Dienstag, 22. Dezember 2009

"Der Schnee macht die Welt also leise?"

Na, kann mir jemand sagen aus welchem Film dieser Satz ist?

Kleiner Hinweis: Natürlich wird in dem Film die Gebärdensprache gesprochen, so schwer will ich es euch ja nun wieder auch nicht machen! :-)

Nachtrag von 20:12 Uhr:

Sehr gut - die Kommentatoren haben recht. :-) Der Film ist aber auch schön.

Freitag, 18. Dezember 2009

Danke, ich habe es doch schon!

Letzter Abend auf der politischen Bildungsreise:

Gerade haben mein Mr. Berlin und ich meine wunderbare Dolmetscherin verabschiedet und uns herzlich bei ihr bedankt für die schöne Zeit zusammen. Sie hat wirklich wunderbar gedolmetscht!

Das Essen im Amici war superlecker, es gab Penne Bolognese. Kurz bevor das Essen kam, setzte sich eine Mitfahrerin der Reise zu mir und fragte, ob ich ein Cochlear Implantat hätte, sie würde da an der Ulmer Uni einen Professor kennen, der sich damit sehr gut auskennen würde...

Ich hab dann die Frau freundlich darüber aufgeklärt, dass ich das bereits habe. Aber irgendwie hat sie das nicht verstehen wollen und hat gemeint, ich solle mir das dringend mal überlegen, weil doch die Erfolgsaussichten damit so gut wären und die Lebensqualität auch. Das Cochlear Implantat hing übrigens nicht an meinem Ohr, sondern lag in meiner Tasche aus dem einfachen Grund, dass ich mich ganz und gar auf meine Dolmetscherin konzentieren wollte und nicht gestört werden wollte mittels Zwischenfragen an den Vortragenden. Und außerdem wie schon mal an anderer Stelle erwähnt stört es doch sehr beim Knutschen. ;-)

Sie hat sich dann wieder auf ihren Platz gesetzt und ich dachte, damit hätte es sich erledigt gehabt, aber vorsichtshalber packte ich meine CI-Box aus der Tasche aus, worauf mein Mr. Berlin mich anschaute: "Was machst du da?" "Falls sie wieder zurückkommt, kann ich ihr so zeigen, dass ich das CI bereits habe." Er zog eine Augenbraue hoch und meinte: "Ich fand ihr Verhalten unmöglich. Sowas macht man nicht einfach so vor dem Essen und überhaupt sieht man doch, dass es dir gut geht so wie es ist, ne?"

Das Essen wurde auf die Tische gezaubert. Irgendwie war mein Appetit durch den Schnupfen eher gedämpft gewesen die letzten Tage, doch jetzt konnte ich richtig reinhauen, was meinen Mr. Berlin doch sehr verwunderte: "Du hast ja Hunger!!" "Klar - nicht nur auf dich." Wir hauten dann beiderseits mit einem schuldigen Lächeln auf den Lippen ins Essen.

Die Frau, man möge mir verzeihen, dass ich ihren Namen nicht behalten habe, kam wieder zu mir und begann auf mich einzuquatschen. "Danke, ich habe es doch schon. Außerdem bezweifele ich, ob es wirklich gut ist seitens der Medizin alle Hörgeschädigten implantieren zu wollen. Meiner Meinung nach muss ein Anpassen der Gesellschaft an die Behinderten stattfinden als andersherum." Das fand sie nicht so prickelnd, aber die Adresse des Professor am Uniklinikum Ulm gab sie mir trotzdem.

Herr, schmeiss Hirn vom Himmel! Es war nur lieb gemeint, aber lieb gemeint ist oft das Gegenteil von GUT. Ihre Argumentation war in etwa so, dass ich dann nicht mehr auf eine Dolmetscherin angewiesen wäre, etc.

Es ist immer wieder fazinierend, wie einfach sich manche Menschen sich die ganze moderne Medizin vorstellen und denken, die ganzen Erfolgsaussichten vieler CI-Patienten wären beliebig erweiterbar auf alle Patienten. Das ist aber falsch - Erfolg ist individuell einstellbar.

Außerdem profitiert die Gesellschaft deutlich mehr davon, wenn sie sich den Wünschen der Behinderten anpasst als wenn die Behinderten sich komplett an die Gesellschaft anpassen.

Natürlich müssen sich die Behinderten auch der Gesellschaft anpassen, gar keine Frage, dass diese Anpassung keine Einbahnstraße von beiden Seiten sein sollte!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Lost in Gebärdensprache - mein Lieblingsvideoblogger und die Deutsche Gebärdensprache

Im August 2009 habe ich bereits mal über meinen Lieblingsvideoblogger Brian Melican und seine Videoserie "Lost in Deutschland" berichtet.

Meinen Lieblingsvideoblogger gibt es glücklicherweise auch mit Untertiteln!

Der Journalist und Sprachwissenschaftler hat sich in der heutigen Folge mit der Deutschen Gebärdensprache und ihrer "Unsichtbarkeit" im deutschen Fernsehen beschäfigt.

Anzuschauen ist das hier auf www.lostindeutschland.de - die untertitelte Version wird man wie immer etwas später auf www.deafvision.de finden.

Ich mag diese Folge ein kleines bisschen mehr als alle anderen. ;-)

Nachtrag vom 11.12.09: Auf der Homepage von DerWesten, wo auch die "Lost in Deutschland"-Videos" zur Verfügung gestellt werden, fand ich eine längeren Video-Beitrag über die Unterschiede der britischen und der deutschen Gebärdensprache. Zu sehen ist das längere, über 10-Minuten dauernde Interview mit Dr. Rathmann und Brian Melican hier:

http://www.derwesten.de/nachrichten/Viel-sagen-ohne-Worte-id2239701.html

Habe bereits bei Deafvision nachgefragt, ob man dieses Interview zusätzlich zur aktuellen "Lost in Deutschland"-Folge auch mit Untertiteln online stellen kann. Ich denke schon, dass sie das machen werden. :-)

Nachtrag vom 12.12.09:
Jetzt ist die Folge "Gebärdensprache" von "Lost in Deutschland" auch mit Untertiteln auf http://www.deafvision.de/deaftv/unterhaltung/lost-deutschland-69-gebaerdensprache zu sehen! *freu*

Ich warte noch auf die Untertitelung der längeren Folge mit Dr. Rathmann.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Enormer Arbeitsaufwand - und wo bleibt der Nutzen?

Da hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) für das Vorhaben die UN-Behindertenratskonvention in DGS-Videos (Deutsche Gebärdensprache) zu übersetzen wieder mal die großen Namen der Gehörlosenwelt enagiert. Nett ist übrigens, dass man die Gebärdensprachvideos gleich direkt auf der Startseite zum Anklicken findet!

Unter anderem wirken in den Videos so große Namen wie Thomas Mitterhuber (Spectrum11, München), Helmut Vogel (KUGG-Vorsitzender, Frankfurt) Daniela Gnerlich (Gehörlosenpädagogin, Hamburg) Thomas Zander (1. Vorsitzenden des Gehörlosenverbands Berlin) und Professor Dr. Christian Rathmann (Institut für Deutsche Gebärdensprache, Hamburg) mit.

Hier kann man die Videos anschauen:
Moderierter Überblick der Gebärdensprachvideos
Gebärdensprachvideos zur der UN-Behindertenkonvention

Schöne Sache an sich, aber da habe ich etwas ganz gewaltig zu beanstanden, nämlich der gleiche Punkt wie bei den politischen Gebärdensprachvideos - es wurde NICHT an Untertitel gedacht für Schwerhörige oder für Gehörlose die kaum oder mittelmässige Gebärdensprachkenntnisse haben - achja, da wären ja noch die Spätertaubten, die meistens gar keine Gebärdensprache können und auch die CI-Träger. Besonders ironisch ist, dass die Fremdwörter für Gehörlose wie "Würde" "Beeinträchtigungen" "Un-Behindertenkonvention" eingeblendet werden, was bedeutet, dass sehr wohl die Möglichkeit vorgelegen hätte, die Videos 1:1 zu untertiteln!

Hier sind die Beiträge zu den politischen Gebärdensprachvideos:
Politische Gebärdensprachvideos Teil 1 und Politische Gebärdensprachvideos Teil 2

Entschuldigung, aber das ist Audismus unter Gehörlosen - da sind so große Namen dabei und keiner von ihnen sagt: "Ja, das ist kein Problem, wir übersetzen Ihnen das Gewünschte in unsere Sprache, aber dafür sind die Videos auch mit Untertiteln versehen."?! Ich kann mir das nur so erklären, dass die großen Namen Hardcore-Gehörlose sind und daher schon zufrieden sind, wenn die Videos "wenigstens" in Gebärdensprache vorliegen, weil damit die Abdeckung der meisten Hörgeschädigten erreicht ist und ein beliebtes Argument der Gehörlosenwelt ist oft: "Was, du kannst nicht so gut gebärden? Dann musst du es lernen!"

Besonders von Dr. Rathmann bin ich enttäuscht - noch im Januar 2009 hatte ich das Vergnügen ihn in Ulm auf der KOFO "Audismus" in Action zu erleben und dabei hat er auch betont, dass Audismus nicht nur von Hörenden auf Gehörlosen ausgeübt wird, sondern auch von Gehörlosen auf Gehörlosen und die folgenschweren Auswirkungen dessen auf die Gehörlosenwelt. Er hat genau das bestätigt, was ich schon seit langem festgestellt habe in der Gehörlosenwelt. Und Dr. Rathmann beteiligt sich dann selbst an Audismus?!

Hier argumentiert Dr. Rathmann in einem Video für 100% Untertitel!

Ein Interview mit Dr. Rathmann

Und hier nochmal die Definition von Audismus nachzulesen in Wikipedia!

Ich bin der Meinung, dass sich die Beteiligten an den Videos sich noch mal zusammensetzen sollten und sagen: "Okay, wir fordern zusätzlich Untertitel, damit auch die 100% aller Hörgeschädigten erreicht werden können!"

Ich bin gespannt, wie die Sache noch ausgeht - ich stelle hier noch mal klar: "Ich habe nichts gegen Gebärdensprachvideos, aber wenn dann richtig! Und zwar auch mit Untertiteln!"

Nachtrag um 16:40: Ralph Raule hat sich einem Kommentar zu Wort gemeldet:
"Halllllloooo, hier wird etwas nicht verstanden. Warum soll es Untertitel geben, wenn die Texte doch schon vorliegen? Einfach mal die UN-Konvention in die hand nehmen und lesen. da steht alles. Die Videos in Gebärdensprache geben nur wieder, was schon als Texte vorliegt, nicht anderes, nichts Neues. Warum also Untertitel?!"

Dazu möchte ich folgendes sagen: Die UN-Konvention umfasst 40 Seiten im PDF und es ist sehr umständlich zu lesen, weil man nicht einfach schauen kann, welches Kapitel am interessantesten für einen ist und darauf klicken kann zum Lesen - da ist es meiner Meinung nach besser gemacht mit den Gebärdensprachvideos, die man Kapitel für Kapitel anklicken kann.
Die Un-Kovention liest sich für mich schon ziemlich einfach, aber wie ist es für hörgeschädigte Menschen mit weniger Lesekompetenz? Es ist ja nicht so, dass ein hörgeschädigter Mensch, der wenig Lesekompetenz automatisch gut gebärden kann oder über volle Lesekompetenz verfügt, weil er wenig Gebärdensprachkenntnisse hat. (Es gibt übrigens einen Verein, der sich für "Leichtere Sprache" bei Texten, z.b. Gesetzestexte, einsetzt,
was ich begrüßungswert finde, denn davon profitieren alle, nicht nur die Gehörlosen. Streiten könnte man darüber, ob man dadurch verwöhnt wird, wenn man keine schweren Texte mehr vorgesetzt bekommt. Auf der Homepage des BMAS gibt es keinen Hinweis darüber, ob der Text auf der Seite des BMAS ein Text in leichterer Sprache ist, was sinnvoll wäre in dem Fall, weil es um die Rechte behinderter Menschen im allgemeinen geht!)

Manche Menschen lesen übrigens nicht gerne, dazu gehören auch viele hörgeschädigte Menschen - will man gebärdenschwache Menschen mit wenig Lesekompetenz oder Leselust dazu zwingen sich einen schweren Text reinzuziehen, wenn die Vermittlung ganz einfach über Untertitel passieren könnte?

Ich bin außerdem der Meinung, dass es verwirrend ist für Hörende, wenn sie sehen, dass Gebärdensprachvideos ohne Untertitel auf Seiten der Behörden gezeigt werden, denn dass könnte für sie zum Glaueben führen, dass hörgeschädigte Menschen vor allem eine Einblendung des Gebärdensprachdolmetschers im Fernsehen wünschen, was so aber gar nicht stimmt.

Es muss eine einheitliche Norm her für Gebärdensprachvideos -die Videos müssen zugleich auch über Untertitel verfügen, weil hörgeschädigte Menschen einfach unterschiedliche Bedürfnisse haben!

Außerdem wird durch die zusätzliche Einblendung der Untertitel sichergestellt, dass 100% der Informationen bei allen Hörgeschädigten ankommt!

Ist das nun soweit und verständlich klar, worum es mir geht? Es geht mir um die Einbindung, um die Vermittlung der bereitgestellten Informationen für alle Gruppen der Gehörlosen und nicht mehr und nicht weniger!

Wir sitzen nun mal alle im gleichen Boot, also sollten wir auch gemeinsam rudern, d.h. einheitliche Leitlinien festsetzen, die der Bedürfnissen aller zugute kommen!



Donnerstag, 3. Dezember 2009

Eins haben beide gemeinsam!

Ray Dobson und die Hündin Goblin haben eins gemeinsam: Sie wurden von ihrer Umwelt zwangsisoliert durch das Verhalten der Gesellschaft.

Die Hündin Goblin landete im Tierheim und Ray Dobson im gesellschaftlichen Aus, weil er immer schlechter hörte.

Jetzt sind beide wieder mittendrin im Leben durch das Projekt "NEADS", wo Tierheimhunde zu Hilfshunden für Gehörlose ausgebildet werden.

Ein sehr schöner Zeitungsbericht aus Washington, aber lest selbst!

Tierheimhunde werden zu Hilfshunde für Gehörlose ausgebildet

Interessanterweise haben die Tierheimhunde, die sich für dieses Projekt eignen, einiges mit den Gehörlosen gemeinsam. ;-)