige Begriff durchsetzen, nämlich Gebärdensprachdolmetscher, dann ist alles gut!

Ich sitze übrigens hier und drücke Melissa die Daumen, dass die Entscheidung genauso ausfallen wird, wie sie es muss: Nämlich PRO Inklusion!

Sobald ich das Urteil vorliegen habe, werde ich darüber bloggen.

Nachtrag vom 26. Juli um 12:30: Sogar der Duden kennt den falschen Begriff Gebärdendolmetscher nicht, denn die Medienschaffenden beharrlich verwenden, sondern verweist ganz korrekt auf Gebärdensprachdolmetscher. http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gebärdensprachdolmetscher

Ebenso erklärt der Duden bei der Eingabe des unsäglichen Begriffs taubstumm, dass der Begriff nicht verwendet werden sollte und durch gehörlos ersetzt werden sollte: http://www.duden.de/rechtschreibung/taubstumm und hier: http://www.duden.de/rechtschreibung/gehoerlos

Ich glaube daran, dass Journalisten in der Lage sind, den Duden zu bedienen, wenn sie sich nicht sicher sind, ob sie korrekte Begriffe verwenden sind oder nicht. :-)

Nur denke ich manchmal, dass Journalisten ihre Leserschaft fur dümmer halten als diese es wirklich sind, denn mir wurde auf Twitter erklärt, dass Gebärdendolmetscher doch kürzer seie und doch den Sinn nicht wirklich verfälschen würde, was aber der Begriff wirklich tut.

Der Duden erklärt es hier ganz gut, wenn man hier den Begriff "Gebärden" und dann "gebaren" eingibt:

http://www.duden.de/suchen/dudenonline/gebärden 

http://www.duden.de/suchen/dudenonline/gebaren

Wenn man sich mit den Begriffen auskennt, dann ist einem schlagartig klar, warum der Beruf eines Dolmetschers für Gebärdensprache korrekterweise Gebärdensprachdolmetscher heißt.

Und aus dieser langen Erklärung sollte ersichtlich werden, dass ich mich nicht mit den Journalisten anlegen will, was ich in keinster Weise vorhabe, warum denn auch? :-)

Ich bin nur gegen die Einfalschung von Wörtern und liebe es, wenn korrekte Begriffe verwendet werden, die einen Sachverhalt korrekt wiedergeben.




Montag, 23. Juli 2012

Grüne Anfrage zur Lebenssituation von gehörlosen/schwerhörigen und taubblinden Menschen in Deutschland!

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen hat am 2. Juli 2012 eine hochinteressante Anfrage an die Bundesregierung eingeschickt, in der nämlich die Bundesregierung zur Lebenssituation von gehörlosen, schwerhörigen und taubblinden Menschen in Deutschland befragt wird.

Und das sind nicht nicht nur ein paar Fragen, sondern über 32, die es in sich haben. Gut formuliert mit der Absicht die Finger auf die wunden Stellen zu legen in Sachen Behindertenpolitik der Bundesregierung in diesem ausgesuchten Bereich.

Pressemitteilung zum Fragekatalog auf der Seite des Bundestag

Fragenkatalog der Grünen an die Bundesregierung


Besonders gut gefällt mir die völlig berechtigte Frage in Sachen Cochlear Implantat, ob der Bundesregierung bekannt ist, dass es Fälle gibt, wo man Eltern mit einem gehörlosen Kind mit dem Entzug des Sorgerechts gedroht hat, falls das Kind nicht dem Cochlear Implantat versorgt wird, da dies das Kindeswohl gefährden würd.

Ich kann da den Grünen weiterhelfen - ich habe da am 22. Mai 2012 das Bundesministerium für Familie bereits gefragt,wie denn der Standpunkt des Familienministerium zur und von Menschen mit Behinderung(en)? seie. Link zur meiner getwitterten Frage und den beiden Antworten per  Tweet finden sich hier: https://twitter.com/BMFSFJ/status/204921909530460160 und https://twitter.com/BMFSFJ/status/204922177005428736

Dann habe ich noch gefragt, wie das Bundesminiterium dazu stehe, dass es bekannte Fälle gibt, bei denen  Eltern mit einem gehörlosen Kind mit dem Entzug des Sorgerechts gedroht wird, falls das Kind kein Cochlear Implantat erhält. Diese Frage steht auch in der Anfrage der Grünen.

Mir wurde zugesagt, dass man diesen Sachverhalt nachprüfen würde: https://twitter.com/BMFSFJ/status/204934021447303168

Und am 25. Mai bekam ich die Antwort, dass man meinen Informationen nachgegangen seie und keinen derartigen Vorfall in den Akten gefunden habe: https://twitter.com/BMFSFJ/status/205996709212459009
und außerdem solche Drohungen nicht den fachlichen Anforderungen der Kinder- und Jugendhilfe entspräche:  https://twitter.com/BMFSFJ/status/205997052218445824

Wirklich? Mir und anderen Gehörlosen sind Fälle bekannt, wo man wirklich damit gedroht hat, so zum Beispiel hier:

CI-Zwang für gehörlose Kinder?

Morgen haben die Eltern den Termin beim Jugendamt


Lieber keine schlafenden Hunde wecken, sonst...


My last 5 cents zu "CI-Zwang für gehörlose Kinder?"


Gerade in dem letzten Blogeintrag gibt es eine interessante Passage zu dem unerträglichen Artikel von Müller&Zaracko, welche eine eindringliche Versorgungsrichtline fordern:  Die Versorgung der gehörlosen Kinder mit einem Cochlear Implantat - kommen die Eltern, egal ob hörend oder gehörlos dieser Aufforderung nicht nach, dann müsse man ihnen das Sorgerecht entziehen, da diese Haltung des Kindeswohl gefährden würde.


Hier geht es zum PDF von Müller&Zaracko

Meine Nachforschungen haben ergeben, dass die Arbeit von Müller&Zaracko doch GLATT vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde unter dem Förderungskennzeichen 01 GP 0769 und GP 0804.

Weiterhin beim Thema Cochlear Implantat im Fragenkatalog: Die Frage 1 hat sich es auch allerdings sehr in sich: "Plant die Bundesregierung, ähnlich wie in der Schweiz, die Zahlen der CI-Implantationen systematisch zu erfassen?"

Hierzu kann ich auch eine kleine Auskunft geben und den Rat geben: Fragt einfach mal bei der medizinischen Hochschule Hannover nach, denn die dortige HNO-Abteilung besitzt das weltweit größte Cochlear-Implantat-Programm zur Versorgung von schwerhörigen und gehörlosen Patienten. Die MHH Hannover war eins der ersten Kliniken in Europa, die damit begonnen hat. Wenn man dann auf der Seite des Hörzentrums Hannover nachliest, dass bis 2008 mehr als 4000 Patienten versorgt werden konnten und den Siegesmarsch des Cochlear Implantats seit ca. 1986 aktenkundig ist, dann kann sich die Zahlen etwas herleiten. Pro Jahr werden übrigens alleine an der MHH Hannover 500 Patienten mit einem Cochlear Implantat versorgt. Aber die MHH ist eben nicht die einzige Klinik in Deutschland, die diese Operation durchführt, sondern es gibt ordentlich mehr, welche man in dieser Liste nachschlagen kann: http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=COCHLEA/05_2

Mein Standpunkt zum Cochlear Implantat ist wirklich klar: Ich bin nicht dagegen, aber ich bin dagegen, dass das Cochlear Implantat als alleiniges Hilfsmittel angepriesen wird und als Wunderheilmittel dargestellt wird, welches aus jedem Gehörlosen eine normalhörende Person macht, womit Barrierefreiheit für diese praktisch überflüssig wird. Die Realität schaut ganz anders aus, das ist der Punkt.

Und Eltern, egal ob gehörlose oder hörende Eltern entscheiden sich oft für die Versorgung ihres Kindes mit dem Cochlear Implantat, weil eben auch die Bildungspolitik für gehörlose Kinder in einem schlechten Zustand ist - da gibt es noch vieles zu verbessern! Ich rede da nicht nur von Inklusion, sondern auch von der Ausbildung des Lehrpersonals im Studium, was die Grünen auch in ihrem Fragekatalog aufgegriffen haben.

Die Frage 7 ist auch ziemlich gut:"Sind der Bundesregierung Untersuchungen in Bezug auf die psycho-soziale Entwicklung und das Wohlbefinden von Cochlea-implantierten Kindern bekant??"

Das ist auch so etwas, was ich mich schon lange frage, denn in diesem Blogeintrag, wo ich mich am 29. April 2010 im Blogeintrag "TV-Bericht zum Cochlear Implantat" kritisch zum Cochlear Implantat äußere wie in anderen Blogeinträgen auch, frage ich genau das: "Bei den Transexuellen wissen wir, dass die Transidentität dem anderen Geschlecht zugehörig ist, mit dem man selbst biologisch ausgestattet wurde. Was nun, wenn einer der CI-Cyborgs eigentlich von Geburt an eine gehörlose/schwerhörige Identität hat und mit dem CI eine gute Hörfähigkeit erzielt?"

Beim Durchlesen des gesamten Fragekatalogs kann ich mir, glaube ich, ziemlich sicher sein, dass da mein Blog eine gute Hilfe war für die ganzen clever ausgesuchten Fragen. :-) 

Der Fragenkatalog der Grünen hat es wirklich in sich, wenn man sich die ganzen Fragen durchliest, so wird zum Beispiel gefragt (Frage 8), ob man Maßnahmen ergreifen wolle, damit das Lehrpersonal an Gehörlosenschulen zur mehr Kompetenz in der Gebärdensprache kommt. Wir erinnern uns: Es ist in Deutschland keine Vorschrift, dass Lehrer für Gehörlose Gebärdensprache können müssen, weswegen über 90% der Lehrer keine Gebärdensprache beherrschen. An 5 Universitäten in Deutschland kann man derzeit Hörgeschädigtenpädagogik bzw. Gehörlosenpädagogik studieren: Köln, Hamburg, Heidelberg, München und Berlin. Einzig Berlin verlangt von den Studenten bei der Examensprüfung den Nachweis über Kenntnisse in der Gebärdensprache.

Die Fragen 5 und 6 sind wirklich auch sehr interessant:
5. Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung zur Erleichterung des Erlernens der Gebärdensprache und der Förderung der sprachlichen Identität gehörloser Menschen entsprechend Artikel 34 Absatz 3b der UN-Behindertenrechtskonvention?

6. In welcher Form und von welchem Kostenträger wären aus Sicht der Bundesregierung
Gebärdensprachkurse für hörende Eltern hörbeeinträchtigter Kinder zu finanzieren?

Nun, da gab es erst kürzlich ein hochinteressantes Urteil, was die Frage Nr. 6 beantwortet: Es gibt eine DVD, womit hörende Eltern von gehörlosen Kindern gemeinsam mit ihrem/ihren gehörlosen Kindern die Gebärdensprache lernen können, damit die Kommunikation innerhalb der Familie gewährleistet ist. "Tommys Gebärdenwelt" nennt sich diese DVD aus dem Kestner Verlag.

Karin Kestner hat auf ihrer Seite den Schritt ganz genau beschrieben, wie man die Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt: http://kestner.de/n/verlag/produkte/tommycd/sozialgerichtsurteil-tommy.htm
Manche Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme ab, die aber alle gerichtlich bisher dazu angeordnet wurden, dass sie die Kosten übernehmen müssen:

Urteil von 2008 gegen die Barmer GEK

Urteil von 2011 gegen die Barmer GEK

Laut Karin Kestner gibt es sogar ein drittes Urteil gegen die Barmer GEK, welches aber linktechnisch nicht vorliegt.


Das aktuellste Gerichtsurteil ist aber vom 24.April 2012 gegen die AOK

Abgesehen von der Krankenkasse als Kostenträger gibt es noch das Persönliche Budget für Menschen mit Behinderungen, die damit über einen eigenen Geldtopf von den Ämtern verfügen und so frei entscheiden können, welche Hilfsmittel sie in Anspruch nehmen wollen, wenn sie z.B. verschiedene Leistungen im Alltag barrierefrei in Anspruch nehmen wollen. Vor gut eineinhalb Jahren kam aber ein interessanter Fernsehbericht dazu, wo gesagt wurde, dass es sehr schwierig seie, an das Persönliche Budget heranzukommen, da in erster Linie alle Anträge auf das Persönliche Budget erst mal abgelehnt werden...

Das wäre auch zum Beispiel eine tolle Frage, die man stellen hätten können: Wie groß die Anzahl der Menschen mit Behinderung(en) ist, denen ein persönliches Budget vom Gesetz her zusteht, was aber von den Kostenträgern nicht bewilligt worden ist!

Mir gefällt diese Frage auch sehr gut:"Bestehen Möglichkeiten für die Kostenübernahme eines Gebärdensprach- dolmetschers oder einer Gebärdensprachdolmetscherin, wenn dieser bzw. diese von hörbeeinträchtigten Menschen für das Ausüben eines Ehrenamts oder eines Freiwilligendienstes benötigt wird?"

Das ist etwas, was ich mich seit längere Zeit gefragt habe und das sowieso seit meiner offiziellen Ankündigung tue, dass ich Piratin bin, ob es überhaupt einen zuständigen Fördertopf gibt, wenn gehörlose Menschen sich ehrenamtlich engagieren wollen, sei es im sozialen oder im politischen Bereich. 

Die Grünen sprechen da in ihrer Anfrage von Inklusion, Baby! Inklusion ist, wenn Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund oder was auch immer mit uns unter uns leben und ein normaler Bestandteil der Gesellschaft sind.

Ich bin überzeugt, dass wenn Barrierefreiheit und Inklusion in 15-25 Jahren zum normalen Bild von Deutschland gehören, dass man sich dann mit einem Schaudern an das Jahr 2012 oder früher erinnern wird: "Warum haben wir eigentlich schon damals nicht grundlegend damit angefangen?"

Besonders schön auch ist, dass der Nationale Aktionsplan  (NAP) der Bundesregierung scharf hinterfragt wird durch die ganzen Fragen - der ganze NAP ist ein Witz und das Papier bei weitem nicht wert, worauf er gedruckt wurde.  Nicht umsonst hat er sehr viele Kritik von Behindertenverbänden bekommen. Mein Standpunkt zum NAP:

Gehören wir auch dazu?

Auch wird gefragt, wie man das Fernsehen in Pflicht nehmen will, da es ganz offensichtlich nicht barrierefrei ist. :-D Eine Untertitelquote für Gehörlose% Schwerhörige von 14,6% im gesamten Deutschen Fernsehen und der Umstand, dass die Mediatheken der Sender auch nicht durch die ganze Bank barrierefrei sind, ist keine Leistung, die in meinen Augen die GEZ-Gebühr in Höhe von 6 € für Blinde, Gehörlose und Schwerhörige ab 2013 gerechtfertigt. Die Anzahl der Audiodeskription sieht ähnlich mager aus.

Und BOING - es wird gebohrt, warum es keinen barrierefreien SMS-Notruf gibt in Deutschland ,aber in anderen Ländern schon. Ich liebe das, dass jetzt die Bundesregierung auch offziell dazu befragt wird und nicht nur von mir dazu genervt wird, denn ich habe vor knapp 2 Wochen Anette Schavan beauftragt, dass sie Merkel sagen soll, dass der barrierfreie SMS-Notruf bald eingeführt werden muss.

Hier die Einträge zum dringend benötigten barrierefreien SMS-Notruf in Deutschland: 

Dann habe ich auf dem DLD Women 2012 in München Ursula von der Leyen damit beauftragt, dass der SMS-Notruf bald kommen muss, das gleiche habe ich auch Silvana Koch-Mehrin gesagt sowie der EU-Justizkommissarin Viviane Reding. :-)

Ich könnte noch den ganzen Fragekatalog hier im Blog auseinandernehmen und auf weitere Blogeinträge von mir dazu verweisen., aber ich bin sowas von zufrieden mit der Arbeit der Grünen.

Und meine Blogleser hier kennen ja schon meine ganzen Einträge zu den folgenden Punkten, oder? :-)

Kommt bald der barrierefreie SMS-Notruf?  

SMS-Notruf ist dringend notwendig

Was mich auch echt gefreut hat, ist der Fakt, dass die Grünen die Bundesregierung nach der Lebensituation von taubblinden Menschen fragen, so zum Beispiel kann ich diese Frage beantworten:"Sieht die Bundesregierung in der Einführung eines eigenen Merkzeichens TBL im Schwerbehindertenausweis für taubblinde Menschen die Möglichkeit, die Versorgungssituation der Betroffenen zu verbessern?"

Mein Stand ist, dass die Bundesregierung sich bisher weigert, ein eigenes Merkzeichen für Taubblinde einzuführen, also die Taubblindheit als eine eigenständige Behinderung zu verankern im Schwerbehindertengesetz mit dem geforderten Merkmal TBL.

Kann man auch alles auf der Seite der Stiftung der Taubblinden-Stiftung nachlesen: http://www.stiftung-taubblind-leben.de/politisches-umfeld.html

Oder man liest sich meine Blogeinträge zur Taubblindheit dazu, da gibt's den höchst interessanten Link zur den guten Artikeln in der FAZ dazu:

Zusammenfassung zu Taubblinden

Nun, dieser Blogeintrag wurde doch noch länger als geplant, aber er ist trotzdem lesenswert, wie ich finde. Oh, Eigenlob stinkt - na gut, dann formulieren wir es mal anders: Ich finde, dass die angesprochenen Themen immer eine Lektüre wert sind, egal von wem sie in die Welt gesetzt werden. :-)

Ich bin mächtig gespannt auf die Antworten der Bundesregierung! 

Freitag, 20. Juli 2012

Klarmachen zum Ändern

Von vielen Leuten wurde ich ja schon immer als eine Piratin wahrgenommen oder zumindestens piratennah eingestuft.

Und ich bin jetzt seit kurzem nun auch offiziell eine Piratin, ich habe also jetzt ein orangenes Parteibuch.

Ich habe sehr lange mit meiner Entscheidung gerungen, welcher Partei ich beitreten möchte - zum Schluss hatte ich die Auswahl zwischen den Grünen und der Piratenpartei.

Zu diesem Schluss kam ich bei diesem Auswahlverfahren: 

Die Union fiel für mich weg, da ich mich mit den erzkonservativen Zielen dieser Partei nicht anfreunden konnte, nichtsdestotroz kenne ich in dieser Partei ein paar Leute, die ich sehr mag und schätze.

Die FDP fiel für mich weg, da sie mir noch nie lag von den Grundsätzen, obwohl die Piraten in manchen Dingen liberaler sind als die FDP, aber die FDP ist für mich seit dem Wahlkampf 2009 unten durch, da sie den Wählern ganz offenkundig im vollen Bewußtsein, dass sie die all die Wahlversprechen nicht halten können werden,  das Blaue vom Himmel heruntergelogen haben, um an die Wählerstimmen zu kommen.
 

Bei der SPD gibts auch viele Leute und Linien, die ich mag, aber die Haltung zur Vorratsdatenspeicherung macht mir offenkundige Magenschmerzen.

Dieses Ausschlussverfahren führte dazu, dass ich zwischen den Grünen und den Piraten stand, was für eine bisherige Grün-Rot-Wählerin keine leichte Sache war.  Echt nicht. Auch bei den Grünen gibt es auch viele Politiker, die ich mag.

Für die Grünen sprach genausoviel für die Piraten aus meiner Sicht, aber am Schluss entschied ich mich doch für die Piraten aus dem einfachen Grund:

Die Piraten sind unkonventionell, noch neu und etwas unangepasst. Das sind auch Eigenschaften, die auf mich zutreffen.

Oder anders gesagt: Die Parteistrukturen bei den Piraten sind noch nicht so verkrustet und mit dne Piraten stand ich ja schon seit Ende 2010 immer mal wieder in Kontakt. #Transparenzzeile

Was ich aber gelernt habe bei meinen politischen Aktivitäten bisher: Es schadet nicht mit den Politikern aller demokratischen Parteien zu sprechen, denn Aufklärung quer durch alle Parteien tut gut und vor allem ist das Parteibuch oft nur zweitrangig von Bedeutung, denn der Mensch zählt. Nicht das Parteibuch. Und mir hat dieser Austausch bisher immer sehr viel Spaß gemacht und das werde ich auch so beibehalten als Piratin und hoffen, dass mir die Parteimitglieder andere Parteien auch weiterhin gewogen bleiben. Aber da mach ich mir keine Sorgen, denn ich bin mir sicher, dass die Politiker anderer Parteien dies mit dem Parteibuch und dem Menschen dahinter meistens genauso sehen.

Also dann: Klarmachen zum Ändern!

P.S. Was gab eigentlich zum Schluss noch den Ausschlag für die Piraten? Ich habe mich über Seehofer aufgeregt, der ganz stolz tönte, dass bei den Verhandlungen zum Fiskalpakt endlich beschlossen wurde, dass der Bund die Kosten für die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung(en) übernimmt.

Der Punkt ist: Die Eingliederungshilfen von Menschen mit Behinderung(en) haben rein gar nichts mit dem Fiskalpakt zu tun, denn sie hätten nämlich so oder so beschlossen und umgesetzt werden müssen. Dieser Schachzug, das eine mit dem anderen zu verknüpfen, ist in meinen Augen ein billiger Kartenspielertrick der Union, damit sie in Sachen Behindertenpolitik etwas besser wegkommt als bisher.

Achja - diese Meinung in meinem Blog und die weiteren, die ich in der Zukunft hier äußern werde, sind meine eigene Meinung und müssen sich nicht zwangsläufig mit der Piratenpartei decken. Ein Parteibuch befreit einen nicht vom selbständigen Denken und der freien Meinungsäußerung, auch wenn das einem manchmal so vorkommt in der großen Parteipolitik. ;-)

Montag, 9. Juli 2012

Lippenleser vor Gericht!

 Das hört sich jetzt etwas mißverständlich an, aber hier geht es selbstverständlich nicht darum, dass Lippenleser vor Gericht angeklagt sind, weil sie einfach so mal im Vorbeigehen andere Menschen belauschen können. ;-)

Nur gibt es einen neuen Trend, den ich seit einigen Jahren verstärkt beobachte, aber jetzt erst so richtig Beachtung findet: Man setzt Lippenleser bei Aufnahmen ein, die ohne Ton sind und versucht so rauszufinden, was gesagt worden ist.

Zum Beispiel läuft in England gerade ein interessanter Prozeß statt um die Fußballspieler John Terry und Anton Ferdinand - im Mittelpunkt steht die Aussage der Lippenleserin Susan Whitely, die die rassistischen Äußerungen abgelesen hat.

Der Bericht dazu steht hier: http://news.sky.com/story/957769/lip-reader-terry-used-racially-abusive-term

In Australien hat die Lippenleserin Jessica Rees in einem Fall vor Gericht geholfen, den Dialog in der tonlosen Aufnahmen zu "vertonen."

http://www.theage.com.au/victoria/court-slams-crown-bouncer-violence-20120705-21j5k.html

Interesant ist ja, dass im Fall um den Fußballspieler Terry seine Verteidigung die gehörlose Lippenleserin Susan Whitely angefahren hat, dass Lippenlesen ja wohl keine exakte Wissenschaft seie - und sie gerade vor Gericht die Fragen an sie perfekt versteht durch Lippenlesen.

Damit wäre wohl bewiesen, dass Lippenlesen eine Eigenschaft ist, die man sich antrainieren kann, wenn man darauf angewiesen ist und mit entsprechendem Talent von Filmaufnahmen ablesen kann. Es gibt kein Zertikat der Lippenleser, aber sie machen diesen Job jeden Tag, was schon ein ausreichendes Zertifikat ist, wie ich finde.

Ich empfehle dazu sehr gerne immer wieder dieses kleine Spiel, wo man sich am Lippenlesen testen kann: http://jugend.handicap-international.de/fileadmin/redaktion/Medien/levresDEU.swf

Das wird in den nächsten Jahren wohl noch interessanter werden vor Gericht, wenn die Fähigkeiten der Lippenleser noch bekannter geworden sind als jetzt im Moment.


Samstag, 7. Juli 2012

Heute um 17:45 Uhr auf ZDF!

Ich bekam gerade erst die Info, dass heute um 17:45 auf ZDF in "Menschen - das Magazin" über Gehörlose und die Gebärdensprache berichtet wird, weil man als Thema die Kommunikation ausgewählt hat.

Zu Wort wird Benjamin Piwko kommen, der gehörlose Kampfsportler, der auf seinem Gebiet ziemlich einzigartig ist: Gehörlos geboren, aber er hat sich trotzdem bewährt als Kampfsportler  - er trägt den schwarzen Gürtel und hat das amerikanische Militär trainiert!
Piwko ist eine anerkannte Kampfsportgröße in der dortigen Szene, außerdem gelernter Stuntfigther und Cheograph für Show und Film.

Über Benjamin Piwko habe ich schon einige Male gebloggt, unter anderem hier:

http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2011/04/kassandra-wedel-ein-augenschmaus-beim.html vom 16. April 2011

 Auch der Spiegel hat schon mal von ihm berichtet am 30.06.2010: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/gehoerlose-im-job-karriere-jenseits-der-stille-a-701625.html

Ich fand das Video von Benjamin Piwko damals vor einem Jahr bei "Menschen - das Magazin" und ich bin gespannt, ob es das gleiche Video ist oder nicht. Wenn ihr übrigens mal richtig GESCHOCKT sein wollt, wie hart das Training für Gehörlose sein kann zum Sprechen lernen, dann solltet ihr die Szenen bei ca. 5:12 Min nicht anschauen. Selbst mir bricht es da immer wieder das Herz.

http://www.youtube.com/watch?v=HktNtqXne6Q&feature=player_embedded

Ich habe glücklicherweise ganz andere Erinnerungen daran, mir fiel es richtig leicht, weil es mir einfach Spaß machte und meine Logopädin nicht so brutal war zu mir - die hat immer ganz spielerisch mir gezeigt, wie es geht und auch oft gelobt. Es geht einfach immer noch über das Lob am besten, wenn man Spaß an der Sache hat, dann macht man das auch gerne.

Jedenfalls: Ich habe einen Heidenrespekt vor Benjamin - nicht nur, weil er ein großartiger stiller Kämpfer ist, sondern weil er sich nie unterkriegen liess! :-)

SMSNotruf ist dringend notwendig

Der barrierefreie SMS-Notruf gibt es bisher noch nicht in Deutschland, bisher ist noch nicht mal ein Startdatum dazu bekannt, nur die Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel, dass dieser bald in Deutschland eingeführt wird, siehe Videoo-Podcast vom 03.03.2012

In den Städten Köln und Berlin sowie im Bundesland Brandenburg gibt es den SMS-Notruf schon, aber eben nicht flächendeckend in ganz Deutschland, was eine Schande ist, denn er kann in verschiedenen Fällen lebensrettend sein: Bei einem Brand, bei einem Überfall, bei einem Einbruch... Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Bisher ist die Situation in Deutschland so: Nun, was machen die meisten Leute, die in einer Notlage sind? Richtig, sie betätigen die Notruf-Nummer und Hilfe kommt umgehend. Was aber, wenn du gehörlos oder schwerhörig bist? In Deutschland gibt es bisher nur den Notfall-Fax, der wie folgt funktioniert: Du druckst dir den Vordruck mit mit den Piktogrammen aus und kreuzt an, was passiert ist und welche Art von Hilfe du genau brauchst und sendest das Fax an die Notfall-Faxnummer, was sehr umständlich ist, da ja du optimalerweise schon im Voraus den Vordruck ausgedruckt haben solltest für einen möglichen Notruf und außerdem ein Faxgerät.

Früher hatten so gut wie alle Gehörlose ein Faxgerät, was aber heute nicht mehr so die Norm ist durch das Smartphone.. Und wer hat schon bei einer Autopanne ein Faxgerät dabei? ;-)

Bei einem Notruf soll man ja nach dem Schema "Wo? Was? Wieviele? Welche? Warten!" verfahren.

Bei der Einführung des SMS-Notrufs müsste man dann gehörlose und schwerhörige Menschen bei der Einführung Tipps geben, wie man am besten eine Notruf-SMS absendet. Ganz wichtig ist bei medizinischen Notfällen für die Retter zu wissen: Atmet der Patient noch und ist er ansprechbar?

Ich stelle mir einen SMS Notruf z.b. vor: "Gehörloser Notfall: Mann 54 J. alt., bewusstlos. Nicht ansprechbar. Atmet noch. [Adresse.] Sind gehörlos."

Dieser Text passt locker in 160 Zeichen.

Oder bei einem Brand: "Gehörloser Notfall: Großer Hausbrand. Es gibt Verletzte. Brauchen Feuerwehr und Krankenwagen. [Adresse] Sind gehörlos!"

Passt auch locker in 160 Zeichen.

Und selbst wenn man nicht detailliert sagen kann, was passiert ist, reicht es aus, dass man den sagt, WAS passiert ist und wo der EINSATZORT ist. Das steht alles auf dieser Seite hier: http://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/feuerwehr/Notruf_die_fuenf_Ws.html

Man sieht, dass es auch mit spärlichen Informationen funktionieren kann, denn das wichtigste ist ja, dass man überhaupt simpel Hilfe rufen kann! 

Den SMS-Notruf gibt es in England, Irland, Australien, USA, Österreich und noch in anderen Ländern weltweit, wo er sehr gut funktioniert und gerne genützt wird.

Vorteile: Der barrierefreie SMS-Notruf ist von allen nutzbar, nicht nur von gehörlosen und schwerhörigen Menschen, sondern auch von Sprachbehinderten, die in der Aufregung vielleicht noch mehr stottern als gewöhnlich. Dann gibt es noch Autisten, die ungerne telefonieren und lieber texten.

Und natürlich kann der SMS-Notruf auch von hörenden genützt werden, besonders hilfreich stelle ich ihn mir in Situationen vor, wo man nicht sprechen kann, weil es zu gefährlich ist, zum Beispiel, wenn man in der S-Bahn von jemandem belästigt wird oder ein Einbrecher sich im Nebenraum befindet. Oder um es ganz

übertrieben zu formulieren: Bei einem Banküberfall. ;-)

Der Umfragedienst mingle gab eine Umfrage zum SMS-Notdienst in Auftrag, da ich ja im SWR darüber gesprochen habe und die Mehrheit ist für die Einführung:

http://mingle-trend.respondi.com/de/06_07_2012/mehrheit-pladiert-fur-bundesweiten-notruf-per-sms/

Ich hoffe sehr, dass der barrierefreie SMS-Notfall bald eingeführt wird und alle etwas davon haben, denn Barrierefreiheit ist nämlich für alle da! :-)

Hier ist ein alter Blogeintrag zum SMS-Notruf von mir! 

Kommt bald der barrierefreie SMS-Notruf in Deutschland und ganz Europa?

Mir fiel übrigens ein, dass letzten Sommer gehörlose Wanderer in Österreich gerettet werden konnten, weil sie eben den SMS-Notruf in Österreich benützen konnten und die schwerhörige Eleonora Calesini hat beim Beben 2009 in L'Aquila Glück gehabt, dass sie aus den Trümmern gerettet werden konnte. Sie lag 2 Tage lang verschüttet dort und konnte natürlich nicht hören, wie die Retter nach Verletzten riefen. Ihr Vater hat die Rettungskräfte an die richtige Stelle geführt und so konnte sie gerettet werden. Der SMS-Notruf hätte ihr vielleicht schneller helfen können: Schwerhörige Studentin lebend aus den Trümmern gerettet

Man sieht also, dass es diverse Gelegenheiten gibt, wo ein SMS-Notruf wirklich lebensrettend sein kann und ich bin sehr gespannt, wann dieser endlich in Deutschland verfügbar ist!

Gestern Abend war ich übrigens auf einer Veranstaltung, wo der grüne Ministerpräsident Kretschmann anwesend war - leider konnten wir uns nicht darüber unterhalten, da es doch sehr laut war und er halt nicht lippenlesen kann. ;-)

Anette Schavan, die Bundesministerin für Bildung und Forschung war aber auch da und mit ihr habe ich kurz sprechen können und sie gebeten, Frau Merkel auszurichten, dass der SMS-Notruf bald eingeführt werden muss. :-)

Ich bin ja gespannt, ob Frau Schavan das getan hat und wie die Reaktion von Frau Merkel war - ob sie innerlich gemurmelt hat: "Dieses Gehörlose ist ja überall!" ;-)

UPDATE vom 07.06. 2014: Im Koalitionsvertrag der großen Koalition steht, dass sie den SMS-Notruf sowie den barrierefreien Katastrophenwarnsystem einführen wollen. Leider ohne Startdatum. :-(


"Sehen statt Hören" heute mit mir!

Heute um 09:45 bin ich bei "Sehen statt Hören" im Bayerischen Fernsehen zu sehen, also im BR.

Die Beiträge sind alle sehr interessant, so wird auch über das "Türkis Theater" von einem guten Freund von mir berichtet. Bengie J. Feldmann hat das Stück "Heterophobie" neu inszensiert in Gebärdensprache. Das Stück selbst hat sehr gute Kritiken bekommen. Und für die Hörenden gab es einen Übersetzer in Lautsprache! :-)

Dann noch der Bericht über den Kinofilm "Louisa" - einer jungen Frau, die langsam ertaubt und sich für ein Leben als Gehörlose entscheidet.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/sehen-statt-hoeren110.html

Wem die Sendungszeit um 09:45 zu früh ist, der kann MDR um 11:55 einschalten, da kommt nämlich die Wiederholung!

Hier sind alle Wiederholungen vom "Sehen statt Hören" aufgelistet:


http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/kontakt/index.html

Ich habe noch mal nachgeschaut, die Wiederholung vom MDR kommt wirklich um 11:55 Uhr:

http://www.mdr.de/tv/programm/mdrfernsehen100_date-2012-07-07_zc-a7e3fb7c.html

Also, viel Spaß beim Schauen!

P.S. "Sehen statt Hören" ist das einzige Magazin im deutschen Fernsehen in Gebärdensprache und natürlich Untertiteln.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Taubstumm - ein No-GO!

Warum eigentlich? Nun, das Wort "Taubstumm" erweckt den Eindruck, dass Gehörlose nicht fähig sind, sich der Lautsprache zu bedienen, was aber so nicht stimmt.

Wir Gehörlosen sind sehr wohl in der Lage zu sprechen und unsere Stimme hört sich halt etwas ungewohnt an für Menschen, die noch nie auf Gehörlosen trafen oder mit ihnen zu tun hatten. Ich würde mal sagen, dass es sich gerade deswegen ungewohnt anhört, weil die Sprachmelodie oft ganz fehlt und die Stimme deswegen einen monotonen Klang hat. Es gibt einen informativen Wikpediaeintrag zur Gehörlosigkeit: http://de.wikipedia.org/wiki/Gehörlosigkeit Außerdem erweckt das Wort "taubstumm" den negativen Beigeschmack, dass gehörlose Menschen dumm bzw. doof sind und unfähig sind zur Kommunikation, also da schwingt schon so ein solcher Slogan mit: "Taub macht stumm!"

 Im Jahr 2002 hat die Firma Wyeth in vielen Großstädten in Deutschland eine riesige Plakataktion aufgefahren mit dem Bild eines traurigen Babys und dem Slogan: "Taub macht stumm!"
Hintergrund dieser Werbeaktion war eine Pneumokken-Impfung für den Impfstoff dieser Firma. Eine Pneumokkeninfektion kann zu einer Mengitis führen, die unter anderem dazu führen kann, dass man Gehör verliert, also ertaubt. Da war dann der Slogan: "Taub macht stumm!" natürlich genau richtig, weil es ja so eine wunderbare Ergänzung zum Wort "Taubstumm" für Gehörlose dargestellt hat und außerdem die Ängste der Eltern bedient hat.

Kurzum: Es war einfach eine Angstwerbung, die die Firma Wyeth da aufgefahren hat. Hier kann man was dazu lesen: http://www.taubenschlag.de/html/kultur/amo/wyeth/stuetze.pdf Angesichts dieser Schiene der Firma Wyeth gab es dann natürlich einen großen Aufschrei in der Gehörlosengemeinschaft, weil das eine komplette Diskriminierung der Gehörlosen dargestellt hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir Gehörlosen damals alle Unterschriften gegen die Firma gesammelt haben und es außerdem kreativen Proteste gegen die Plakate gab, unter anderem diese Verschönerung des Plakats:
Da war dann schon ganz viel ohnmächtige Wut unter uns, weil die man uns einfach in aller Öffentlichkeit als dumm dargestellt hat, ohne zu beachten, dass Gehörlose sogar eigentlich mehrheitlich bilingual aufwachsen: Mit der Lautsprache und mit der Gebärdensprache.

Ist jemand stumm, der über eine Sprache verfügt? Nein, natürlich nicht. Die Gebärdensprache ist eine vollwertige Sprache, kein Hilfsmittel und auch keine Krücke. Sie hat ihre eigene Syntax und und sie funktioniert im Zusammenspiel der Hände, Mimik, Körpersprache und Mundbild und sie ist auch schon seit 2002 als vollwertige Sprache anerkannt in Deutschland.

Und der Begriff "taubstumm" für einen Gehörlosen, der echt nicht lautsprachlich sprechen kann, ist in meinen Augen trotzdem immer noch daneben, da er dann immer noch die Gebärdensprache als Sprache zur Verfügung hat und diese Fälle außerdem wirklich sehr selten sind. 

Es gab viele Briefe an die Firma Wyeth, unter anderem diesen: http://www.deutsche-gesellschaft.de/fokus/plakatwerbung-zur-impfkampagne
 
Die Firma Wyeth hat sich damals zwar bei uns Gehörlosen entschuldigt, aber offenbar einfach überhaupt nichts aus der Sache gelernt noch begriffen, was sie da eigentlich für ein mittelalterliches Bild von uns Gehörlosen in der Gesellschaft erzeugt haben, denn im Entschuldigungsschreiben steht folgendes: http://www.taubenschlag.de/html/kultur/amo/wyeth/wyeth2.htm Dummerweise lernten sie aus dem Protest der Gehörlosen gegen den diskriminierenden Slogan nichts und schalteten sie eine neue Werbestrategie in der Zeitschrift "Freundin" mit dem Slogan: "Knd lrnt sprchn?" zusammen mit einem Bild des Fingeralphabets:

Da hat dann die damalige Präsidentin des Deutschen Gehörlosenbunds zusammen mit anderen Verbänden wie schon bei der davorigen Plakataktion mit "Taub macht stumm" die Firma Wyeth noch mal in einem Schreiben für ihre Werbeschiene heftig kritisiert und aufgeklärt, was sie da eigentlich angerichtet haben... http://www.taubenschlag.de/html/kultur/amo/wyeth/wyeth_lernt_nix_protest.pdf Kurz zusammengefasst: Wir Gehörlosen sind gehörlos/taub, aber eins ganz sicher nicht: dumm/doof.
P.S. Es ist übrigens sehr interessant, dass die Firma Wyeth im Mai 2002 eine Spende einer Einrichtung zukommen liess. Man könnte meinen, dass diese Spende in Höhe von 1000 € an die Gehörlosengemeinschaft gegangen ist, wo sie doch soviel Schaden angerichtet hat. Aber nein, die Spende ging an die Freiburger Cochlear Implantat Centrum (ICF).

Eine Spende unter Medizinern also, denn wenn die Firma Wyeth im Entschuldigungsschreiben bedauert, dass eine CochlearImplantat-Operation oftmals zu spät kommt, um die Hörfähigkeit zu erhalten, dann spendet sie ganz uneigennützig einer Einrichtung, die sich für das Cochlear Implantat stark macht. Das war PR-technisch eine totale WIN-WIN-Situation für die Firma Wyeth und das Cochlear Implantat.

Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass wenn das Internet es damals im Jahre 2002 bereits so viel Macht wie heute gehabt hätte, die Firma Wyeth diesen Shitstorm nicht überlebt hätte vom Image her.

Der Taubenschlag hat da sehr viel interessantes zusammengetragen, das Nachschlagen dieser Ereignisse aus diesen Tagen lohnt sich echt: Gesammelte History gegen die Firma Wyeth im Taubenschlag 

Einige Blogeinträge zur der Sache mit dem Begriff taubstumm:

http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/11/festverankert-im-kopf-taubstumm.html


Ein wichtiger Hinweis an die Medienbranche

Dienstag, 3. Juli 2012

Bravo für diese Erklärungsarbeit in der BRAVO!

Die "BRAVO" kennt ja jeder, auch ich erinnere mich noch daran, wie ich mir als Teenie ganz verlegen meine erste Bravo gekauft habe und dann für einige Jahre hängen geblieben bin, weil ich ja informiert sein musste als Fan der Backstreet Boys. ;-) Außerdem kam ich so an Poster für mein Zimmer im Internat.

Die Bravo erschien ja schon immer sehr visuell mit vielen Bildern und Grafik, weswegen sie unter den Gehörlosen sehr beliebt ist und jetzt in der aktuellen Ausgabe gibt es in der BRAVO einen Bericht über einen Film mit zwei gehörlosen Darstellern.

Der Bericht ist ganz lesenswert, auch wenn man längst aus der Altersgruppe der BRAVO-Leser rausgefallen ist.

Es ist toll, dass gerade in der Bravo korrekt und klar verständlich über Gehörlose informiert wird und so versucht wird ein Blick in eine andere Welt zu werfen. Es ist nicht das erste Mal, daß in einer so bekannten Jugendzeitschrift über Gehörlose aufgeklärt wird, denn ich kann mich noch an den Bericht über die gehörlose Schwester eines gehörlosen Freundes in der Mädchenzeitschrift "MÄDCHEN" erinneren.

Hier sind die Links zum BRAVO-Artikel:

http://www.taubenschlag.de/cms_pics/BRAVO1.jpg

http://www.taubenschlag.de/cms_pics/BRAVO2.jpg

Letzte Woche der WDR, heute der SWR!

Ich denke, ich kann jetzt wirklich endgültig zu meiner VITA hinzufügen: "bekannt als die Person, die ständig vom TV beim Twittern/Bloggen gefilmt wird.", denn heute kommt der SWR zu mir. Und hier kann man noch den Beitrag im WDR mit mir von letztem Donnerstag nachschauen unter "READ MY LIPS". http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/aktuelle_stunde.xml Und zu allem Übel habe ich seit gestern nachmittag aus dem Nichts einen Tinnitus bekommen, vom dem ich schwer hoffe, dass dieser auch schnell wieder den Abflug macht. Und ab morgen Abend kann ich hoffentlich wieder in aller Ruhe bloggen - in letzter Zeit kam das ja LEIDER viel zu kurz. *seufz* In meinem Kopf sind viele Ideen und Anregungen festgehalten, es wird Zeit, dass ich mal meine Klappe mal wieder aufreiße im Blog. *schmunzel* Aber zuerest wollte ich mich mal bei euch allen bedanken: Danke für das Lesen meines Blogs! <3