Mittwoch, 27. Juni 2012

Das Fernsehen ist grad da...

sprich, der WDR ist grad bei mir daheim und filmt mich dabei, wie ich twittere und blogge! Das ist jetzt schon das ungefähr 3. oder 4. Mal, dass dies der Fall ist und selbstverständlich gebe ich euch dann Bescheid, wenn die Sendung ausgestrahlt wird. Lustigerweise ist Hundebaby ob der riesigen Kamera etwas skeptisch und beobachtet das ganze von ihrem Sofa aus. ;-) Drückt mir doch bitte die Daumen drücken, dass ich mich nicht allzudämlich bei der ganzen Filmerei anstelle.. :-)

Zusammenfassung zu Taubblinden

Ich habe schon desöfteren über Taubblinde gebloggt, diese Gruppe der Behinderten wird leider auch häufig vergessen und ihr größtes Problem ist, dass Taubblindheit bisher nicht als eigenständige Behinderung in Deutschland anerkannt ist, doch lest selbst:

Taubblinde in Deutschland vom 24. März 2012
 
Wie geht es voran mit der Anerkennung der Taubblinden in Deutschland? vom 17. April 2012

Wie kommuniziert man eigentlich mit Taubblinden?  vom 26. März 2012

Peter Hepp mit seiner Frau Margherita bei Lanz vom 28. Oktober 2010

Vorstellung von Peter Hepp vom 13. Oktober 2010

Update vom 08.August 2012: Der Spiegel hat einen sehr guten Artikel über die Fehlversorgung von taubblinden Menschen in Deutschland gebracht. Bis heute weigert sich das Ministerium für Arbeit und Soziales den Taubblinden das dringend benötigte Merkzeichen zu geben, damit die richtigen technischen und sozialen Hilfen bewilligt werden können, was ein Armutszeugnis der Bundesregierung ist. Ich kann nur über den Kopf schütteln, dass man hier nicht unbürokratisch und schnell ein neues Merkzeichen einführt, zu mal ja zum 1. Januar 2013 der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat eingeführt wird - das wäre doch die beste Gelegenheit dafür.

Schauen wir mal, was bis zum 01. Januar 2013 passiert.

Hier geht's entlang zum guten Spiegel-Artikel:  Fehlversorgung - Taubblinde in Deutschland


UPDATE vom 29.08.2013: Spiegel-TV hat einen sehr guten Beitrag gebracht über die aktuelle Lebenssituation von Taubblinden. Die Bundesregierung lässt sie nach wie vor im Regen stehen, was ich nach wie vor als eine Verletzung der Menschenrechte bezeichne.

Hier ist das Video: http://www.spiegel.tv/#/filme/mit-den-haenden-reden/


Samstag, 23. Juni 2012

Quiet Signs of Love

Es gibt da einen netten australischen Kurzfilm, der von einer Liebesgeschichte zwischen einem hörenden Mann und einer gehörlosen Frau erzählt.

Der Film spielt in Australien, die Gebärdensprache im Film ist Auslan - Australische Gebärdensprache.

Eine Situation im Film kenne ich selbst sehr gut, aber ich verrate nicht welche! :-) .

Und ich liebe den Film, er ist wirklich sehr gut gemacht. Und natürlich sind Frösche nicht toller als er, aber seht selbst:




Vom Hauptdarsteller Matt Greenlaw fand ich leider kein Interview zum Video! 

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Film! :-) 

Freitag, 22. Juni 2012

Ein Hinweis auf ein wirklich gutes Interview mit mir!

Im Januar 2011 gab ich der Piratenpartei ein Interview, wo ich ausführlich erklären durfte, woran es in Deutschland mit der Barrierefreiheit für  Menschen mit Behinderungen, aber ganz speziell für gehörlose und schwerhörige Menschen hapert:

Ich denke, dass dieses Interview sehr aufschlußreich ist, weswegen ich es gerne noch mal verlinke:

http://www.piratenpartei-bw.de/2011/01/11/interview-mit-julia-probst-einaugenschmaus/

Ich hoffe, dass nach der EM mein Hauptanliegen nicht einfach wieder vergessen wird, denn es ist sehr wichtig, dass Barrierefreiheit vor dem Hintergrund des demographischen Wandels genauso zur einer Selbstverständlichkeit wird wie Inklusion.

Mein Traum ist es, dass wir zu einer Gesellschaft werden, wo es egal ist, ob man behindert ist oder nicht, da die Bedingungen für alle gleich sind - eben eine Gesellschaft, wo wir alle gemeinsam leben und arbeiten können!

Donnerstag, 21. Juni 2012

Nach der EM ist nach der EM!

Und dann brauche ich ganz sicher etwas Urlaub, weil mir doch die ganzen Interviews der Presse für die Medien der letzten Tage die Mailbox doch sehr geflutet haben. Morgen und nächste Woche kommt noch das Fernsehen zu mir - na schauen wir mal, wie das alles so wird.

Ich hole hier jedenfalls tief Luft für das Spiel morgen Abend gegen Griechenland und bin unseren Jungs nicht traurig, wenn wir hier überraschend verlieren sollten, denn niemand ist perfekt.

Und zur Entspannung überlege ich mir, wie mein Urlaub so aussehen sollte. Am liebsten würde ich mit dem Schiff nach New York fahren, dann ein paar Tage dort verbringen, dann ab nach Washington für ein paar Tage und dann rüber nach San Francisco. Und dann nach paar Tagen nach Hause fliegen. *träum*

Naja, schauen wir mal, was ich davon realisieren kann, wahrscheinlich wird's eher doch die abgespeckte Variante werden.

Und vielen Dank für die ganzen Zugriffe auf mein Blog, worüber ich mich jeden Tag wie Bolle freue! 


Mittwoch, 20. Juni 2012

Ein paar Schnipsel der vergangenen Jahre!

Ich blogge ja schon etwas länger und auch ältere Blogeinträge von mir sind immer wieder lesenswert, da ich dort sehr viele Fragen beantwortete, die im Zusamenhang mit Gehörlosen bzw. Gehörlosigkeit oft auftauchen und auch mit meiner Person zusammenhängen.

Aber als erstens begrüße ich es sehr, dass die Medien das Thema Gehörlose so ein bisschen entdeckt haben und darüber berichten wollen. Aber da gibt's ein paar Fettnäpfchen, die man unbedingt elegant umgehen sollte, wie man hier in den zwei Blogeinträgen nachlesen kann:

Ein wichtiger Hinweis an die Medienbranche  vom 07.Mai 2009

Schön zu lesen, dass.. vom 23. April 2011

Dann werde ich noch sehr häufig gefragt, wie ich eigentlich sprechen gelernt habe und hier ist der Eintrag dazu:

Wie hast du eigentlich sprechen gelernt? vom 01. August 2011

Dann gibt's hier noch das BEST-OF-Medley mit den Einträgen, die ich mal zusammen gestellt habe, unter anderem wird dort die Frage beantwortet, wie Politiker eigentlich in der Gebärdensprache heißen. :-)

BEST OF-Medley vom 07. Januar 2011

Hier in dem Stern-Video wird übrigens mein Hauptanliegen sehr genau erklärt:

Wir werden von Informationen ausgeschlossen

Und der Auftritt bei der Republica 2011 war der erste große Auftritt überhaupt von mir. Ab der 11:30 Minute sieht man mich. :-)

Blogger im Gespräch mit Philipp Banse

Achja, hier bei 140 Sekunden bin ich auch dabei:

Die Lippen der Liberos

Mhm, auf Youtube gibt's noch mehr Videomaterial mit mir:

http://www.youtube.com/user/EinAugenschmaus/videos

Ich glaub, das war es mal für das Erste und ich freue mich gleichzeitig, dass ich über die Hintertüre mit dem Lippenlesen gleichzeitig etwas Aufmerksamkeit auf die fehlende Barrierefreiheit für Gehörlose lenken kann.

Dienstag, 19. Juni 2012

Best of #Ableseservice

Der Spiegel hat ja einen richtig schönen Artikel über mich gebracht, den man hier findet:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/julia-probst-twittert-als-einaugenschmaus-zur-em-a-839557.html

Ich dachte mir, dass dieser Artikel ein guter Anlass ist, mal den ganzen #Ableseservice in einem Beitrag zu verlinken, der bei der WM2010 von mir angeboten wurde:

Ableseservice zu Deutschland vs. Ghana: 
http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/06/abgelesen-wahrend-deutschland-ghana.html

Ableseservice zu Deutschland vs. England:
http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/06/ableseservice-wahrend-deutschland.html

Ableseservice zu Deutschland vs. Argentinien:
http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/07/abgelesen-bei-leodicaprio-ableseservice.html

Ableseservice zu Deutschland vs. Urugay:
http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2010/07/ableseservice-beim-spiel-deutschland-vs.html

Auch gibt es unter dem Label "Ableseservice" noch das eine oder das andere dazu.

Wenn die EM vorbei ist, werde ich auch eine Zusammenfassung des Ableseservices online stellen.

Aber wie funktioniert das Lippenlesen eigentlich? Die Erklärung dazu findet sich hier: http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2009/05/lippenlesen-wie-funktioniert-das.html

Und wer sich mal selbst im Lippenlesen testen will, der kann sein Können bei diesem Spiel testen:

Lippenlesen-Spiel


Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre! :-)



Freitag, 1. Juni 2012

Ich liebe Barrierefreiheit

so sehr, dass ich es mir auf ein T-Shirt gepinselt habe und auf der Re:publica damit rumgelaufen bin und außerdem so auf meinem Panel gesessen bin..

Und die Aussage ist simpel: Ich liebe Barrierefreiheit und meine eindeutig die Barrierefreiheit, die für Menscen mit Behinderungen vorhanden sein sollte und damit für alle Menscen da ist. Nix mit Zweideutigkeiten.

                                                       Credits: Alle Rechte vorbehalten.

Filmkritik zu "Inklusion - Gemeinsam sind wir anders".

Ich habe ja schon im Vorfeld gesagt, dass ich Befürchtungen habe, dass der Film die Realität unter anderem verzerren wird, da die "behinderten" Rollen von Nichtbehinderten gespielt werden.

Blogbeitrag: Das Fernsehen und die Inklusion vom  22. Mai 2012 - Erklärender Blogbeitrag zur der Besetzung im Film "Inklusion - Gemeinsam sind wir anders."

Und so kam es, wie es kommen musste und zusätzlich hat der Film es noch geschafft an vielen Stellen Vorurteile erst recht aufzubauen anstatt abzubauen.

Und es freut  mich, dass der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung den Film jetzt auch scharf kritisiert hat, aber davon unten mehr.

Man erfuhr außerdem nicht so richtig, was die Hauptdarsteller eigentlich hatten, man ging dann nach einer Weile dann einfach davon aus, dass Paul eine leichte geistige Behinderung hat und Steffi eine Spastikerin ist aufgrund des gekrümmten Armes.

Filmfehler waren übrigens folgende Situationen:

1. Ein Klassenlehrer kann mit einer Schülerin keine pysiotherapeutische Arbeiten durchführen, auch kein Sportlehrer, denn dafür fehlt ihm einfach die Ausbildung dafür. Physiotherapeuten werden übrigens von der Krankenkasse bezahlt. Warum musste man im Film eine solche Unwahrheit erzählen?

2. Mitschülerin Marie lässt Paul über Stunden alleine in der Wohnung zurück, weil die Eltern nichts von der Freundschaft erfahren sollen und er "überlebt" das ganz ohne einen verwirrten und zornigen Eindruck zu machen. Vielleicht ist Pauls Charakter zu sanft, als dass er groß ausflippt und er hat sich gut im Griff.

3. Eine Lehrerin muss mit Steffi aufs Klo gehen. Dazu wären Integrationshelfer eigentlich da, aber im Film sind ja keine verfügbar. Da empfehl ich mal das Blog von "Jule Stinkesocke" die übrigens auch erzählt, wie sie trotz querschnittlähmung alleine aufs Klo gehen kann. http://jule-stinkesocke.blogspot.de/p/fragen-und-antworten_16.html Ich weiß nicht, ob und wie sehr das auf Spastiker zutrifft. Jule erzählt auch, dass sie manchmal eine Windel trägt. Nun ja, wenn da kein Integrationshelfer da ist, dann könnte ich mir halt auch vorstellen, das Steffi eine Windel trägt. Ich muss aber zugeben, dass ich mit Spastikern nicht so gut auskenne. Kennt jemand da ein schönes und gutes Blog?

(Zu dem Thema Integrationshelfer fällt mir eine Parallele ein: Aber in Deutschland gibt's ja auch Fälle, dass Eltern eines gehörlosen Kindes mit Sorgerechtsentzug gedroht wird, weil sie einen Integrationshelfer für den Regelkindergarten oder einen Gebärdensprachdolmetscher für die Regelschule angefordert haben. Der Vorschlag der Behörden war da:"Geben Sie doch dem Kind ein Cochlear Implantat, dann braucht es die angeforderten Sachen nicht." Quelle unter anderem dieser Blogeintrag von mir: Morgen haben die Eltern den Termin...)

4. Steffi, die ihrem Lehrer intim nachstellt, wird plötzlich zur Erfolgsgeschichte, während Paul, der als sehr sozial dargestellt wird, keine zweite Chance bekommt, weil er bei einer öffentlichen Vorführung versehentlic eine Mitschülerin verletzt. Im Verlauf des Filmes geht Paul auf Steffi los, was aber jeder verstehen kann, weil Steffi ihn ja provoziert hat. Aber warum versteht dann keiner, dass Paul Marie nur so sehr umarmt hat, weil er sich so gefreut hat und darum nicht sofort loslassen konnte? Das ist keine Gleichbehandlung, die da stattgefunden hat. Es war für mich auch unnachvollziehbar, warum der Lehrer Steffis Belästigungen ihr einfach durchgegangen lassen hat so nach dem Motto: "Die arme Kleine im Rollstuhl..."
Bei mir hat es diesen Beigeschmack hinterlassen, dass man Behinderten das einfach nachsehen müssen, wenn sie jemanden belästigen, weil: "Er/Sie ist doch behindert..". Nö, muss man nicht.

5. Was hatte eigentlich der Regelschulbesuch damit zu tun, dass Steffi bei der Aufführung plötzlich kurz stehen konnte? Null. Das war etwas für die Tränendrüse, was im wirklichen Leben nicht so stattfindet.

6. Ich finde, dass man aus der Geschichte von Pauls Mutter und ihrem neuen Freund dem Film eine schöne Note geben hätten können: Wie geht der neue Partner mit der Tatsache um, dass der Partner ein behindertes Kind hat und wie reagiert das behinderte Kind auf den neuen Partner des Elternteils? Das wäre etwas gewesen, was mir persönlich besser gefallen hätte als die Andeutung, dass die Frau des Lehrers das gemeinsame Kind abgetrieben hat, weil es behindert war.

7. Die schauspielerische Leistung der "behinderten" Nichtbehinderten Darsteller hat mich nicht überzeugt, einzig Max von der Groeben, der den Paul gespielt hat, hat mich an einigen Stellen etwas überzeugt, da er manches wirklich gut aufgegriffen hat.

Der Spiegel hat übrigens eine richtig gute Filmkritik dazu verfasst: Die harte Schule der Inklusion

Mein Fazit dazu: Der Film hat überhaupt nichts dazu beigetragen, dass Inklusion verstanden wird und die Barrieren in den Köpfen abgebaut werden.

Barrierefreiheit und Inklusion können nur dann erreicht werden, wenn eine realistische und echte Aufklärung stattfindet. Durch volle Aufklärung kann man auch eine Wahlfreiheit herstellen. Im Fall der Inklusion ist es so: Ja, sie kostet Geld, das streitet keiner ab. Der soziale Lernfaktor kann man aber nicht hoch genug bewerten. Wird Barrierefreiheit und Inklusion als selbstverständlich vorgelebt, weil Gesetze das unterstützen, dann werden wir als Gesellschaft irgendwann an den Punkt kommen und uns fragen: "Ja, warum haben wir das nicht schon viel früher so gemacht?" :-)

Und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe hat eine knallharte Kritik am Film verfasst, die einfach genau alles ins Schwarze trifft. Vielen Dank für diese knallharte Kritik und der zutreffenden Feststellung, dass der Film reihenweise Vorurteile und Klischee bedient hat, anstatt wirklich realistisch über Inklusion aufzuklären.

http://www.behindertenbeauftragter.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2012/PM21_ARDFilm_cm.html

Herr Hüppe hat sich übrigens mit der ARD-Intendantin Monika Piel in Verbindung gesetzt und um eine Erklärung gebeten, warum so ein verzerrter Film über die Inklusion im Fernsehen ausgestrahlt wurde, der seinem Informationsauftrag ganz und gar nicht gerecht wurde.

Hut ab, Herr Hüppe! Ich bin auf die Antwort  von Monika Piel gespannt, wie sie das denn darlegen will, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen erstens nicht ordentlich sauber rechechiert hat in bei so einem schwierigen Thema und es damit fertig kriegt, dass ein völlig falsches Bild von der Inklusion und von Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit entsteht.