Donnerstag, 24. März 2011

Gebärdennamen der Politiker - diesmal bildbewegt!

Ich stieß soeben auf das Video des regionalen Fernsehsender RegioTV mit einem hochinteressanten Konzept: Gehörlose Jugendliche fragen hörende Passanten, was für eine Namensgebärde sie für den jeweiligen Politiker benützen würden, da war also Kreativität gefragt. Vorbildlich übrigens für den kleinen Fernsehsender, dass das Video mit Untertitel ausgestattet wurde!

Video: Die Stuttgarter raten, wie man Stefan Mappus & Co gebärdet

Und es war schön zu sehen, wie die Leute alle ein "AHA!"-Erlebnis hatten und auch Vorurteile über die Gebärdensprache so abgebaut werden konnten. Allerdings ist den Jugendlichen ein klitzekleiner Fehler unterlaufen bei Merkel: Es ist nicht die Frisur, warum Merkel auf die neutrale Art gebärdet wird, sondern es leitet sich von der Gebärde von "Merken" ab, aber wahrscheinlich hat man ihnen einfach mal die falsche Erklärung geliefert, die halt so gut gepasst hat.

Blogeintrag: Gebärdennamen der Politiker

Blogeintrag: Gebärdennamen für Gauck

Viel Spaß und einen sonnigen Frühlingstag mit den Gebärdennamen!
 

Montag, 21. März 2011

Anlässlich zu Knut's Tod ein paar Gedanken

Dieser Blogeintrag stammt aus einem anderen Blog von mir, aber die Zeilen vom 9. September 2009 sind heute immer noch aktuell, denn ich stellte fest, dass es in Ordnung ist traurig zu sein, weil Knut nicht mehr ist, aber natürlich fragt man sich auch gleichzeitig, warum man denn nichts dagegen tut, dass die Eisbären in der Arktis ertrinken, weil die Schollen wegschmelzen oder abgeknallt werden, weil sie auf der Suche nach der Nahrung den Menschen zu nahe kommen.

Das ist traurig. Einfach nur traurig und so ging es mir auch mit dieser besagten Dokumentation im ZDF mit Hannes Jaenicke - Blogeintrag:

Gestern kam auf ZDF: Hannes Jaenicke: Im Einsatz für die Eisbären mit Untertitel. Der Link von ZDF geht leider nicht mehr, aber dafür fand ich einen anderen besseren: Exklusives Reisetagebuch von Hannes Jaenicke während dem Einatz für die Eisbären.

Natürlich berichten auch sämtliche Lifestyle-Magazine über seinen Einsatz für die Natur und den Umweltschutz, vor allem die Bunte mit einem Interview mit ihm, nachzulesen ist das hier:

Ich wäre ein brauchbarer Papi

Nunja, manche Kommentare in dem Artikel lesen sich etwas weltfremd, da behauptet eine Userin, keine Frau der Welt würde es auf Dauer aushalten, wenn man ständig irgendwelche Stecker ein und ausstecken muss, nur weil der Jaenicke mal wieder Strom sparen will aus übertriebenem Ökobewußtsein und Kinder hätten erst recht kein Verständnis dafür.

Ein trauriges Beispiel dafür, dass man lieber unwissend daherplappert anstatt sich mal mit der Thematik des Stromsparens auseinander gesetzt zu haben - man muss nämlich nicht dauernd irgendwelche Stecker ein und ausstecken, sondern kann per Knopfdruck Strom sparen mit einer Steckdosenleiste, die einen Ein-und Ausschalter besitzt.

Und diesen Ein-und Ausschalter kann sogar als Kinderschutz benützt werden, wenn man die Steckdosenleiste so z.B. unter dem Sofa oder hinter dem Schrank platziert, dass die Kinder nicht an den Schalter kommen können und somit sich nicht jeden Müll im Fernsehen von morgens bis abends reinziehen können. Nix mehr mit gemütlichem "Kinderparking" vor dem Fernseher.

Wir haben diese Steckdosenleiste in der Fernseherecke und im Arbeitszimmer, also dort wo zwangsläufig viele Anschlüsse benötigt werden, die aber meistens alle zeitgleich gebraucht werden oder auch nicht - da macht diese Art Strom zu sparen doch erst recht Sinn!

Aber Umweltschutz fängt nicht nur vor der eigenen Nase an, sondern auch in den eigenen Beinen. Ich verstehe es absolut nicht, warum man unbedingt mit dem Auto einkaufen fahren muss, wenn der Supermarkt gerade mal um die Ecke ist oder nicht weiter weg ist als 10 km. Mal ehrlich: Welcher Supermarkt ist heutzutage schon so weit weg?

Man kann mit dem Fahrrad und 2 Fahrradtaschen und einem Radanhänger, falls nötig, gut einkaufen fahren - was ist so verkehrt daran mit dem Radhänger einkaufen zu fahren, falls mans sowieso eine Radkupplung hat für den Kinderanhänger?

Auch kann man mit einem Radanhänger prima zum Getränkemarkt fahren und tut bei allem noch etwas für sich selbst: Für die eigene Fitness! So ganz nebenbei und ohne, dass es was kostet. Auch nicht mal Benzin zum Fitnesstudio - als ich noch in einem Fitnesstudio angemeldet war, sind mehrheitlich fast alle Fitnessler außer einer einsamen Handvoll mit dem Auto zum Training gefahren. Der Rest kam wie ich mit dem Fahrrad zum Training, was den netten Effekt hatte, dass man schon mal aufgewärmt war.

Probieren Sie es aus! Ihr Geldbeutel, ihre Umwelt und nicht zuletzt ihre Gesundheit werden es ihnen danken, wenn Sie mit ganz kleinen Schritten beginnen ihre Einstellung zu ändern und soviel wie möglich mit dem Fahrrad erledigen!

Dann bleibt die Jammerei über die zu hohen Benzinkosten auch aus und man wird etwas unabhängiger.

Ist es nicht schön unabhängig zu sein?

Petitionsaufruf der Hamburger Universität!

Mir ist die Petition schon länger bekannt und mein Name findet sich auch schon bereits an 241. Stelle der Liste mit der Bemerkung: "Was steht im Artikel 3 des GG? Genau - niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden!"

Heute erreichte mich eine liebe E-Mail der Uni Hamburg, dass es Ihnen eine große Hilfe wäre, wenn ich diesen Petitionsaufruf auch auf meinem Blog verbreiten würde und dieser Bitte komme ich sehr gerne nach.

Es würde mich sehr freuen, wenn einige Leser von euch da unterschreiben würden, denn mit möglichst vielen Unterschriften würden die speziellen Probleme der Gehörlosen an den Universitäten und Fachhochschulen etwas mehr Aufmerksamkeit erhalten und damit hoffentlich diese Barrieren schneller beseitigt. Die Probleme sind zum Beispiel diese, dass keine Schriftdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung stehen für die Vorlesungsreihen.

Hier entlang bitte, meine Damen und Herren, die Unterschrift ist kostenlos und zudem nur einen Klick entfernt: Barrierefreiheit für die Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens gewährleisten!

Freitag, 18. März 2011

I ♥ Re:publica!

Ich fasse mich kurz, weil ich es selbst auch noch gar nicht richtig fassen kann, aber wenn mir auf der Homepage der Re:publica mein Gesicht entgegengrinst, dann muss es wohl wahr sein:

http://re-publica.de/11/blog/person/julia-probst/


Aber noch besser sieht es aus, wenn man auf das Panel klickt, wo ich mitwirken werde:

http://re-publica.de/11/blog/panel/blogger-im-gespr%C3%A4ch/


Und es ist quasi eine doppelte Premiere - das erste Mal auf der Re:publica für mich und dann wird "mein" Panel für mich in Gebärdensprache gedolmetscht, was für die Zuschauer bedeuten wird, dass sie nicht nur mich sehen werden, sondern vielleicht auch zum ersten Mal in ihrem Leben Gebärdensprachverdolmetschung auf einer großen Veranstaltung erleben werden.

Lustiger Hintergrund: Ich bat die Organisation der Re:publica um ein Freiticket, weil sie leider wie 2010 auch dieses Jahr nicht barrierefrei sein wird für Gehörlose & Schwerhörige, was ich schon 2010 bemängelt habe in diesem Blogeintrag: Der Republica 2010 hätte ich auch gerne beigewohnt. Und die Antwort-E-Mail hat mich völlig aus den Socken gehauen, denn man wollte mich sowieso noch einladen für die Bloggerrunde, da mein Ableseservice und die Analysen der Westerwelle-Körpersprache ein herausragendes Ereignis im Web waren, worauf ich natürlich sofort zugesagt habe. Ich meine - wer die Einladung ausschlägt auf einer der aufregendsten Konferenz in Europa sprechen zu dürfen, muss doch völlig bekloppt sein. ;-) Jetzt werde ich also doch auf der Re:publica reden und der Witz an der Sache ist, dass ich überlegt habe, ob ich ein Call-for-Paper einreichen soll über die Körpersprache der Politiker, es aber wieder verworfen habe, da ich noch nie vor einer größeren Menschenmenge geredet habe und außerdem habe ich mit einem Kumpel letzte Woche über genau den gleichen Panel, wo ich auftreten werde, herumgealbert: "Oh guck mal, ich würde da gut reinpassen." Und jetzt stehe ich tatsächlich auf dem Schedule. Das Leben ist schon verrückt, oder?

Und ich freue mich meine Blogleser und Follower auf Twitter dort kennen zu lernen, aber bitte habt etwas Verständnis dafür, wenn ich bisschen zurückhaltend bin, weil alles total neu ist für mich ist.

Aber es gibt noch mehr zum Lesen für euch, denn die Rheinzeitung bat mich um die Analyse der Körpersprache des TV-Duells zwischen dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und seiner CDU-Herausforderin letzten Mittwoch, was zur Folge hatte, dass ich den Live-Ticker der Rheinzeitung mit meinen Interpretationen fütterte.

Hier die Berichte dazu: TV-Duell - was Körpersprache von Beck und Klöckner verrät

Und hier die Nachbewertung des Duells: Beck und Klöckner - Lippenleserin stieß auf die wunden Punkte

Interessantes Detail am Rande: Julia Klöckner hat mir am Nachmittag vor dem Duell eine DM auf Twitter geschickt: "Wir beide haben heute eine Premiere. Viel Spaß heute abend LG JK"

Und ja - ich liebe Twitter dafür. Man kann gut mit Medienmachern und Politikern in Kontakt treten und manchmal wird man für einen Augenblick Teil der Politik- und Medienwelt. Dieses Glück ab und zu schätze ich sehr, denn ich werde nicht aufgeben, wenn es um die Barrierefreiheit und um eine inklusive Gesellschaft geht - wir wissen doch alle, dass in Deutschland in diesem Punkt noch sehr viel zu tun hat und auch viel mehr kann!

Dienstag, 15. März 2011

Obama und sein wichtigstes Instrument

Es gibt zwei wichtige Gründe für den Wahlsieg des US-Präsidenten Barack Obama, der eine ist so logisch wie überzeugend: er hatte die Jugend hinter sich und mit ihnen ein großartiges Wahlkampfteam, die das Potential des Internets erkannten.

Der andere Grund ist verblüffend einfach und mag sich nicht so überzeugend anhören, aber dennoch ist er die Geheimwaffe Obamas - seine Körpersprache! Nonverbale Kommunikation machen laut Samy Molcho 80 % der Reaktionen in der zwischenmenschlichen Kommunikation aus, was sich erschreckend anhört, da man sich dessen nicht bewußt ist.

Politisch gesehen gibt es viele Beispiele, warum die Körpersprache daran schuld war, dass jemand die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat oder verloren hat. Man erinnere sich an Richard Nixons Schweißperlen und den dunklen Schatten seines Bartes im Fernsehduell im Jahr 1960 gegen den smarten John F. Kennedy. Nixon verlor das Duell und die Wahl.

Video vom Fernsehduell von Nixon vs. Kennedy - mir fällt übrigens auf, dass Nixon reichlich unsicher da sitzt und hauptsächlich seinen Rumpf mit einem Arm schützt, während Kennedy einen lockeren und unverkrampften Eindruck macht. Außerdem ist das unsichere Lächeln von Nixon ab 00:19 ein Indiz darauf, wie verkrampft Nixon ist. Kennedy dagegen grüßt sicher und staatsmännisch in die Kameras. Dieser Unterschied wird einem gleich in den ersten Minuten des Duells klar, wovon ich mir nur die ersten Minuten anschaute.

Oder etwa die steife Körperhaltung des Demokraten Michael Dukakis im Fernsehduell 1988 gegen Bush George senior - das war ein verlorener Wahlkampf.

Beim Anblick dieser Duelle wird einem klar, dass es wirklich auf die winzigsten Kleinigkeiten ankommt, damit das Fernsehpublikum dich zum Gewinner oder eben zum Verlierer macht, ein Auftritt eines Wahlkampfkandidaten in einem Fernsehduell ist sozusagen auch ein Ritt auf der Rasierklinge.

1992 konnte George Bush senior es einfach nicht lassen und guckte ungeduldig auf seine Armbanduhr in der Debatte mit einem gewissen Bill Clinton, der dann die Wahl auch unter anderem deswegen prompt gewann.

Und der Grund, warum Al Gore die Wahl gegen George W. Bush verlor? Gore rollte ungeduldig mit den Augen und seufzte zudem laut.

Das sind also minimale Kleinigkeiten, die der Fernsehzuschauer mehr oder weniger mitbekommt und die entscheiden über die Akzeptanz und Sympahtie des Kandidaten bei der Bevölkerung. Wie kein anderer Politiker beherrscht Obama virtous den Ritt auf eben dieser Rasierklinge, denn der moderne Politiker hat die Aufgabe das Volk für sich einzunehmen statt es zu vergewaltigen mit einer threatalischen Körpersprache vor der Zeit der Fernsehaufnahmen.

Als herausragendes Beispiel für Politiker mit einer solchen vergangenen politischen Körpersprache seien Hitler oder Mussolini genannt. Beide spreizten oft die Beine und stemmten die Hände in die Hüfte und schlugen während ihrer Reden die Arme einander oder fuchtelten damit in der Luft herum, womit man heute keinen Blumentopf mehr gewinnen würde.

Gut, kommen wir zurück auf Obama und seine Körpersprache, die er zu seinem Vorteil benützen kann, weil er sich meistens dessen bewußt ist auch vieles von dem, was er sagt, auch tatsächlich so und nicht anders meint.

Hier ein interessantes Video von Obama in Raleigh im Jahre 2008, wo er noch unverbrauchter war und auch noch provozieren konnte und durfte und damit bestens ankam bei den Leuten, die voll auf ihn abfahren. Die Mimik in seinem Gesicht wechselt sich hervorragend ab zwischen Ernst und Spaß. Ab 01:19 sehen wir eine totale Mikrogeste, die Obama öfters macht - er zeigt den "Finger", genau den Stinkefinger, womit er sich im Gesicht kratzt. Der Finger galt übrigens Hillary Clinton. Diese Mikrogesten per Stinkefinger werden häufig einfach übersehen, weil sie sich meistens parallel zu anderen Handlungen abspielen - interpretieren kann man diese Mikrogestik als Ausdruck von Feindseligkeit, Missfallen, Verachtung oder Abscheu.

Wie jung und fröhlich er wirkt, als er diese sportive Geste macht ab 01:27, die übrigens glänzend beim Publikum ankommt. Dann ein etwas abschätziges Lachen von ihm, das aber echt ist und auch so gemeint ist, weil das Lachen bis zu den Augen geht, sehen wir ab 1:45. Und ab der 2:28 gibt es ein echtes Higlight: Obama wischt sich die Schulter demonstrativ ab - diese Haltung zeigt soviel wie: "Du kannst mir nix." Das Publikum rast total aus nach dieser deutlichen Körpersprache und daraufhin wischt er sich noch mal die Schultern ab, was sich kurz darauf mit seinem sehr zufriedenem Gesicht wiederholt - ein paar Sekunden später überlegt er, ob er wirklich auf das Ganze gehen soll mit einem flüchtigen "Lausejungen"-Grinsen. Und er tut es tatsächlich - er wischt sich demonstrativ auch noch die Hose ab! Gelächter und Klatschen im Publikum - er hat sie vollends auf seiner Seite!

Und Obama arbeitet wirklich sehr oft mit dem "Finger" -oft unbewußt und oft bewußt - hier ein gutes Beispiel, wie man so eine Gestik unbemerkt einbauen kann: Obama zeigt McCain den Finger! Und das macht er wirklich oft: Obama kratzt sich mit dem Mittelfinger!

Eine Zeitlang fragte ich mich, ob er es nicht weiß, wie oft er tatsächlich damit arbeitet, aber ich glaube, es ist tatsächlich so: ER weiß es und denkt gar nicht daran sich zu verstellen, weil es eben sein Vorteil ist!

Manchmal aber weiß er es und achtet darauf, dass seine Arme nicht im Bild zu sehen sind wie hier beim Briefing der Presse, aber ab 07:44 sieht man ihn doch eindeutig, als er "Number two" sagt. Ich bin da mir nicht sicher, ob es diesmal wirklich Zufall war, da er dabei ja zählt und die Amerikaner eine andere Zählweise haben mit den Händen, wobei da der Zeigefinger schon arg (absichtlich?) gekrümmt ist.

Ja, ich muss hier gestehen: Ich mag Obama, wie könnte ich das nicht? Er zählt tatsächlich zu meinen wenigen Lieblingspolitikern und damit bin ich nicht alleine. Er ist der neue Typ eines Politikers, wovon es in den nächsten Jahren immer mehr geben wird - ein einfühlsamer verführerischer Typ, der was im Kopf hat.

Da fällt mir praktischerweise jetzt Guttenberg ein, der ja zum Glück nicht mehr unserer Minister ist, sondern jetzt seine Memoiren selbst verfassen wird, mal sehen ob er diese genauso gut in Szene setzen kann wie sich selbst - wir kennen doch alle seine Abbildung auf dem Times Square als damaliger Wirtschaftsminister. "Die Welt gehört mir!" signalisierte seine Körperhaltung.
Oder Guttenberg als "Soldat" an vorderster Front in Afghanistan mit verspiegelter Pilotenbrille und Helm. Wer fühlte sich da nicht an "Top Gun" erinnert?

Sehr bezeichnend auch das Foto, welches er verbieten liess - mit seiner Frau Stephanie liess er sich auf einem "erlegten" Dinosaurier fotografieren mit aufgekrempelten Ärmeln und sie hockt anbetend zu seinen Füßen. Was hatte Deutschland nur für einen Jung-Siegfried! ;-)

Auch Guttenberg wurde lange als neuer Politikertyp bezeichnet und vor allem gefeiert, aber anders als Obama war bei ihm mehr Schein als Sein.

Jetzt ist er ja entlassen worden und der Stern hat eine sehr interessante Fotostrecke von dieser Entlassung online:

Der Liebling geht - Entlassung im Bendlerblock

Foto 1: Auffällig ist vor allem, das Guttenberg schlecht rasiert wirkt, Paralleln zu Nixon's damaligem Auftritt werden wach bei dem Anblick. Auch hat er eine fleckige Haut vorzuweisen.

Foto 3: Auf mich wirkt diese erstarrte Haltung von Guttenberg so, als würde er daran denken, was sein Vater ihm immer predigt: "Junge, bewahr Haltung!"

Foto 4: Der Anzug spannt etwas, auf mich wirkt er etwas voller als sonst, vielleicht hat er sich Kummerspeck angefressen? Kann aber auch an dem Anzug selbst liegen.

Foto 6: Interessant ist das Bild vor allem, weil alle außer Guttenberg einen schwarzen Anzug traten, meiner Meinung nach hat er bewußt keinen schwarzen Anzug gewählt, sondern eher einen silbergrauen. Seine Körperhaltung ist die eines angeschlagenen Boxers, er steht breitbeinig da und knetet seine Hände sehr kräftig.
Merkel und deMaziere spiegeln sich übrigens, ohne sich anzuschauen. Die gleiche starre Körperhaltung, der gleiche starre Blick, auch sind die Hände auf die gleiche Weise nah am Körper. Der neue Innenminister Friedrich sieht aus, als könnte er es nicht fassen neben so "berühmten" Leuten zu stehen und wirkt sehr unsicher durch seine schiefe Körperhaltung.

Bild 7 ist sehr schön - einen großen Dank an den Fotografen, der seine Hände eingefangen hat, denn man sieht deutlich den hellen Abdruck der Hände durch das Kneten, auch sieht man die fleckige Haut und den dunklen Bartschatten deutlich. Diese "Ungepflegtheit" ist untypisch für Guttenberg, so hätte er sich normalerweise nie präsentiert. Spielt er hier die Opferrolle? Wulff beugt sich übrigens gar nicht "leicht" rüber, wie man das normalerweise macht bei einer Verabschiedung.

Bild 8: Guttenberg sieht aus wie ein Ertappter, der sich fragt: "Wohin des Weges jetzt?"

Bild 12: Hier passt die Bildunterschrift perfekt - das ist wirklich joviales Schulterklopfen!

Übrigens: Deutsche Politiker haben vor 1960 niemals gelächelt, was heute unvorstellbar ist. Ein Politiker, der nicht lächelnd auf sein Volk zugeht und Hände schüttelt? Heute ist die Währung eines Politiker sein Lächeln, es entscheidet über Sympahtie und Akzeptanz in der Bevölkerung.

Wieviel Macht hat doch ein Lächen - lächeln Sie doch mal einfach jemanden auf der Straße zu, es kommt sicherlich eins zurück und wenn nicht, ist es auch egal, denn es geht sich doch am besten durchs Leben mit einem Lächeln. Gerade in diesen Zeiten, wo man bange nach Japan schaut und am liebsten die Augen verschließen möchte und die Stopp-Taste drücken möchte mit den Worten: "Sag mal, ist das nicht ein bisschen viel Apokalypse für einen EINZIGEN Film, der da gerade läuft?" Es ist ein einziger Film - wir haben nur eine Erde, mit der wir alle behutsamer umgehen sollten - genau wie mit unserer Einschätzung in die Fähigkeiten eines Politikers. Es kommt nicht darauf an, was er sagt, sondern WIE er es sagt.

Donnerstag, 10. März 2011

So geht's echt nicht, liebe CDU/CSU plus FDP!

Heute erfuhr ich, dass Seehofer auch gegen Behinderte beim politischen Aschermittwoch gehetzt haben soll, aber Belege dazu fand ich leider nicht beim Herumsurfen, aber dafür kam ich auf die Seite der CSU und mir drehte sich der Magen herum, bevor ich einen Vulkanausbruch allererster Güte hatte - adressiert ist der an Christine Haderthauer, bayerische Arbeitsministerin und die gesamte Regierung und an die sämtlichen Ministerpräsidenten aller unionsgeführten sowie FDP-geführten Regierung.

Der Grund für meine Explosion ist unter anderem dieser Seite der CSU: http://www.csu.de/partei/unsere_politik/gesundheit_soziales/menschen_mit_behinderung/123111058.htm, dann guckte ich mich etwas genauer auf der Seite herum und stiess auf das hier: http://www.csu.de/partei/unsere_politik/gesundheit_soziales/menschen_mit_behinderung/123111058.htm,
wo es ausdrücklich heißt, dass es dringend notwendig seie, dass gehörlos geborene Kinder frühstmöglichst ein Cochlear Implantat erhalten.

So, da bin ich aber gehörig explodiert:

Das Cochlear-Implantat macht Gehörlose nicht per se hörend! Barrierefreiheit & Inklusion in die Gesellschaft sind wichtiger! @ChHaderthauer Ihre Pressemitteilung suggestiert, dass Gehörlose sich gefälligst zu implantieren haben, damit sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden. Es ist falsch von Gehörlosen oder anderen Behinderten zu fordern, dass sich diese gefälligst an die Gesellschaft anzupassen haben!

Dabei müssten beide aufeinander zugehen und nicht nur eine Seite dazu gezwungen werden. Ich schäme mich für ihre wenig durchdachten Worte, dabei habe ich letztes Jahr einen Tweet von Ihnen rtweetet, indem Sie die Gesellschaft dazu aufforderten, Gehörlose den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Aber jetzt ist mir klar: Gehörlose im Alltag und im Berufsleben? Aber gerne - nur zu unseren Bedingungen und so bequem wie möglich! Das sind die typischen Bedingungen der CSU/CDU, FDP - und es streicht deutlich heraus, dass ihr euch EINFACH nicht vorstellen könnt, wie es ist eingeschränkt zu werden von eurer ewig gestrigen Politik und ebenfalls könnt ihr euch nicht vorstellen, dass Integration & Inklusion die Gesellschaft unglaublich bereichern auf Dauer.

Und verflucht noch mal, Deutschland ist Weltmeister im Aussortieren von Behinderten und TUT gar nichts dafür, um diesen Titel loszuwerden. Und eure verlogenen Worte der Homepage der CDU/CSU, dass ihr euch den Schwachen und Behinderten besonders verpflichten stehen im absoluten Widerspruch dazu, dass ihr Schuld seid am Wegfall der Rundfunkgebührbefreiung für Gehörlose, Schwerhörige und Blinde ab 2013, denn in 10 Bundesländern stellt ihr den Ministerpräsidenten und die haben mit den Rundfunkanstalten den Vertrag ausgearbeitet.

Ganz großartiger Beifall für sowenig Sachkenntnis, für diese tolle Gestik zu zeigen, wie sehr ihr euch den Schwachen und Behinderten verpflichtet fühlt.

Wisst ihr, was Barrierefreiheit auch bedeutet? Frei von einer Politik zu sein, die die Gesellschaft einschränkt anstatt bereichert. In dieser Art Politik seid ihr Weltmeister, Schwarz-Gelb.

Danke für's Zuhören. Und jetzt können wir alle mal wieder an die Arbeit gehen und uns den Rücken abbuckeln für die Schwachköpfe der Regierung, die die wirklich guten Vorschläge für eine inklusive Gesellschaft ständig niederbuckeln.

Dieser Tweet steht auch auf Twitter - und jetzt halt nun auch auf meinem Blog und es wurde höchste Zeit dafür, denn es ist keine gute Sache, wenn Christine Haderthauer im Amt der bayerischen Arbeitsministerin das Cochlear Implantat bis in den Himmel lobt und die Sache in diesem Punkt und Integration und Inklusion äußerst einseitig betrachtet.

Der Blick über den Tellerrand lässt diese ewig gestrige Politik einfach nicht zu und dafür schäme ich mich - für mein Land, dieses wunderschöne Deutschland mit seiner Industrienation, dass es eine inklusive und integrative Gesellschaft nicht hinbekommt durch diese Politik.

Samstag, 5. März 2011

Lasst Bilder sprechen...

Ich habe gedacht, da ich ja unter einer dummen Schreibblockade leide, umgehe ich diese auf eine andere kreative Weise und zeige euch mal ein paar Bilder, die ich im Rahmen der Bloggerei für euch gemacht habe. :-)

Zuerst zeige ich euch mal die versprochenen Bildern von der Podiumsdiskussion über die Behindertenpolitik am 5. Februar in Vaihingen, dann gibt's interessante Berlin-Fotos mit mir mit dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung.

Hier ist der Blogbericht aus Vaihingen: Politiker mit Ohropax!

Hier warten Marcel Karthäuser vom Deutschen Schwerhörigenbund, Bärbl Mielich/Grüne, Matthias Tröndle/SPD, Dr. Oechser/FDP und Gotthilf Lorch/DieLinke auf den Beginn.

Hier verrichtet eine Gebärdensprachdolmetscherin Rücken an Rücken mit dem Schriftdolmetscher ihre Arbeit.
Und so sieht das aus mit der Leinwand, wo man das Getippe des Schriftdolmetschers ablesen kann.

Und jetzt kommen wir zu den Berlinfotos, die am Donnerstagabend entstanden im Kleisthaus Berlin, dem Amtssitz des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung anlässlich der Ausstellungseröffnung von "Nicht normal" - es ist eine künstlerische Auseinandersetzung damit, was als normal empfunden wird in unserer Gesellschaft.

Das Plakat der Ausstellung, die noch bis zum 26. Mai 2011 im Kleisthaus, Mauerstraße 53, in Berlin-Mitte, Montag bis Freitag von 10-18 Uhr zu sehen ist.

Hier hielt Hubert Hüppe, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung die feierliche Eröffnungsrede. Die Gebärdensprachdolmetscherin ist nicht auf dem Foto zu sehen, aber sie war auch da! :-)

Die Infotafel barrierefrei mit Brailleschrift und einmal in Alltagssprache sowie in leichter Sprache.

Hier bin ich mit Herrn Hüppe, dem Behindertenbeauftragten der Regierung zu sehen und Martin Georgi, dem Vorstand der "Aktion Mensch" zu sehen. Es sieht so aus, als ob ich Herrn Hüppe anbeten würde, dabei lese ich ihm gerade nur von den Lippen ab. Da sprachen wir gerade über meinen Ableseservice während der WM 2010. Und ich habe ihm auch die Gebärdennamen der Politiker gezeigt. Die inoffizielle Gebärde für Merkel hat die beiden deutlich zum Grinsen gebracht. :-D Wer übrigens die Gebärdennamen der Politiker wissen will, der kann diesen Blog-Eintrag hier noch mal lesen: Gebärdennamen der Politiker!

Das Bild sieht sehr bescheuert aus, aber beim Gebärden sieht man manchmal aus, als hätte man unkontrollierte Gesichtszuckungen. Hier erkläre ich gerade, wie man "Nicht normal" gebärdet. ;-)
Im Kleisthaus liefen auch Filme, die leider ohne Untertitel waren, worauf ich Herrn Hüppe natürlich in meiner Eigenschaft als Aktivistin hingewiesen habe.

Aber es gab auch Filme mit Untertiteln. Nur schade, dass man eben nicht konsequent bei allen Filmen daran gedacht hat!

Hier stehe ich gerade vor einem Film, der mit der Idee spielt, was wäre, wenn die Implantate in unserem Körper ein Eigenleben entwickeln würden und vom Menschen komplett Besitz ergreifen? Und ich musste mich natürlich davor fotografieren lassen, weil ich ja auch ein Cyborg bin.

Und hier musste ich einfach grinsen, da ich dachte: "Du bist unmöglich - wenn du so weiter machst mit deinen Aktivitäten für eine bessere Behindertenpolitik, hast du in wenigen Monaten Hausverbot in allen möglichen Einrichtungen."

Das waren also meine "Sichtungen" in letzter Zeit im Bereich der Behindertenpolitik und jetzt habt ihr ne kleine Ahnung davon, wie ich die Welt haben will. :-)