Samstag, 30. April 2011

Lippenleser sind jetzt gefragt - nicht nur bei Adidas!

Schön ist ja, dass die Medien jetzt entdecken, dass Gehörlose etwas können, was alle Hörende kaum oder gar nicht beherrschen: Lippenlesen. Gehörlose können alles, außer Hören und ich werde nicht müde, diesen Satz zu wiederholen.

Nun stehen seit der könglichen Hochzeit die Lippenleser plötzlich bei den Medien hoch im Kurs und ich weiß nicht, wie ich das finden soll, wenn es um die Privatsphäre von Leuten geht, die sich ihr Leben nicht ausgesucht haben, sondern da reingeboren wurden, der angeheiratete Partner hat sich zwar dafür entschieden, aber im Gegensatz zu dem blaublütigen Partner von Geburt an hatten die wenigstens einen Teil ihres Lebens für sich.

Bei Fußballern und anderen Prominenten/Politikern seh ich es lockerer, da diese viel Zeit von ihrem Leben abseits des Scheinwerferlichtes verbringen können, ohne das gesteigertes mediales Interesse daran besteht, welche Intimitäten sie miteinander austauschen.

Wahrscheinlich empfindet jeder diese Grenze als individuell, für mich selbst ist die Grenze dort erreicht, denn ich hätte zwar auch bei der könglichen Hochzeit ablesen können, aber ich wollte nicht, sondern einfach normal zuschauen und mit meinen Mädels über das Kleid lästern. ;-)

Die Lippenleserin bei der könglichen Hochzeit von Kate&William war Tina Lannin, von Geburt an gehörlos und sie kann in mehren Sprachen ablesen: Arabisch, Spanisch, Deutsch, Japanisch, Englisch. Beeindruckend, nicht wahr?

Hier ist übrigens ihr Ableseservice zur Hochzeit: http://www.huffingtonpost.com/2011/04/29/royal-wedding-lip-reader_n_855782.html und hier findet man ihren Blog https://funnyoldlife.wordpress.com/about/ Einfach eine beeindruckende Person!

UPDATE: Habe eine Körpersprachanalyse gefunden von der könglichen Hochzeit: http://www.welt.de/vermischtes/specials/hochzeit-william-kate/article13303360/Was-die-Koerpersprache-des-Brautpaares-verraet.html

Für mich wäre es interessant, ob sie im Deutschen auch so schnell und gut klarkommt, denn Sprachforscher schätzen ja, dass nur 30% in der deutschen Sprache ablesbar sind von den Lippen, da es im Deutschen bei vielen Wörtern das Mundbild täuschend ähnlich ist. Der Rest sei Kombinationssache. Beispielhafte Wörter mit ähnlichem Mundbild: Mutter-Butter, Eisbär-Eisberg, Tisch-Fisch, Tomate-Dummheit.

Für mich aber ist das nicht so belegbar mit der niedrigen Prozentanzahl, denn ich kann ja bei günstigen Umständen sogar im Fernsehen ablesen und das hat mich zu Adidas gebracht. Seit April 2011 arbeite ich also bis Sommer als bezahlte Lippenleserin für Adidas und werde bei ausgewählten Fußballspielen deren Twitterkanal befüllen mit meinem Ableseservice: http://twitter.com/adidasfussball

Das nächste Spiel wird das Rückspiel von Schalke gegen Manchester United am 04. Mai sein!

Freitag, 29. April 2011

5 Sterne für sein Lippenlesen

Update vom 01.05.2011: Ich habe ja schon am 29.04. 2011 über Roberto E. Wirth, dem gehörlosen Hoteldirektor des Luxushotels "Hasslers" in Rom.

Leider habe ich auf dem Ipad aus Versehen den ganzen Blogeintrag gelöscht. *grr* Das kommt davon, wenn man sich mit der dämlichen Touchscreen-Technik nicht auskennt und bloss mal nur den Artikel über Roberto aktualisieren will anstatt zu löschen...

Also, muss ich jetzt den Artikel aus dem Kopf wiederherstellen. (Eins der vielen Gründen, warum ich mich wohl nie in diesem Leben mit der Touchscreen-Technik anfreunden werde, weil man da so schnell mit einem Wisch alles löschen kann.)

Blogeintrag vom 29.04.2011:
Der Italiener Roberto E. Wirth ist von Geburt an gehörlos und führt trotzdem eins der Luxushotels in Rom, was sehr  ungewöhnlich ist für einen Gehörlosen, auch war sich sein Vater sich nicht sicher, ob sein gehörloser Sohn das Luxushotel "Hasslers" in Rom führen könnte.

Doch Roberto hat sich nie von seinem Weg abbringen lassen und führt den Familienbetrieb bereits in 5. Generation. Ohne das barrierefreie Studium in den USA wäre ihm aber diese Erfolgsgeschichte verwehrt geblieben und hätte am 25. Juni 2008 nie sein 25 jähriges Jubiläum als Hotelmanager feiern können:
http://www.eturbonews.de/1068/roberto-e-wirth-feiert-25-jaehriges-jubilaeum

Zu seinen Gästen zählen hochrangige Gäste, darunter Stars wie Audrey Hepburn und Prinzessin Diana. Zu Diana gibt es eine lustige Story: Er las in der Zeitung, dass sie in Rom abgestiegen wäre und wollte wissen, welches Hotel diese Ehre hätte, sie zu beherbergen und blätterte im Melderegister des Hotels nach den ausgefallensten Namen ab, weil ja Prominente diese Eigenart haben, um sich vor den Paparazzi zu schützen. Und dann sah er einfach nur ganz schlicht den Namen "Diana" da stehen und es stellte sich heraus, dass sie es tatsächlich war. :-D

Tom Cruise sagte übrigens über seinen Aufenthalt im Hasslers, dass er sich immer so wohl fühlen würde in Roberts Nähe. ;-)

Roberto liest Deutsch, Englisch und etwas Deutsch von den Lippen ab, außerdem beherrscht er daneben noch die italienische und die amerikanische Gebärdensprache.

Es ist eine Wahnsinnsleistung, wenn man als Gehörloser in mehren Sprachen ablesen kann, da die Mundbilder sich ja von Sprache zu Sprache sehr unterscheiden können. Von mir kriegt er auf jeden Fall 5 Sterne für sein Lippenlesen! :-)

Jedenfalls gibt es viele schöne Artikel über Roberto:

http://www.welt.de/welt_print/article2555646/Tom-Cruise-fuehlt-sich-in-meiner-Naehe-so-entspannt.html
vom 10.08.2008

Dann der Bericht in der Zeit aus dem Jahr 2001, wo im Artikel LEIDER der Begriff "taubstumm" verwendet wird, was wirklich ein absolutes NO-GO ist:
http://www.zeit.de/2001/10/Die_Kunst_Wuensche_von_den_Lippen_zu_lesen

Und nun der neueste Artikel über Roberto, weshalb ich den Blogeintrag aktualisieren wollte und leider gelöscht habe:

http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/hotelier-handicap-hepburn-516128/index.do

Samstag, 23. April 2011

Schön zu lesen, das...

sämtliche Blogeinträge über mich positiv sind und erstens nur 2 x das negativ besetzte Wort "Taubstumm" in den Berichten auftauchte.

Auch haben sich Journalisten bei mir gemeldet und sich für die gute Erklärung bedankt in diesem Blogeintrag: "Ein wichtiger Hinweis für Medienschaffende" bedankt, warum das Wort "taubstumm" auf der Blackliste eines jeden Journalisten stehen sollte.

Darüber freue ich mich sehr, denn die Medien haben ja die wichtige Aufgabe, dass sie Wörter korrekt verwenden und durch ihren Verbreitungsmechanismus neue Wörter in die Welt tragen, die die alte Bezeichnungen verdrängen werden, sei es aus dem Grund, weil es ein besseres Wort dafür gibt oder weil sich die Sache sich weiterentwickelt hat.

Bei den englischen Anglizismen seh ich die Sache so, dass man die dann nur verwenden sollte, wenn es nicht schon ein gutes deutsches Wort in der deutschen Sprache für die Sache gibt.

Und die vielen Berichte über meinen Auftritt bei der Re:publica sind auch schön zu lesen, was natürlich bedeutet, dass ich mich selbst ergoogelt habe, was ungefähr so ist, als würde man eine Statusmeldung von sich bei Facebook selbst liken. ;-)

Meine Lieblingstante hing übrigens daheim heulend vor dem PC-Monitor, weil ich soo unglaublich cool war und die Dolmetscherin fand sie sowieso superklasse, vor allem das: "Die Dolmetscherin ist eigentlich gar nicht da."

Ich selbst bin am meisten gespannt auf das Video von meinem Auftritt und ich hoffe sehr, dass der Osterhase uns allen noch dieses Osterei ins Nest legt, damit ich hier endlich verlinken kann: "Das war mein Auftritt." und endlich mitreden kann, was daran so toll war. ;-)

P.S. Im Juni werde ich noch einen Auftritt haben! Die News dazu erfährt ihr natürlich hier aus allererester Hand! :-)

P.P.S: Auf Flickr findet man noch mehr Bilder von meinem Auftritt: Blogger im Gespräch bei der Republica 2011

Freitag, 22. April 2011

Bankberatung für Gehörlose in Gebärdensprache

Die Verlinkung zu Robert Davis, dem gehörlosen Bankberater der Düsseldorfer Commerzbank ist ja bisschen untergegangen in dem Artikel zu "In Aller Freundschaft", daher geh ich noch mal genauer auf seine Aussagen im Interview ein.

Interview mit einem gehörlosen Bankberater und hier das Video von Davis an seinem Arbeitsplatz Nur schade, dass das Video ohne Untertitel ist, damit auch Gehörlose mitbekommen, was Robert Davis so alles über seine Arbeit sagt und eigentlich ist es schon ironisch, dass DerWESTEN im Artikel gleich in der ersten Zeile darauf hinweist, dass der 27. September der Tag der Gehörlosen ist und in der Schlusszeile darauf hinweist, dass der Tag die normalen Menschen darauf aufmerksam machen soll, mit welchen Schwierigkeiten Gehörlose im Alltag zu kämpfen haben - das steht dann schon in krassem Widerspruch zu einem nicht barrierefreien Video über Gehörlose, auch wenn meistens die Gebärdensprache zu sehen ist.

Auch gefällt es mir nicht, dass im Interview der TAZ mit Robert Davis die Rede ist von "Gehörlosendolmetscher", denn das ist schlicht und einfach falsch. Die Sprache der Gehörlosen ist die Gebärdensprache und folgerichtig heißt dann der Dolmetscher für uns auch Gebärdensprachdolmetscher!

Die Kreativität der Gebärdensprache wird in dem Artikel auch sehr schön erklärt, wie neue Wörter entstehen, denn wie in jeder Sprache auch ist die Gebärdensprache niemals eine starre und fixe Sprache, sondern sie bereichert sich immer wieder um neue Wörter, die dann z.B. von Gebärdensprachdolmetschern und auch durch die Buschtrommel der Gehörlosen weitergetragen wird in alle Ecken der Gehörlosenwelt.

Davis berichtet im Bericht sehr eindringlich davon, wie es ist, wenn man eigentlich als Normalhörender durch das Leben geht und dann sein Gehör verliert und in Gefahr läuft berufsuntauglich zu werden, aber dank seinem Chef der offen war für neue Ideen, kann er weiter in seinem gelernten Bereich arbeiten und dazu noch anderen Gehörlosen helfen!

Versorgt ist er zwar mit einem Cochlear Implantat, welches medial zwar sehr gehypt wird als "Hörendmachend-Dingens", aber das ist es nicht. Nicht in allen Fällen. Man sollte das Cochlear Implantat einfach als das ansehen, was es ist: Als eine Prothese, die den Menschen individuell dabei hilft, ihr eigenes Hörvermögen zu finden, womit man zurecht kommt. Manche werden damit sehr gute Erfolge erzielen, manche nicht. Sind sie deshalb implantierte Versager? Nein! Davon sollte die CI-Industrie abrücken und auch das Denken der Gesellschaft - so individuell wie die Menschen alle sind, so individuell ist auch die Hörfähigkeit der versorgten Gehörlosen mit einem Cochlear Implantat. Der Punkt ist: Wir müssen als eine Gesellschaft an den Punkt kommen, wo wir uns fragen: "Wir haben diese Menschen hier, die besondere Bedürfnisse und besondere Fähigkeiten haben, was können wir tun, damit sie mit uns in unserer Mitte leben können, ohne dass wir einseitig verlangen, dass sie sich an uns anpassen? Auch wir müssen ihnen entgegen kommen."

Der Chef von Davis hat so gedacht und damit Davis die Möglichkeit gegeben, selbstständig direkt auf dem ersten Arbeitsmark zu leben und eine Signalwirkung zu sein - die Berichte über Davis sind ja auch für die Commerzbank eine sehr gute Werbung.

Davis sagt von sich, dass er mit dem Cochlear Implantat einen riesigen Input an Informationen erhält, die er bzw. sein Gehirn nicht richtig zuordnen kann, obwohl in seinem Gehirn eigentlich noch die Hörinformationen eingespeichert sein müssten, da er spätertaubt ist. Vermutlich weigert sich sein Gehirn, diese künstlichen Informationen anerzukennen, aber das ist echt individuell - andere spätertaubte mit dem Cochlear Implantat sagte, dass es eine gewisse Zeit brauchte, bis sich das Hören wieder natürlich anfühlte. Das ist also wieder mal der Beweis dafür, dass man nicht pauschal sagen kann, dass man damit normalhörend wird.

Das Leben als gehörloser Mensch kann sehr einsam sein, was Davis auch bestätigt und er sagt auch, dass die Akzeptanz Gehörloser in der deutschen Gesellschaft nicht gerade hoch ist, denn es ist ja so, dass man oft zu laut redet in der Gesellschaft oder eben nicht "schön" genug, worauf es dann leider befremdliche Blicke und Beschwerden gibt über die lauten Gehörlosen. Aber sie können mehrheitlich einfach nichts dafür - wenn man nicht hören kann, dann kann man seine Stimme und die Lautstärke derer auch nicht kontrollieren.

Passiert mir auch und ist mir auch passiert während dem Auftritt auf der Republica, einige haben mich gefragt, ob ich nicht die Laute abstellen könne, die ich ab und zu gemacht habe - schade, dass man da nicht weiter genug nachgedacht hat, dass es schon mutig war von mir, auf die Bühne zu gehen und zu zeigen, dass Gehörlose bei weitem nicht stumm sind wie es so oft heißt.

Und es ist immer wieder auch für mich erschreckend, wenn ich von einigen gehörlosen Freunden gebeten werde, für sie zu dolmetschen, z.b. habe ich in Berlin für eine Gehörlose einen Caramel Macchiato bestellt oder vor einiger Zeit für eine Freundin geholfen, dass ihr Kleid umgetauscht werden konnte, weil der Reißverschluss kaputt gegangen ist nach 1 x anziehen, was ich natürlich gerne mache. Es ist aber auch ein Zeichen für mich, dass gerade diese Gehörlose auch so frustiert sind, dass sie sowenig wie möglich Kontakt zu "normalen" Gesellschaft suchen, weil sie eben oft genug ausgelacht, blöd angeschaut oder einfach Mißverständnisse erlebt haben, die dann natürlich nicht so einfach aufzuklären waren.

Um es mit den Worten von Martin Luther King zu sagen: Ich habe den Traum, dass Gehörlose in Deutschland eines Tages wie in den Staaten und in England in der Gesellschaft ein normaler Anblick sind und nicht als "hördezifitäre" Menschen angesehen werden, sondern einfach als nur "kommunikationsbehindert" in dem Sinne von "Gehörlose können alles. Außer Hören."

Frohe Ostern wünsche ich übrigens allen Lesern! :-)

Donnerstag, 21. April 2011

"In aller Freundschaft" die Pistole auf der Brust

Am Montagmorgen hatte ich die Gelegenheit die Wiederholung der Folge "Trügerischer Friede" anzuschauen und mir gefiel die ganze Story von Anfang bis Ende überhaupt nicht, weil sie ein total verzerrtes Bild bis auf ein paar wahre Krumen von der Welt der Gehörlosen wiedergibt zur besten Sendezeit.

Ich weiß gar nicht, wo ich eigentlich anfangen soll, weil die ganze Folge ein Haufen Schwachfug ist, und bestürzenderweise legt die Filmproduktionsfirma SAXONY MEDIA ein völllig realitätsfremdes Verhalten an den Tag mit ihren Begründungen, warum sie die Folge in der Gesamtheit mit Storybuch, Besatzung und Fakten völlig in Ordnung finden.

Die Darstellerin Johanna Ingelfinger, die die 14jährige Lilly Brückner dargestellt hat, nehme ich komplett aus der Schußlinie denn sie hat sich getraut im www.taubenschlag.de sich der wütenden Meute zu stellen und erklären, was eigentlich am Set passiert ist:
Fakt 1: Johannas Bruder ist hochgradig schwerhörig und trägt Hörgeräte - die Filmfirma Saxony Media beharrte aber im Antwortschreiben darauf, dass Johannas Bruder gehörlos ist und in Deutscher Gebärdensprache kommuniziert wird. Ich denke aber, dass vermutlich eher in LBG kommuniziert wird bei den Ingelfingers.

Und jetzt denkt ihr alle wohl so: "Hä? Deutsche Gebärdensprache? LBG? Was zum Teufel?"
Exkurs: Die Deutsche Gebärdensprache, kurz DGS, ist eine vollwertige und anerkannte Sprache, die ihre eigene Grammatik und Syntax hat. Funktionieren tut sie ihren eigenen Gesetzen, also im Zusammenspiel mit Mimik und im dreidimensionalen Raum.
Lautsprachlich begleitende Gebärden, kurz LBG, ist auch Gebärdensprache, aber sie folgt dem Satzbau der deutschen Sprache, also der Lautsprache, weshalb sie auch so heißt. Alles klar?

Gut, dann gehen wir einen Schritt weiter: Es ist also etwas völlig anders, ob man in DGS oder LBG spricht als Gehörloser, aber das werde ich in einem gesonderten Blogpost an meiner eigenen Person selbst erklären!

Johanna hat erzählt, dass man ihr am Set sagte, sie solle so gebärden, dass alle sie verstehen, was sie meint, womit schon mal eine ungeheure Verzerrung auftritt, denn die Gebärdensprache ist ja nicht immer auf Anhieb nachvollziehbar für Hörende. Auf der Re:publica habe ich einem kleinen Publikum die Gebärden für die Länder gezeigt und das Fazit war: "Bei der Auflösung sagt man sich: "MENSCH, das war doch total offensichtlich!!"

Nun, mich hat es geärgert, dass suggestiert worden ist, dass Gehörlose so perfekt von den Lippen ablesen können, so wie es Lilly tat in der Folge - aber vielleicht bin ich auch daran schuld? Vielleicht las auch ein Drehbuchautor von meinem Ableseservice oder wie auch immer und dachte sich: "Gehörlose können so perfekt ablesen!"

Das stimmt nicht und trifft längst nicht auf alle Gehörlose zu, dass es so ist. Ich betone hier an dieser Stelle noch mal: Ich habe Glück, dass ich es auf diesem hohen Level kann, aber das liegt auch daran, dass ich zu 95% in der hörenden Welt lebe und mich auch dort zu Hause fühle, da geht das nicht anders, dass man ziemlich gut darin wird, denn Lippenlesen ist nichts anders als das visuelle Erkennen von gesprochenen Informationen über die Lippenbewegungen des Sprechers, aber auch beim Ableseservice sage ich ganz offen: "Ich kann nicht alles ablesen, denn das wäre Hexerei!"

An sich klingt das Lippenlesen supereinfach und das ist es auch für Gehörlose, wenn man einige Bindungen beachtet, die ich hier schon mal beschreiben habe: Kommunikationsregeln für ein Gepräch mit Gehörlosen

Aber dann kommen wir mal zu den Tücken: Jetzt kommen wir zu den Tücken. Deutsche Sprachforscher haben herausgefunden, dass nur etwa 15% der deutschen Sprache ablesbar sind für Lippenleser, was daran liegt, dass im Deutschen vielfach lautsprachlich ähnliche Wörter existieren, die aber eine unterschiedliche Bedeutung haben.
Man denke nur mal an: "Butter-Mutter", "Tisch-Fisch.", "Greifen-Reifen.", "Achtzig - hat sich" und noch so einige andere Wörter.

Sprachforscher schätzen deshalb, dass geübte Lippenleser daher etwa nur 30% von den Lippen ablesen können, was ich aber nicht so bestätigen kann aufgrund der Tatsache, dass Laborbedingungen nicht vergleichbar sind mit den tausend verschiedenen Faktoren im wahren Leben.

Ich kenne sehr viele Gehörlose, die auch sehr gut Lippenlesen können, aber was heißt in dem Fall gut lippenlesen? Ab wann sind Informationen wirklich informativ, bzw. wieviel Prozent von einer Information muss man mitbekommen haben, damit sie wirklich informativ ist, ohne dass allzuviel von der Information verloren geht?

Es kommt beim Lippenlesen auf sehr viele Faktoren an, um auch als oder gerade als Gehörloser/Schwerhöriger Mensch gut darin zu sein.

1. Verhältnis zum Gegenüber: Wie gut kennt man sich und dessen Mundbild?
2. Lichtverhältnisse
3. Situation: Einzeltrefffen oder größere Anzahl von Personen?
4. Handelt es sich um einen Vortrag oder ähnliches?
5. Wie "wach" ist man gerade?
7. Wortschatz/Allgemeinwissen der lippenlesenden Person (gerade dieser Faktor ist einer der wichtigsten, wenn nicht der allerwichtigste neben der Verhältnisfrage!)
6. Es gibt noch einige andere Faktoren, die man ins Feld führen könnte, aber die 5 reichen vorerst mal aus.

Wenn man dann weiß, wie schlecht die Bildung mancher Gehörlosen ist durch die verpfuschte Bildungspolitik, worüber ich hier schon mal im Interview berichtet habe: Gehörlose werden systematisch von politischer Bildung ausgeschlossen, dann braucht man sich auch nicht zu wundern, warum sowenige Gehörlose auf dieses Level von mir kommen.

Gut, dann weiter zu "In aller Freundschaft", in der Folge ging es darum, dass die von Geburt an gehörlose Lilly ein Cochlear Implantat bekommen soll, weil ihr Vater sich davon ein bessere Chancen in der Gesellschaft erhofft für seine Tochter. Gut, das tun alle Eltern, dieser Wunsch ist normal für alle.

Aber wenn man weiß: "In aller Freundschaft" wird seit der Stunde null für Gehörlose untertitelt auf ARD, auch ist es bei dar ARD und Saxony Media bekannt, wie beliebt die Serie bei Gehörlosen deswegen ist. Vor einigen Jahren gab es schon mal eine gehörlose Patientenstory, wo dann das gesamte Arztpersonal sich überlegt hat, wie man die Kommunikation in einem solchen Fall verbessern kann und die Story war aber etwas fad - es ging um den Interessenkonflikt zwischen der gehörlosen Patientin und ihrer besten Freundin, einer Gebärdensprachdolmetscherin wegen einem Mann!

Gut, die Untertitel sind als da für Gehörlose und dann wird denen ganz unverholen die Pistole auf die Brust gesetzt: "Guck mal, wir sind für das Cochlear Implantat und Lilly ist ja auch schon 14, es ist nicht nur für gehörlose Kinder, sondern auch etwas für ältere Gehörlose!"

Das empfinde ich als den eigentlichen Skandal und es ist auch einer, wenn man weiß, dass "In aller Freundschaft" bereits mal wegen Schleichwerbung aufgefallen ist, wie Stefan Niggemeier berichtet hat: Wie die ARD Schleichwerbung recylet mit "In aller Freundschaft", dann beschleicht einen einfach das ungute Gefühl, dass eine der vielen CI-Firmen auf dem Markt mit der ARD einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, um dann überaus einseitig über Gehörlose zu berichten mit einer absolut positiven Tendenz zum Cochlear Implantat.

Und dank dieser Folge werden sich auch viele Gehörlose die Frage von unwissenden Hörenden fragen lassen müssen: "Warum hast du kein Cochlear Implantat? Damit könntest du wieder hören."

Nun, was man nicht kennt von Geburt an, das vermissen viele Gehörlose einfach nicht, warum sollten sie also? Was den Gehörlosen allerdings schon immer Sorgen bereitet, ist der Druck auf sie, wenn sie sich selbst oder ihr Kind nicht mit einem Cochlear Implantat versorgen lassen, denn durch ihre eigenen Erfahrungen wissen sie ja, wie schlecht die Bildungspolitik für Gehörlose ist.

Warum wird also nicht die Bildungspolitik für Gehörlose erheblich verbessert und so den Eltern eines gehörlosen Kinides, egal ob diese hörend oder gehörlos sind, eine echte Wahlfreiheit angeboten:"Auch wenn ihr Kind nicht implantiert wird, es hat trotzdem die besten Aussichten auf eine gute Bildung." Und selbst wenn das Kind implantiert wird, so bedeutet es nicht automatisch, dass das Kind normalhörend wird, denn nur ganz wenige Kinder kommen auf ein normalhörendes Level und damit auf eine Regelschule.

Und selbst, wenn man ertaubt ist und sich mit einem Cochlear Implantat versorgen ist, ist das nicht immer eine Garantie dafür, dass man wieder zu seinem alten Hörvermögen zurückfindet, obwohl es eigentlich die beste Grundlage im Normalfall dafür ist:

Der gehörlose Bankberater Robert Davis über die Kreativität der Gebärdensprache und seine Hörfähigkeit mit dem Cochlear Implantat und die Einsamkeit als gehörloser Mensch in Deutschland aufgrund der schlechten Inklusion und Integration - Robert Davis hat trotz dem früheren Gehör keinen großen Erfolg durch die Versorgung. Hier ein Video von Robert Davis an seinem Arbeitsplatz in der Düsseldorfer Commerzbank

Aber sehr lustig und auch realitätsfremd, ist die Begründung der Filmfirma, warum man keine gehörlose Schauspielerin an das Set geholt hat, an einem Filmset müsse es schnell gehen und ein Dolmetscher wäre auch keine große Hilfe, außerdem würde man gar nicht verstehen, was das Problem sein soll, da Johanna doch ihre Rolle gut gespielt hat?!

Die haben wohl noch nie von der Amerikanerin Marlee Matlin gehört, der jüngsten und einzigen gehörlosen Golden-Globe und Oscargewinnerin für "Gottes vergessene Kinder." In Amerika wird Marlee gern und oft gebucht für viele Serienrollen, welche sie überzeugend und erfolgreich darstellte.

Oder eben die Französin Emanuelle Laborit, die die Mutter von Lara in "Jenseits der Stille" spielte, dann wäre noch der Vater von Lara, der vom ebenfalls gehörlosen amerikanischen Schauspieler Howie Seago gespielt wurde.

Es gibt gehörlose Schauspieler, sie sind da und erfolgreich in ihrem Metier. Auch in Deutschland gibt es welche, nur entdeckt das Fernsehen sie nicht, weil sie es einfach nicht wollen aus lauter Bequemlichkeit.

Übrigens: Wer gehörlose Schauspieler in Action erleben will, kann das am 30.April um 15 Uhr in Esslingen tun - gesprochen wird in Gebärdensprache und für die hörenden Zuschauer gibt es einen Dolmetscher! :-) Gespielt wird das Theaterstück "Bluthochzeit."

Mir hat eine gehörlose Freundin gesagt: "Also, mir wäre es lieber gewesen, wenn du die Rolle in "In aller Freundschaft" gespielt hättest, denn du wärtest echter gewesen, obwohl du ja nicht perfekt Gebärdensprache kannst, aber du wärtest einfach überzeugender gewesen."

Mein Traum ist es ja, in einem Tatort mitspielen zu dürfen, am liebsten in einem Hamburger, Münsteraner oder Stuttgarter Tatort - da würd ich gerne eine gehörlose Lippenleserin spielen, die dann von den Kriminellen gejagt wird, weil sie zuviel gesehen hat. *hihi*

Wie gesagt - die Filmfirma Saxony Media und die ARD haben hier ganz schön großen Mist gebaut und so viel Unwahres erzählt. Das Fernsehen sollte seinem Bildungsauftrag nachkommen und tut es einfach nicht, wenn es um Gehörlose geht, egal ob es um Untertitel oder einen vernüftigen Beitrag geht.

Die Mediathek der ARD ist übrigens bisher ohne Untertitel, da hast du als gehörloser Tatort-Fan einfach schlicht und einfach Pech gehabt, wenn du eien Folge verpasst hast und bei anderen Filmen sowieso auch.

Wann wird das deutsche Fernsehen endlich komplett barrierefrei sein - auch vom Denken über Gehörlose und für Gehörlose?

Auch der Taubenschlag berichtet über diese Folge von "In aller Freundschaft: Trügerische Taube

Mittwoch, 20. April 2011

Das verpasste Higlight der Republica 2011

war für mich ja der geniale Gunter Duck (@wilddueck)!

Zu dem Zeitpunkt, als er also seinen Vortrag hielt, saß ich beim Thailänder und futterte mir Treibstoff an für meinen Auftritt um 16 Uhr, denn komischerweise feuern meine Synapsen immer am besten, wenn ich davor Thaifood gegessen habe und daraus resultieren auch immer meine besten Blogeinträge.

Außerdem half es gegen die Aufregung, etwas vertrautes auf der Zunge zu schmecken und so zu tun, als wäre man gar nicht in Berlin und würde zuhause am Küchentisch essen und Hundebaby zu den Füßen liegen haben.

Bei meinem Auftritt habe ich klar gemacht, wie wenig das Internet generell auf einer Seite nicht barrierefrei ist für Gehörlose, weil eben die Untertitel nicht zur Verfügung stehen.

Und jetzt haben ganz liebe Follower von mir sich daran gesetzt, den 48minütigen Auftritt von Gunter Dueck zu untertiteln! :-) Vielen lieben Dank für die Erstellung der Untertitel - ihr seid das Internet und die Magie dafür, dass viele Köche nicht zwangsläufig einen Brei verderben müssen!

Auftritt von Gunter Dueck mit "Das Internet als Gesellschaftsbetriebsystem" mit Untertitel!

Jedenfalls ist Universalssubtitles.org eine verdammt geile Sache und ich würde mich freuen, wenn noch mehr Leute auf den Zug aufspringen und ihr persönliches Highlight an Interviews, Wissenssammlungen usw. mit Untertiteln versehen! :-)

Den Gunter Dueck würde ich übrigens gerne mal interviewen, sein Vortrag hat mich ungeheuer geflasht und ich glaube, wenn er mein Mathelehrer gewesen wäre, dann hätte er den gordischen Knoten der Mathematik in meinem Hirn knacken können, so sehr stehe ich mit der Mathematik in einigen Bereichen auf dem Kriegsfuß z.b. bei binomischen Formeln. Aber dagegen habe ich Geometrie und Physik geliebt, was meine Lehrer regelmässig zur Verzweiflung brachte:"Wie kannst du in Physik eine 2 haben und in Mathe eine 4-5?" Meine Antwort war immer:"Es ist haptisch und nachvollziehbar, ich kann es mit meinen Augen sehen, was da passiert. Aber sobald es um höhere Mathematik geht, seh ich nichts mehr."

Montag, 18. April 2011

Über den ersten gehörlosen Professor Deutschlands

habe ich schon mal im April 2009 berichtet, da war ich viel schneller als die WELT, die heute einen Bericht brachte über ihn:

Mit den Händen reden und übersetzen

Der Bericht ist toll, weil er auch erklärt, welche babylonische Sprachverwirrung in der Gebärdensprache weltweit herrschen kann, aber dennoch gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. Ein bisschen wird auch erklärt, warum ein solcher Studiengang wichtig ist.

Rathmann wird in dem Bericht sehr gut beschrieben, er ist wirklich eine wichtige Figur in der Gehörlosenwelt.

Und hier geht es zu meinen gesammelten Blogeinträgen über Christian Rathmann:

April 2009: Ein Interview mit dem ersten deutschen gehörlosen Professor Deutschlands

August 2009: Politische Gebärdensprachvideos der Parteien mit Dr. Rathmann und meine Kritik daran.

Rathmann argumentiert für 100% Untertitel im dt. Fernsehen


September 2009: Die Politik hat die Gehörlosen als mündige Wählerklientel entdeckt!

Dezember 2009: Enormer Arbeitsaufwand des Bundesministerium für Arbeit und Soziales und wo bleibt der Nutzen?

Brian Melican von "Lost in Deutschland" interviewt Dr. Rathmann

Oktober 2010: RTL berichtet über Gehörlose im Job

Gebärdensprachdolmetschereinblendung im dt. Fernsehen

November 2010: Video über den Kongress der UN-Behindertenkonvention mit Untertitel und Gebärdensprachdolmetschereinblendung

"Das neue Selbstbewußtsein der Gehörlosen" im 3sat Kulturzeit

Meine persönlichen Highlights der re:publica

Ein kleines schnelles Fazit, bevor ich zu der Auflistung in Schrift und Bild rübergehe, was mir verdammt gut gefiel bei der re:publica:

Jedesmal, wenn ich in Berlin bin, fehlt mir vor allem eins: Schlaf. Davon mal abgesehen, bringt mir die Hauptstadt jedes Mal Glück und darum heißt es bei mir immer wieder: Berlin, ich ♥ dich!

Ein warmes Gefühl in meinem Bauch ist immer noch da, was an den vielen nun endlich realen Gesichtern aus meiner Timeline bei Twitter liegt und an den vielen Lobesbekundungen für meinen Auftritt, die mich nach ein paar Tage Abstand immer noch überwältigen beim Lesen.

Besonders grinsen musste ich bei den vielen Statements, dass ich so locker gewesen seie, denn das war ich am Anfang nämlich echt nicht, auch wenn es so rüberkam. Mir blieb auf dem Weg zum Stuhl die Spucke weg, als ich aus dem Augenwinkel realisierte, wie gut der Saal besucht ist und mußte mir daher erst mal Wasser in die knochentrockene Kehle nachschütten.

Beim Hinsetzen fiel mir glücklicherweise gerade noch rechtzeitig ein, dass ich mich nicht auf meine übliche "männliche" Art auf den Stuhl setzen kann, wie ich es sonst immer tue, worauf meine Freunde beim Anschauen des Livestreams natürlich fett grinsen mussten, weil ich die Beine sehr weiblich übereinander schlug.

Und dann war eine gehörlose Freundin von mir so neugierig und musste auf ihre freche Art herausfinden, ob ich mein Blackberry dabei hatte, so dass sie mich einfach angepingt hat, worauf meine Hinterntasche plötzlich zu vibieren anfing und ich fast vor lauter Schreck vom Stuhl flog.

Aber das habe ich alles irgendwie meistern können und mein Ding durchziehen können, auch wenn ich gegen Ende einen fiesen Blackout hatte, da ich mich schon komplett heruntergebootet hatte und gedanklich schon einen Schritt viel weiter war und plötzlich die Frage aus dem Publikum, wie man Twitter gebärdet, hat mich echt völlig aus dem Konzept gebracht, da ich mich nicht so schnell wieder kalt aus dem Stand hochfahren konnte, weil ich so erleichtert war, dass das Publikum auch die Barrierefreiheit genauso interessant fand wie die Details um den Ableseservice und die Gebärdennamen der Politiker. Tut mir leid für den Fragesteller, dass ich den Blackout hatte, aber meine Dolmetscherin hat das ja gut gelöst!

Jede Begegnung, jede Unterhaltung dort war für mich eine Erfahrung, ein Erlebnis zum Mitnehmen, am meisten aber musste ich lachen, als der Gründner Peter Sunde von Flattr auf seinem Panel sich die Schuhe auszog und meinte: "Okay, jetzt bin ich wach." So stand er also barfuß und sehr lässig vor seinem Publikum und hielt es durch seine Raumbeherrschung wach, indem er nicht an einer Stelle kleben blieb und auch andere zu Wort kommen liess, so zum Beispiel diesen versoffenen vollbärtigen Typ aus dem Video, der mit sehr vielen "Ähs" erklärte, weshlab Flattr toll ist. Ich meinte zu @stefanwild: "Der vollbärtige Typ erinnert mich vom Verhalten her an einen versoffenen Hinterwäldler-Amerikaner, aber die blassen Augen und das Gesicht sind eindeutig nordisch - ich schätze, dass der Typ aus Schweden kommt." Und er war leicht baff und meinte: "Ja, der schwedische Akzent war nicht zu überhören."

Daniel Domscheit-Borg (Openleaks) war auch sehr gut, aber ich war schnell davon gelangweilt, dass er wie festgewachsen an einem Fleck kleben blieb und nicht die große Bühne nützte für einen kleinen Ausflug, er hatte wirklich was zu erzählen, aber wenn jemand an einer Stelle kleben bleibt und nicht viel Action passiert, dann sinkt die Aufmerksamheit beim Zuhören einfach.

Das ist auch etwas, was ich an Richard Gutjahr mag, wenn er auftritt vor der Kamera, er kann aus einer einzigen Bewegung sehr viel Raum rausholen und das Publikum in seinen Bann ziehen: "Was holt er jetzt hervor?" Für mich ist das zu einem Markenzeichen von ihm geworden und persönlich ist er sehr nett und außerdem bin ich ihm sehr dankbar, dass er ein solch tolles Zugpferd war, denn wegen ihm war der Saal so gut gefüllt. :-) Danke, Richard!

Leider habe ich Dueck mit seinem Vortrag: "Das Internet als Gesellschaftsbetrieb" verpasst, es muss ein echtes Highlight gwesen sein, aber um diese Zeit war ich beim Essen, da ich noch Treibstoff für meinen Auftritt um 16 Uhr brauchte. :-( Habe echt nur gutes darüber gehört!

Aber was für mich völlig überraschend kam, war die Begegnung mit @SaschaLobo, denn darauf war ich echt nicht gefasst als ich aus der Kalkscheune trat, stand er nämlich total überraschend vor mir, obwohl man meinen müsste, dass man den Lobo von weitem sieht, was man ja eigentlich tut, aber das ist eben nicht der Fall, wenn man grad aus der Türe geht und sich zwischen Tür und Angel begegnet.

Da stehst du also vor @saschalobo und hast dich vor einiger Zeit darüber gefreut, das ER dir folgt auf Twitter und plötzlich ist er real und ergreift deine Hand und sagt: "Total super, dein Auftritt! Und der Ableseservice zur WM war total klasse, den hab ich mitverfolgt!" Und ich realisierte im gleichen Augenblick sehr entzückt: "Mensch, der Lobo hat ja ein total gutes Mundbild, er sollte darauf achten, dass das nicht verloren geht wie bei einigen Promis, die auf einmal total nuscheln."

Nun, dann packte mich der Mut und ich fragte: "Sascha, darf ich ein Foto mit dir haben?" Er: "Ja klar!" Ich fischte nach meiner Kamera in meiner Tasche und dann fiel mir siedendheiß ein, dass ich in meiner Winterjacke total doof aussehe und sagte: "Moment, ich muss mir meine Jacke auziehen!!", was mir eine Neckerei von Lobo einbrachte: "Frauen wollen immer gut aussehen." "Ja, ich bin eine Frau und ich steh dazu." war meine Antwort beim Ausziehen der Jacke und dann hatte ich meine Fotos mit Sascha Lobo! :-)

Und auch mit Gutjahr hab ich Fotos gemacht - ich wollte einfach eine Erinnerung an diesen Tag haben, aber die Frage @sixtus zu stellen habe ich mich einfach nicht getraut - keine Ahnung warum, aber lustigerweise ist er doch auf unbeabsichtigt als Hintergrundmotiv auf ein Foto von mir und @StefanWild gerutscht.

Meine Winzigkeit mit @saschalobo und hier mit Richard Gutjahr

Später noch die Twitterlesung, welche ja ganz lustig war, aber ich vermisste einige Tweets, die für mich ein Twilight (!) in meiner Zeit bei Twitter waren.

Das war also die re:publica für mich - eine Zeit mit sehr wenig Schlaf - effektiv schlief ich nur 20 Stunden von Dienstag bis Samstag. Samstagnacht konnte ich endlich mehr wie 6 Stunden am Stück schlafen. Trotz wenig Schlaf trotzdem eine irre Zeit für mich, auch wenn ich nicht mit allen Leuten reden konnte, auch wenn ich es gewollt hätte, weil ich immer unterwegs war von A nach B.

Und doof fand ich es, dass ich die Grünen auf der re:publica verpasst habe, aber das lag wohl an meiner Aufregung auf mein Panel. Aber an dieser Stelle sei gesagt: So leicht verpasst mich die Politik nicht mehr. ;-)

Habt ihr eigentlich noch Fragen zu meinem Auftritt oder noch keine Antwort auf eine Email bekommen, falls ihr mir dazu geschrieben habt? Ich habe entsetzlich viele Followeranfragen den ganzen Tag über bekommen, so dass vermutlich die eine oder die andere E-Mail darunter einfach völlig untergegangen ist. Tut mir leid - einfach noch mal mailen dann!

Keine Frage, ich komme wieder zur Re:publica, wahrscheinlich sogar wieder als Sprecherin. :-)

Ich bin dann mal am Gebärden!

Die Überschrift ist ganz bewußt an "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling angelehnt, denn für den Film "Samba in Mettmann" hat er Gebärdensprache gelernt.

Dank meiner lieben Kollegin Judith von Gehoerlosblog.com bin ich auf den Videolink gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten will, denn im Video beweist Hape Kerkeling im Interview mit Marco Lipski, dass er seinen Humor auch wunderbar in die Gebärdensprache mitnehmen kann:

Samba in Mettmann - Gebärdensprache in einigen Dialogen


Es macht Spaß zu sehen, wie Hape gebärdet, der sowieso schon eine großartige Körpersprache und Mimik hat von Haus aus, womit er es scheinbar locker-flockig fertigbringt hörenden Humor in die Gebärdensprache zu transportieren. Im Gespräch berichtet er von seinen Erfahrungen durch das Erlernen der Gebärdensprache, besonders interessant dürfte sein, dass ihm auch aufgefallen ist, dass Deutschland auch in der Gebärdensprache von Region zu Region reich ist an Dialekten wie auch in der Lautsprache.

Marco Lipski ist in der Gehörlosenszene übrigens eine große Nummer, dort ist er ein bekannter Schauspieler und Comedian, vor allem durch die Darstellung des DEAF CAVEMAN! Auch war er im Jahr 2002 im Kölner Tatort "Schützlinge" zu sehen, wo natürlich einen Gehörlosen spielte.

"Samba in Mettmann" hat deutsche Untertitel, was für einen deutschsprachigen Film sehr selten ist, denn oft wird einfach nicht daran gedacht, dass man die Kaufkraft einer DVD steigern kann, wenn man sie barrierefrei gestatltet für Blinde und Gehörlose, also kann man diese Entscheidung gar nicht hoch genug bewerten und loben!

Wie auch schon im Blogeintrag über den Film"Das Leben der anderen" beschrieben, sind viele deutschsprachige Filme ohne deutsche Untertitel, obwohl diese von den Filmförderungsanstalten der Budnesländer gefördert wurden, deren Budget bei 228,5 Millionen Euro liegt. Und da soll nicht genügend Geld vorhanden sein für eine hochwertige Untertitelung der Filme? Schließlich würden ja nicht nur Gehörlose davon profitieren, sondern auch Menschen, die Deutsch lernen wollen.

Ich plädiere darum in aller Schärfe dafür, dass endlich eine verpflichtende Vorschrift im Rundfunkstaatsvertrag und in den Förderungsrichtlinien der Filmförderungsanstalten eingebaut werden wird, die Untertitel zur absoluten Pflicht machen bei der Austattung!

Update:
Ich habe an Hapes Büro eine Anfrage geschickt, ob ich ihn interviewen darf. Leider bekam ich eine Absage. Schade, aber noch nicht ist aller Tage Abend. So leicht gebe ich nicht auf. ;-)

Samstag, 16. April 2011

Integration und Inklusion sind doch möglich - Applaus für Kassandra Wedel und Benjamin Piwko! And Shitstorm-Hilfe bitte!

Es gibt Menschen, die mag man sofort auf Anhieb und die bleiben einem auch lange im Gedächtnis haften und so ein Mensch ist die gehörlose Tänzerin und Schauspielerin Kassandra Wedel mit dem zarten Aussehen eine Elfe und dem stahlharten Körper einer Tänzerin - einfach ein Augenschmaus beim Tanzen!

Kassandra ist als erste Gehörlose überhaupt geprüfte ADTV-HipHop-Tanzlehrerin und auch europaweit die erste gehörlose Tanzlehrerin, die ebenfalls auch Hörenden Tanzunterricht gibt. Außerdem hat sie in dem Film "Seidene Stille" die Hauptrolle gespielt - hier gibt es den Trailer zum Film auf You-Tube

Den Film habe ich übrigens noch gar nicht gesehen und kann daher keine Bewertung abgeben, aber der Trailer reicht schon aus, um zu zeigen wie ausdrucksstark Kassandra ist wie viele andere Gehörlose.
Ganz wunderbar gefiel mir dieser Zeitungsbericht vom Dezember 2010 in der Süddeutschen Zeitung über sie: Den Rythmus fühlen Und hier noch einige Fakten auf die Schnelle über ihre Person: Sie tanzt professionell Hip-Hop bei Meisterschaften, leitet einen integrativen Tanzkurs für Gehörlose und Hörende & ist bei der Initiative Gehörlose Jugend e.V. aktiv, außerdem war sie zwei Jahre bei den Münchener Kammerspielen aktiv.

Im Bericht bestellt Kassandra ganz normal beim Gemüsehändler und so, was ich auch tue - gestern Abend habe ich mich sehr bei der Bedienung des Thailänders am Oranienburger Tor beschwert, weil sie das MangoLassi doppelt berechnet hat, da ich mir einen neuen gewünscht habe, da der erste nach der Hälfte des Getränkes plötzlich ganz sauer schmeckte, man kam meinem Wunsch und brachte mir einen neuen. Aber beim Blick auf die Rechnung war ich nicht einverstanden, doppelt zahlen zu müssen. Die Bedienung und ich lieferten uns einen Dialog - sie bestand auf ihrem Standpunkt, dass man für die Zutaten zahlen müsse und ich auf dem Standpunkt, dass sowas Kundenservice sein sollte. Nun, am Schluss sagte ich: "Wenn Sie darauf bestehen, zahle ich das, aber MICH haben Sie HIER nicht mehr als Kundin, weil ich nicht einverstanden bin mit dem Service." Der ganze Dialog fand übrigens lautsprachlich statt.

Und es kommt auch ein Mann: Benjamin Piwko, auf den ich hier schon mal verlinkt habe: "Gehörlose im Job - Karrieren jenseits der Stille" Piwko ist eine anerkannte Kampfsportgröße in der dortigen Szene, außerdem gelernter Stuntfigther und Cheograph für Show und Film.

Für die Hamburger und andere Nordlichter könnte der Besuch von Benjamins EIGENER Kampfsportschule hochinteressant sein, denn wer kann schon sagen: "Ey, mein Lehrer ist Schwarzgürtelträger UND unterrichtet Nahkampftechniken für Antiterroreinheiten. Er fightet nicht nur mit den Händen, sondern kann auch damit sprechen." ;-)

Im Spiegel-Video hier zeigt er übrigens, wie gut er das kann: Gebärdensprach-Videoquiz mit Benjamin

Sein Lebenslauf ist SEHR beeindruckend, aber der von Judith Hartman, Deutschlands erster gehörloser Rechtsanwältin übrigens auch!

Hier gibt es eine Spiegel-Fotostrecke zum Thema: "So kreativ kann Sprache sein - die Gebärdensprache ist überaus kreativ!"

Warum ich über Kassandra und Benjamin berichte? Ganz einfach: Die beiden sind heute um 17:45 Uhr bei "Menschen - das Magazin" auf ZDF zu sehen: "Leben in der Welt der Stille - Gehörlosigkeit, die unsichtbare Behinderung" - hier der Link zur Sendung: "Menschen - das Magazin". Und hier gibt es den Link zur Mediathek!

Ich hoffe, dass dieser Sendungshinweis nicht zu spät kommt für die meisten Leser hier - ich selbst werde den Bericht hier in Berlin wohl leider nicht anschauen können mit Untertitel, da es mir terminlich leider überhaupt nicht passt.

Da ich Kassandra persönlich kenne und finde, dass sie und ihre HIP-HOP-TanzGruppe "Nikita" etwas Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verdient haben, denn Supertalent-Dritter Tobias Kramer, genannt Tobiz, hat ja mit seinen Auftritten gezeigt, dass das Interesse an gehörlosen Tänzern sehr groß ist, wenn man sie richtig präsentiert.

Benjamin Piwko kenne leider ich nur vom Sehen, wir sahen uns einige Male auf Gehörlosen-Partys, aber liefen eher aneinander vorbei.

Und welcher Ort wäre besser dafür geeignet als mein Blog, wo ich doch auf der re:publica 2011 dank dem großartigen Interviewer Philip Banse mit ganz großem Erfolg für die Unterstützung der Gehörlosen geworben habe?

Nachtrag: Ich konnte den Blogeintrag noch schnell überarbeiten und Benjam hinzufügen - besonders gut konnte ich ganz tief in meinem Herz die Stelle im Bericht nachvollziehen, wo Benjamin als Kleinkind Sprachtraining hat, so ein kleiner wunder Pieks hat sich da gemeldet. Es ist wunderbar, dass dieses Video miteingebunden wurde, denn da sieht man wie HART es für Gehörlose ist, sich die korrekte Ausprache anzutrainieren. Zum Glück war man nicht so brutal-streng mit mir damals, ich hatte wohl einfach sehr viel Glück ein eher spielerisches und lockeres Training zu bekommen, gemocht habe ich es trotzdem natürlich nicht sehr. ;-)

Mein Wunsch bleibt bestehen, dass durch dieses Video Barrieren abgebaut werden und Menschen sich nicht erschrocken von Gehörlosen abwenden, wenn sie zu reden anfangen, weil es so anders klingt von der Aussprache her - dahinter steckt sehr viel Arbeit und Mühe. Manche können es nicht besser oder haben es aufgegeben es zu verbessern durch die Ablehnung der Umwelt.

Im übrigen bin ich auch gefragt worden, ob ich die seltsamen Laute ablegen könnte, die ich während meinem Auftritt produziert habe, nicht ablegen könne? Ich musste echt kurz überlegen, was damit gemeint worden, doch dann fiel es mir ein, weil echt schon lang keine Hinweis mehr darauf kam, dass ich diese "Hochkonzentriertsein"-Melodie von mir draufgehabt habe. Und ja: Ich habe sehr schnell gesprochen, aber komischerweise hat niemand zu mir gesagt: "Mädel, mach mal bisschen langsamer." Vermutlich hätte ich wohl darauf hinweisen sollen, hab ich das überhaupt oder total vergessen? Ich kann mich die Unterhaltung vor dem Aufritt hinter der Bühne nicht mehr erinnern - eins meiner letzten Erinnerungen vor dem Auftritt war bloss, wie ich an meinem Manomama-Top herumzurre und mit einem halben Auge darauf schiele auf die Verdolmetschung der Einführung von Philip Banse beim Publikum durch meine
Gebärdensprach-Dolmetscherin.

(Kleiner Hinweis, damit man das nicht übersieht, weil das ja eigentlich nichts mit dem Thema an sich zu tun hat, aber es ist den Klick wert und die Werbung sowieso: Klickt man auf den Manomama-Klick, dann sieht man die regionale Wertschöpfungskette von Sina Trinkwalder und ihrem Team, welches ich einfach genial finde und auch gemodelt habe dafür. Das Kleid auf meinem Hüpfoto ist ein Manomama-Produkt und das Top vom Auftritt auch!)

Jedenfalls wünsche ich mir, dass der Bericht in "Menschen - das Magazin" eine breite Öffentlichkeit dafür sensibilisiert, dass man offener auf Gehörlose und überhaupt auf Menschen mit Behinderungen zugeht und sie mit allen bereits verfügbaren technischen Möglichkeiten in die Gesellschaft integriert und damit meine ich ganz bestimmt nicht die "GRUNDVERSORGUNG mit einem Cochlear Implantat", auch wenn die Medizintechnik-Industrie das ganz gerne hätte, aber davon in einem anderen Bericht! Natürlich kann man sich denken, dass ich von einer inklusiven, intregativen und barrierefreien Welt spreche und ich werde auch weiterhin sehr gerne und oft den Finger auf diese wunden Stellen legen, bis ich das erreicht habe, was ich wollte.

Dazu was sehr persönliches: Ich kann mich noch gut erinnern, auch mit 20 Jahren noch bin ich rasend vor Wut geworden, als meine kleine Cousins meine Aussprache einfach bisschen komisch und es zum Lachen fanden, as mir natürlich wehgetan hat und einmal habe ich einen einen von etwa ca. 7jährigen Cousin (alterstechnisch liegen die 5 Jungs nicht weit auseinander) im Nacken gepackt und kräftig gezwickt mit meinen Nägeln - so in der Art:"Fühl mal das, was ich fühle, wenn du das machst."; obwohl ich nachvollziehen konnte, was eigentlich der Grund war und es nicht böse gemeint war von den Jungs. Aber da hatte ich wohl eher einen schlechten Tag erwischt anstatt einfach lachend darüber zu stehen. Die Hintergrundgeschichte des Problems liegt auf der Hand: Durch die Aussortierungen der Menschen mit Behinderungen wachsen Kinder nicht mit behinderten Kinder auf und finden erst mal alles komisch, was anders ist als sie, weil sie es nicht gewöhnt sind und es unbegreiflich ist - und deren Vorbilder, die Erwachsenen reagieren doch auch komisch - also dürfen sie es auch. Das falsche Vorleben ist symptomatisch für die Aussortierung: Dem Unbegreiflichen muss man aber so oft wie möglich begegnen zur Abhärtung!

Ja und die Erklärungen zum Lippenlesen von Benjamin sind gut, mir geht es auch manchmal so als schon sehr gute Ableserin und wenn ich müde oder mit meinen Gedanken ganz woanders bin, kann ich wie gesagt nicht mehr solche normale Ableseleistungen erbringen wie man ja auf der Bühne gesehen hat, als ich mich bereits total erleichtert heruntergefahren habe, weil ich froh, war, dass ich die den Auftritt hinter mir habe und dann brachte mich die Frage aus dem Publikum etwas aus der Spur - der kalte Reeboot war nicht so ganz erfolgreich. ;-) Hat aber vermutlich der positiven Berichterstattung über mich nicht geschadet.

In meinem Blog finden sich übrigens auch einige Beiträge über Tobias Kramer, einfach bisschen suchen -ich kann leider jetzt nicht so ausführlich verlinken, weil ich mich kurz hinlegen muss und dann weiter zu einem Termin.

Erster Bericht über Tobias Kramer auf meinem Blog


Viel Spaß mit dem Bericht! :-)

P.S. Eine Bitte hätte ich noch, bevor ich meinen re:publica-Bericht für mich noch mal deutlich und in aller Länge schriftlich rekaptuliere:
Am 13.04.2011 hat die ARD "In aller Freundschaft" mit einer gehörlosen Patientin (Folgentitel: Trügerische Ruhegezeigt und es ist ja so wie so oft im Fernsehen: "DER BERICHT/FILM IST VOLL EINSEITIG UND MIES RECHERIERT!" (Re:publica-Insider! ;-))
Angucken und bewerten konnte ich mir die Folge bisher nicht, weil ich am Dienstag über 01:50 h später in Berlin ankam als geplant, dennoch bin ich gut über die Hintergründe informiert, weshalb es ein Skandal ist, der mir schon vor der Ausstrahlung der Folge geschwant hat, aber darüber werde ich wie gesagt gesondert bloggen, warum es so ist.

Hier entlang bitte zur der Folge: "Trügerischer Friede" von in aller Freundschaft - anschauen und mir die Eindrücke und Meinungen zur Folge e-Mailen, twittern, bloggen, damit ich noch besser und einführlicher sagen kann, warum das ganze ein Riesenskandal ist von viele:
http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/6932376_in-aller-freundschaft/6932388_folge-514--tr-gerischer-friede?datum=20110412

Und hier die Folgenbeschreibung: http://www.mdr.de/in-aller-freundschaft/alle-folgen/8229189.html

Kleiner Tipp: Der winzigste Skandal von vielen kleinen Skandälchen um diese Folge, welche zusammen ein Mega-Shitstorm gegen die ARD und DEGETO-Film ergeben und auch dessen würdig ist: Die Macher von "In aller Freundschaft" wissen genau, dass die Serie sehr beliebt ist bei Gehörlosen, weil die von Sendungsbeginn an, also bereits von Stunde null an an bei der ARD mit Untertitel kamen! Dieser Tipp reicht wohl, um eure Gedanken in die richtige Richtung zu lenken.

Übrigens: In der Mediathek der ARD ist die Serie, wie viele andere Filme mit Untertitel der ARD nicht untertitelt - als gehörloser Tatort-Fan hast du da einfach Pech gehabt und fertig - kleiner Nebenskandal in Zeiten der kommenden Ausbeute durch die GEZ-Gebühr für Schwerhörige, Gehörlose und Blinde ab 2013.

Ich freue mich auf eure Meinung und die Aufklärung diverser Punkte, weshalb ich nach dem Sichten eurer tatkräftigen Hilfe durch die Kommentare dazu zum Shitstorm gegen die ARD und DEGETO-Film blasen werde.

Freitag, 15. April 2011

Nachschub zur re:publica 2011

Man sieht das ja oft: Ein Prominenter kommt nach einem Auftritt auf die Aftershow-Party und ihm wird mehrheitlich gesagt, wie toll sein Auftritt war und von allen Seiten gibt's einen Daumen nach oben gezeigt.

So war das auch bei mir und in diesem Moment konnte ich es nachvollziehen wie das ist, wenn man langsam erkennt, was eigentlich passiert ist und alle dir auf die Schulter klopfen - du nimmst anfangs nur Leute wahr, die du schon vor dem Auftritt kanntest, denn man ist über jedes bekannte Gesicht froh.

Ich würde gerne mehr schreiben, aber das kann ich erst die nächsten Tage tun, wenn ich das alles richtig verarbeitet habe, denn auf mich sind sehr viele neue und unbekannte Eindrücke niedergeprasselt - versteht mich nicht falsch: Ich genieße die Situation sehr, aber um es mal mit den Grünen in Baden-Württemberg zu sagen: "Auch wenn der Teppich gerade fliegt, bleibe ich auf dem Teppich." Und die E-Mails/Direct Messages beantworte ich dann auch.

Und eine kleine Bitte: Könnt ihr mir bitte jeden Blogeintrag, den ihr über mich verfasst habt wegen meinem Auftritt auf der re:publica mir per Mail zukommen lassen? Die Adresse findet man hier: julesblogspot(at)googlemail(punkt)com

Dankeschön! :-)

Donnerstag, 14. April 2011

Mein Panel und ich auf der Re:publica!

Eigentlich wollte ich ja im allseits bekannten Kleid vom Hüpfoto hier von www.manomama.de auftreten, aber dann kam alles anders: Um genau 15:20 fiel mir meine Colaflasche vom Tisch und eine Scherbe steckte in meinem Knöchel, was natürlich tierisch zu bluten anfing und nach der ersten notdürftigen Versorgung war klar, dass ich nicht im Kleid auftreten kann trotz der Hilfe von Stefan. :-(

Also umorganisiert und in Jeans und manomama-Top aufgetreten, was ja ganz gut geklappt hat. Am Anfang war ich wirklich sehr aufgeregt, aber dann ging es immer besser und dank meinem Cochlear Implantat habe ich die Lacher aus dem Publikum wahrgenommen - sehen konnte ich es manchmal gar nicht durch die Spots, die einem die Sicht etwas nahmen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei euch allen auf der re:publica so gut angekommen bin und hoffentlich verschwinde ich nicht allzu schnell aus eurem Gedächtnis.

Hier übrigens die ersten Fotos von meinem Auftritt findet man hier: http://www.flickr.com/search/?q=Julia+Probst%23&f=hp und mein Lieblingsfoto ist bisher das hier: http://www.flickr.com/photos/re-publica/5619917450/

Keine Frage - wir sehen uns wieder.. :-)

Mittwoch, 13. April 2011

Erster Tag auf der re:publica hinter mir!

Heute war es also soweit: Der erste Tag der Re:publica stand und damit eine Begegnung mit vielen interessanten Menschen, manche von ihnen zum ersten Mal und manche schon zum zweiten Male. :-) Der erste Tag und ich so: I like it! :-)

Wer es noch nicht weiss, was die Re:publica ist, dem sei hier auf die Sprünge geholfen: Es ist wie ein großes Klassentreffen von Webmenschen wie Blogger, Journalisten und diverser anderen Medienmenschen und es werden viele Ideen und Kontakte ausgetauscht.

Hier der Link dazu: http://www.re-publica.de/11

Morgen steht nun der zweite Tag an und damit auch um 16 Uhr mein Panel, wo ich dann gottseidank nicht alleine auf der riesigen Bühne im Friedrichstadtspalast sitze, welche übrigens die größte Theaterbühne der Welt ist, denn gibt 1.895 Zuschauerplätze!

Auf der Homepage der Re:publica gibt es einen Link zum Livestream!

Viel Spaß noch!

P.S. Bald wieder mehr von mir!


Samstag, 9. April 2011

Der Monitor-Bericht und meine Gedanken dazu

Der Monitorbericht vom 07.04.2011 ist erschreckend, denn diesmal ging es um die Integration behinderter Kinder in die Gesellschaft, aber das Problem ist die Aussortierung der Kinder von Kindesbeinen AN aus der Gesellschaft, wodurch erst recht Barrieren in den Köpfen entstehen, die man dann später mühsam und manchmal auch kostenaufwendig beseitigen muss: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0407/integration.php5

Ich erinnere mich noch gut an den Beginn meiner Schulzeit, denn davor stand die Frage lange im Raum, ob ich auf eine Schwerhörigen oder Gehörlosenschule gehen sollte und nach einigen Tests durch "Fachleute" empfohl man mir den Besuch des B-Zug einer Schwerhörigenschule. Keine Ahnung, was der B-Zug genau war, aber ich denke, es war die "zweite Förderklasse". Dazu muss man sagen, das ich damals mit 5 Jahren altersgerecht gesprochen habe und wie jedes Kind in dem Alter war ich sehr wild. ;-)

Im Sommer vor der Einschulung stellte man mich also vor in der Schwerhörigenschule Augsburg vor, die ich übrigens ganz schrecklich fand, dieser alte dunkle Bau und die teilweise leicht herrischen Lehrer. Angeguckt haben wir übrigens einen Film über heimische Singvögel, wie man diese am besten über den Winter bringt. Natürlich ohne Untertitel - kann sich noch wer an dern Geruch der heruntergelassenen Leinwand und des Rattern des Projektors erinnern? Da sagte ich also zu meiner Mutter: "Nein Mama, es gefällt mir hier nicht."

Also ging es nach Nürtingen bei Tübingen, in die dortige Schule mit Internatsanschluss, was wohl zu Folge hatte, dass ich entweder dort aufs Internat gehe oder täglich hin und her pendele wie nach Augsburg auch. Auf der Schaukel sitzend, angestupst durch meine Tante, die auch mit dabei war, sagte ich also auf die Frage, ob ich es mir hier vorstellen könnte, hier zu Schule zu gehen: "Es ist ja ganz schön hier, aber ich will nach der Schule nach Hause kommen und mit meinen Freunden spielen." Daraufhin sagte der Schulleiter: "Du findest hier auch Freunde."

Das führte natürlich zur Diskussionen in der Familie: Welche Mutter will Ihr Kind schon hergeben müssen und welches Kind will schon weit weg von zu Hause zur Schule gehen müssen?
Sehr interessant dazu sind die Zahlen aus dem Monitor-Bericht in der ARD: In ganz Europa gehen behinderte Kinder zu 80% in eine normale Regelschule, nur 20% auf eine Sonderschule und hier in Deutschland ist es seit Jahren umgekehrt: 80% aller behinderten Kinder gehen auf eine Sonderschule und nur 20% auf eine normale Schule. Barrierefreiheit bedeutet auch, dass Eltern die Wahl haben, ob sie ihr Kind auf eine Sonderschule oder in die Schule um die Ecke schicken KÖNNEN!

Diese Wahl hatte meine Mutter zufälligerweise, denn nur 150 Meter von unserem Haus war die Grundschule und zufälligerweise war sie mit dem Sohn des Schulrektors befreundet, woraus sich ergiebige Gespräche ergaben und nach einem Gespräch mit dem Lehrerkollegium, wo ich auch vorgestellt worden bin. Zur dieser Zeit war ich ein Frechdachs im wahrsten Sinne des Wortes, der dann einfach auf den Tisch kletterte und fragte: "Wer wird jetzt mein Lehrer sein?" Worauf sich einer der Lehrer meldete: "Du kommst in meine Klasse." Also war das "Problem" jetzt gelöst und ich konnte nach den Sommerferien wie jedes Kind in meiner Nachbarschaft, die ich übrigens schon ewig kannte durch das nachmittägliche Spielen in deren oder in meinem Garten oder eben auf der Straße, auf die Schule in meiner Stadt gehen.

Und am ersten Schultag gab es noch eine freudige Überraschung für mich: Meine Freundin Bine, die neben meiner Tante wohnte und so zu einer meiner Spielfreundinnnen wurde, war auch in meiner Klasse. Wir stürzten also aufeinander und freuten uns tierisch, dass wir in einer Klasse waren. Mein Platz war übrigens ganz vorne, direkt am Pult des Lehrers. In dieser Zeit wurde auch der Grundstein gelegt für meine Liebe zur Sprache und dem Schreiben im besonderen, aber auch die Ablesefähigkeit und Beobachtungsgabe konnte ich dort trainieren, denn ich passte scharf auf wie ein Schiesshund, welche Bücher gerade angesagt waren und welche Hefte, denn das Klingeln der Schulglocke hörte ich ja nicht, sondern erkannte an den wechselnden Bücher und der Heften, welche ich gerade heraus holen sollte. Mein Lieblingsfächer waren übrigens Heimat-und Sachkunde, Sport und Tanzen. Und ich kann heute noch genau sagen, warum damals die Kirche meiner Stadt einstürzte und welche Aufgaben all die mittelalterlichen Gebäude hatten. :-)

Und im Schwimmunterricht hat es mich ganz fürchterlich geärgert, dass ich getrennt war von meiner Freundin Bine, die schon schwimmen konnte und daher im abgetrennten Schwimmerbereich unterwegs war, während ich noch bei den Nichtschwimmern herumpaddeln musste, woraufhin ich mir das Schwimmen selber beibrachte - ein paar Schwimmzüge am Beckenrand und immer mehr alleine, bis ich mich dann vor meinem Lehrer aufbaute: "Ich kann jetzt schwimmen!" "Zeig mal!" Ich sprang ins Becken rein und schwamm auf die andere Beckenseite, worauf er zu lachen anfing und die Absperrung hochhob, damit ich zu den Schwimmern rübergehen konnte. :-) Irgendwann in der 3. Klasse bekam ich sogar eine Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen für meine ausgezeichneten Schwimmleistungen, denn durch mein Training bei der Wasserwacht schlug ich nämlich regelmässig alle im Rückenschwimmen. :-D

Ich hatte übrigens die ganze Schulzeit auf den hörenden Schulen gar keinen Gebärdensprachdolmetscher, da ich nicht mit der Gebärdensprache aufgewachsen bin, falls diese Frage jetzt auftauchen sollte bei meinen Lesern.

So war das - ich ging bis zur 3. Klasse auf eine ganz normale Schule, bis man entdeckte, dass ich in Mathematik nicht so ganz gut mitkam und daher zogen wir nach Freising zu meiner anderen Tante, wo ich dann ab der 4. Klasse Schwerhörigenschulebesuchte und 45 Minuten mit dem Schulbus nach Hause brauchte. Dieser Wechsel in die Schwerhörigenschule war für mich ein kleiner Schock: Die Klasse war so entsetzlich klein - statt 32 Kindern nur 12 Kinder und sie sprachen alle so anders, da waren ja auch noch diese graubraunen Geräte hinter den Ohren und irgendwann nach dem monatlichen Besuch des Akkustikers in der Klasse fiel mir auf: "Mensch, ich habe ja auch welche hinter dem Ohr!" Übrigens wurde in der Schwerhörigenschule damals nicht gebärdet, aber heute wird dort zum Teil gebärdet, das weiß ich von einer Freundin, deren Sohn jetzt dort auf die Schule geht.

Da war es mir also zum ersten Mal nach langer Zeit wieder bewußt, dass ich irgendetwas hatte, was mit meinen Ohren zu tun hatte. Weiterhin war es mir mehr als rätselhaft, weshalb meiner Lehrerin nach meinem ersten Diktat in Deutsch die Augen aus dem Kopf herausfielen, weil ich ein fehlerloses Diktat abgegeben hatte und vor sich hin murmelte: "Das gibt es doch nicht, das kann nicht sein." Kurz darauf kamen andere Lehrer aus anderen Klassen zu Besuch und guckten sich das an, was ich da an fehlerlosen Aufsätzen und Diktaten produzierte. Auf die anderen Kinder muss ich in der Anfangszeit übrigens auch sehr rätselhaft gewirkt haben, da ich immer ein Buch dabei hatte und in jeder Pause meine Nase reinsteckte, denn das war und ist heute immer noch nicht "normal" für eine Gehörlose.

Deutschland, der Weltmeister im Aussortieren von Behinderten, sortiert aus, weil man der Meinung ist, dass die Aussortierten so besser lernen können, was aber ein fataler Irrtum darstellt: Es ist längst wissenschaftlich und auch praktisch erwiesen, dass beide Seiten davon profitieren, wenn sie gemeinsam beschult werden.

Ich bin mir heute sicher: Wäre ich gleich von Anfang an auf eine Schwerhörigenschule gegangen, hätte sich mir wohl die Schönheit der deutschen Sprache in Wort und Schrift nicht so erschlossen wie dort auf der hörenden Schule und der Kontakt zu meiner Freundin Bine wäre damals wohl abgerissen, aber er besteht heute noch.

Um eine barrierefreie Gesellschaft zu entwickeln, müssen die Kinder alle gemeinsam in eine Schule gehen, damit beim gemeinsamen Lernen die Barrieren gar nicht erst entstehen können und ganz nebenbei werden Berührungsängste abgebaut.

Und Deutschland hat einen verdammt langen und weiten Weg bis dahin, das ist einer der vielen dauerhaften Punkte, warum ich mich für mein Land schäme - es ist weit unter seinen Möglichkeiten in vielen Punkten, ganz besonders in Sachen Barrierefreiheit, Integration und Inklusion.

Mittwoch, 6. April 2011

Wir sind Europa - und Weltmeister und kein Schwein kriegt's mit!

Nach dem "Sommermärchen" über unsere Fußballer bei der WM 2006 in Deutschland ist nun auch ein Projekt geplant: "11 Freunde" und dort geht es um die Nationalmannschaft der Gehörlosen auf dem Weg zur Titelverteidigung bei der WM 2012.

Mehr über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Gehörlosen kann man in diesem Blogeintrag nachlesen: Wir sind Europa-und Weltmeister!

Eine wunderbare Idee, aber das Projekt braucht die Unterstützung von willigen Sponsoren - also wer das hier bitte liest und zudem auch angetan ist von der Idee, der melde sich bitte bei:

filmblau Produktion

Eugensplatz 1
D-70184 Stuttgart
Fon 0711-518 895 41
info@filmblau.de

Das Filmteam wurde übrigens sehr freundlich von der Nationalmannschaft der Gehörlosen aufgenommen und will den Gehörlosen, ob Sportler oder Nichtsportler dazu verhelfen mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft zu kriegen für mehr Akzeptanz in dieser.

Aus dem www.taubenschlag.de kopiert:

Marion Uhl von filmblau Produktion schreibt:

"Dieses Dokumentarfilmprojekt erzählt die Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft der Gehörlosen auf dem Weg zur Titelverteidigung 2012.

Wir haben bereits einen Lehrgang und ein Benefizspiel der Gehörlosen Nationalmannschaft filmisch begleitet und verfolgt. Dabei durften wir auch ein Interview mit dem Trainer Frank Zürn drehen. Aus unserem ersten Treffen entstand ein kurzer Trailer.

Sie finden einen ersten Trailer als Windows Media Datei oder Quicktime Film unter:
http://www.filmblau.de/Freunde/Gehoerlose_Trailer_wmv.zip

http://www.filmblau.de/Freunde/Gehoerlose_Trailer_mov.zip

(Meine Anmerkung zu den Trailern: Nur schade übrigens, dass die Trailer ohne Untertitel sind, also da fragt man sich schon: Ein Trailer bzw. Film über die Nationalmannschaft der Gehörlosen ohne Untertitel?! Ich hoffe doch sehr, dass dieser Fehler demnächst ausgebügelt wird und selbstverständlich untertitelt wird während der Ausstrahlung und auf DVD!)

Bei den Dreharbeiten konnten wir uns persönlich von dem stark ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl der Gehörlosen sowie der unglaublichen Freundlichkeit, mit der sie auf uns Hörende zugehen, überzeugen. Kein Zögern und keine Befangenheit gegenüber uns „Fremden“, so dass wir uns ganz schnell aufgehoben und von diesen positiven und fröhlichen Menschen aufgenommen fühlten. Der Wunsch nach Akzeptanz und Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft ist bei den jungen Sportlern vorhanden.

Die Zielgruppe unseres Films sind Kulturinteressierte ebenso wie Sportbegeisterte, Behinderte und Sozialengagierte. Weitere Projektinformationen finden Sie auf den folgenden Seiten.

Da wir die Kosten für dieses Projekt nicht alleine tragen können, sind wir auf finanzielle Unterstützung von Sponsoren angewiesen.

Uns liegt viel daran, den Film nach der Fertigstellung in kommunalen Kinos und auf möglichst vielen Festivals zu zeigen. Wir werden außerdem versuchen, Redaktionen öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten von unserem Film zu überzeugen und ihn in einer TV-Fassung lizenzieren.

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse und würden uns sehr freuen, von Ihnen zu hören!"

Also, liebe Sponsoren - hier ist ein förderwürdiges Projekt direkt vor den Augen, greift bitte zu, es soll nicht eurer Schaden sein. ;-)

Und liebe Fernsehanstalten: Habt ihr auch brav der Rede von Thomas Gottschalk zugehört? Nun, dann wisst ihr, was ihr zu tun habt: Den Film zeigen - selbstverständlich mit Untertitel!

Ich bin gespannt, ob dieses Filmprojekt verwirklicht werden kann, denn es ist mit Sicherheit auch interessant für die Fernsehzuschauer, wie ein Fußballspiel unter Gehörlosen überhaupt gepfiffen wird und wie die Spieler auf dem Feld miteinanderkommunizieren. Ob die deutsche (hörende) Nationalmannschaft mit Gebärdensprache auf dem Feld bei dem Lärm der Vuvuzelas die Spanier ausschalten hätten können?! ;-)