Freitag, 30. Oktober 2009

HURRA!

Der Organisator, also das Bundespresseamt übernimmt doch noch die KOSTEN!

Mensch, bin ich erleichtert und sowas von meiner Vermittlerin dankbar!

So, jetzt kann Berlin kommen! Aber natürlich werde ich mich trotzdem einlesen in die Materie, man kann doch nicht unvorbereitet irgendwohin fahren, gell?

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Probleme mit der Kommentarfunktion!

Leute,

wenn ihr Probleme habt mit der Kommentarfunktion, dann lasst es mich bitte wissen, damit ich der Sache besser auf den Grund gehen kann. Bisher scheint das total unlogischen Regeln zu folgen, warum das mal geht und mal nicht!

Danke!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

WTF? Von Pontius zu Pilatus pilgern - Teil 3

Ich habe vorhin mit meiner Dolmetscherin geredet, die eine mündliche Kostenzusage hat vom Bezirk Schwaben - mir dagegen flatterte der Ablehnungsbescheid über den Monitor.

Hoffentlich gilt die mündliche Zusage. *hoff*

Von Ponitus zu Pilatus - eine Enttäuschung!

Heute war ich also in Augsburg beim Bezirk Schwaben.

Anfangs zeigte man sich ja sehr kooperativ, der zuständige Herr telefonierte sogar mit den Dolmetscherzentralen und dem Bundespresseamt, was mich sehr zuversichtlich stimmen liess.

Und vorhin flatterte mir der Ablehnungsbescheid über die kulturelle Eingliederungshilfe auf den Monitor mit der Begründung, dass eine Notwendigkeit nicht gegeben seie und es von wem auch immer, versäumt wurde rechtzeitig dem Organisator Bescheid zu geben, dass einer notwendig seie und der Umstand, dass alle Dolmetscher die die beim Organisator unter Vertrag stehen, ausgebucht sind, stellt kein Anspruch auf kulturelle Eingliederungshilfe dar.

Ich stelle hierzu fest: Es wurde kein Versäumnis begangen - DADURCH, dass man mich von Pontius zu Pilatus geschickt hat, durch diesen gottverdammten Behördendschungel ist mir ein Zeitverlust entstanden, den ich schon durch mein eigenes Behmühen bestmöglichst gedämmt habe.

Verflucht noch mal! Kann ich was dafür, dass die Dolmis ausgebucht sind, die einen Vertrag beim Organisator? *indieTischkantebeiss*

Fazit: Es muss bessere Informationen für den Bürger geben, WOHIN man sich zu wenden hat, ohne dass man dauernd von A nach B geschickt wird.

Und zweitens: Ich habe einen Anspruch darauf und ich will diesen erfüllt kriegen. Ich seh es nicht ein, warum ich keine Flexibilität an den Tag legen darf, wenn ich mich weiterbilden will - einen Dolmetscher muss man nämlich lt. meinen gehörlosen Freunden und deren Erfahrungen so 3-6 Wochen im Voraus bestellen, was jede Spontantität im Keim erstickt.

Drittens: Ich WERDE trotzdem viel Spaß haben und mich halt weiter in die Thematik einlesen, um die es wahrscheinlich gehen wird und vor allem mich in die allererste Reihe stellen und den Vortragenden darum bitten, langsam und deutlich ohne Dialekt zu reden.

Dann sollte ich immerhin schon 65% an Informationen mitkriegen.

Schade um die 35% Informationsverlust, die dadurch entstehen, dass ich nicht gleichzeitig aufs Objekt und die Lippen des Sprechers gucken kann.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Von Pontius zu Pilatus pilgern - meine Mission derzeit

Jeder, der sich schon mal durch den Behördendschungel gekämpft hat, wird wissen, wovon ich gerade spreche und wie furchtbar das ist.

Warum ich mir das gerade antue? Dazu muss ich jetzt mal etwas weiter ausholen: Vor gut 3 Wochen sprach man mich an, WAS ich mir denn zum Geburtstag wünschen würde? Ich meinte, dass ich ganz gerne mal nach Berlin fahren würde, denn irgendwie habe ich es bis jetzt einfach nicht geschafft trotz der jahrelangen Anziehungskraft, die die Stadt auf mich hat, ihr einen gebührenden Besuch abzustatten. Mein letzter Besuch liegt vor dem Mauerfall, d.h. ich war damals mit zarten 6 Jahren jeweils in Ost- und Westberlin zu Besuch. Davon ist mir nur die tolle Wohnung der Freundin meiner Mutter, der nette Pantomime und der Grenzüebrgang am Checkpoint Charlie in Erinnerung geblieben. Ich saß da im Auto in meine Lieblingsdecke eingewickelt, die ich übrigens heute immer noch habe und der Grenzbeamte blickte mich durch das Autofenster an. Ich hörte auf der Stelle auf zu nuckeln an meiner Kabaflasche und sah ihn mit großen Augen an, worauf dieser anfing zu lächeln.

Donnerstag, den 15. Oktober segelte meiner Mutter eine Einladung zur einer Politischen Bildungsfahrt der Grünen/Bündnis90 nach Berlin auf den Tisch durch den glücklichen Umstand, dass sie mit der Schwester von ihrem Exfreund befreundet ist, mit dem sie übrigens auch noch befreundet ist und dieser sitzt im Wahlkreis der Grünen. Diese Einladung reichte sie also weiter an mich und meine Anmeldung schickte ich gleich am Freitag, den 16. Oktober ab.

Am Montag, den 19. Oktober konnten wir dank diesem Bekanntheitsgrad in Erfahrung bringen, dass bis Montagmorgen ALLE Plätze belegt waren, aber dann ein Paar abgesagt hat, d.h. es wurden also 2 Plätze frei. Einen davon schnappte ich mir und ich wurde gefragt, ob ich nicht noch jemanden wüsste für den anderen freien Platz.

Habe eine gehörlose Freundin gefragt, ob sie auch mitwill, aber leider hatte sie schon ihre Skiferien gebucht - tja, war also nichts.

Am Dienstag, den 20. Oktober, konnte ich in Erfahrung bringen, dass ich dem Organisator Bescheid geben muss, damit dieser einen Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung stellt, was ich auch umgehend tat.

Und ich werde nicht ganz alleine sein auf dieser Reise, denn es kommt jemand mir Bekanntes mit, was mich sehr freut.

Nun am Donnerstag, den 22. Oktober, kriege ich mitgeteilt, dass das Bundespresseamt leider keinen Dolmetscher zur Verfügung stellen kann, was also die logische Folge hat, dass ich kulturelle Eingliederungshilfe für Behinderte beim Sozialamt meiner Stadt beantragen muss zur Übernahme der Dolmetscherkosten.

Bin also Freitag, den 23. Oktober in aller Früh aufs Sozialamt gegangen und habe mir die Antragsunterlagen geholt und zugesagt, dass ich die Unterlagen am Montag dort abgebe.

Habe ich alles auch ganz brav getan am Montagnachmittag, dort sagte man mir: "Wir schicken jetzt die Unterlagen ans Landratsamt." Wie jetzt? Wir hatten bereits 17 h, also erklärte ich mich bereit, die Unterlagen höchstpersönlich da abzugeben.

Heute geh ich also ganz brav aufs Landratsamt und dort, wie sollte es anders sein, sagt man mir: "Wir schicken den Antrag an den Bezirk Schwaben, dh. nach Augsburg.".

Ergebnis: Ich werde mich also morgen in den Zug setzen, gottseidank fahre ich mit dem Schwerbehindertenausweis in den Nahverkehrszügen umsonst und da den Antrag abgeben und um eine schnelle Abwicklung bitten und am Donnerstagnachmittag nochmals nach Augsburg fahren, um das Ergebnis zu erfahren.

Und ich darf nicht vergessen, am Donnerstagnachmittag aufs Rathaus zu laufen, um zu schauen ob mein neuer Personalausweis endlich da ist!

Wenn alles gut geht, habe ich für meine politische Bildungsreise, die am kommenden Sonntag beginnt und am Mittwoch wieder endet, einen Gebärdensprachdolmetscher und einen nagelneuen Personalausweis.

Eine politische Bildungsreise kostet übrigens NICHTS außer einem Unkostenbeitrag von 20 €.

Die Kosten für den Gebärdensprachdolmetscher, den ich für 15 Stunden brauchen werde, belaufen sich auf 825 €, was 55 € pro Stunde macht. Wahrscheinlich kommen da noch mal 2 zusätzliche Dolmetscherstunden dazu, da bei Vorträgen und einer Dolmetschdauer von 2 Stunden 2 Dolmetscher zur gleichen Zeit vor Ort sein müssen.

Ironie der Geschichte ist übrigens: Dank meiner guten kommunikativen Fähigkeiten konnte ich bzw. kann ich von Pontius zu Pilatus pilgern, OHNE einen Dolmetscher auf Behördengängen oder etwa bei Arztbesuchen zu brauchen. Aber diesmal pilgere ich, um einen Dolmetscher zu bekommen.

Andere Gehörlose brauchen übrigens meistens auf Behördengängen oder bei Arztbesuchen einen Dolmetscher, was die Flexibilität ungeheuer einschränkt aus meiner Sicht, denn ich kenne es nicht anders.

Wie gesagt: Drückt mir weiterhin die Daumen, dass es doch noch klappt einem Dolmetscher für mich, ansonsten werde ich mir alles vorab anlesen müssen, damit ich mich orientieren kann, worum es geht!

P.S. Danke für die Kommentare @Christiane&Julia!

Das Problem ist die kurze Vorlaufszeit und beim Bundespresseamt erklärte man mir, dass sie zwar Verträge haben mit Gebärdensprachdolmetscher und diese alle schon für den gewünschten Zeitraum besetzt sind. Gebärdensprachdolmetscher, die nicht bei ihnen unter Vertrag stehen, werden nicht von Ihnen bezahlt.

...darum muss ich das jetzt über die kulturelle Eingliederungshilfe machen, anstatt mich zurückzulehnen.. - aber die Reise werde ich mir nicht vermiesen lassen! :-)

Freitag, 23. Oktober 2009

In welcher Sprache träumst du?

Ab und zu stellt man mir diese Frage, ob ich im Traum sprechen würde oder gebärden würde?

An sich eine interessante Frage - ich weiß von mir, dass ich im Schlaf rede und sonst auch immer im Traum rede wie mir im Wachzustand der Schnabel gewachsen ist.

Liegt wohl daran, dass das Deutsche meine Muttersprache ist, dann kommt wohl Englisch als Zweitsprache und erst dann die Gebärdensprache überhaupt.
Ich kenne aber einige Gehörlose, die die Gebärdensprache wie ich auch sehr spät erlernt haben mit dem Unterschied, dass sie zu deren Muttersprache geworden ist, d.h. sie gebärden auch im Traum.

Eigentlich logisch, dass Menschen in ihrer Muttersprache träumen, aber was ist, wenn man sich z.b. ins Ausland zieht und dann auch die Landessprache lernt - träumt man dann irgendwann in der Landessprache oder reden die Protagonisten im Traum mit denen man eigentlich in der jeweiligen Landessprache kommunziert, plötzlich die Muttersprache?

Mich würde es mal interessieren, ob Gebärdensprachdolmetscher auch manchmal in Gebärden träumen, denn ich glaube, man muss für diesen Job berufen sein, denn Gebärdensprachdolmetscher sind nur in ganz selten Fällen CODAS (Children of Deaf Adults - Kinder mit gehörlosen Eltern bzw. Kinder von gehörlosen Erwachsenen).

Vielleicht kann ich in den nächsten Tagen mal einen Gebärdensprachdolmetscher fragen, wie er träumt, denn ich werde wohl einen enagieren, wenn ich denn einen finde und darüber wird kräftig gebloggt werden, warum und wieso ich einen brauchen werde.

Samstag, 17. Oktober 2009

Deaf-Vision mal bildbewegt vorgestellt!

Das bekannte Magazin für Hörgeschädigte, "Sehen satt Hören" hat jüngst über die Macher vom Onlineportal www.deafvision.de berichtet.

Beitrag über "Deafvision.de"

Dabei herausgekommen ist dieser nette Beitrag, der einige Fragen aufwirft, vor allem ab der 06:27 Beitragsminute, denn die Macher würden gerne ihre Vision von einem gehörlosenfreundlichem Fernsehprogramm ins Fernsehern rübertransportieren und eigentlich wäre das Fernsehen auch bereit dazu. Natürlich ohne etwas für die entwickelte Software zu bezahlen - wie stellt sich das Fernsehen das eigentlich vor?

Da führt ein junges enagiertes Team vor, wie das geht mit der Untertitelung und der Dolmetschereinblendung und das Fernsehen möchte das alles umsonst haben. Es ist ja nicht so, dass das Fernsehen die komplette Untertitelentwicklung verschlafen hat, sondern einfach zu faul ist, die ganze Entwicklung mitzuverfolgen auf eigene Kosten.

Das neue Nachrichtenstudio des ZDF hat 30 Millionen Euro gekostet - eine Stange Geld. Natürlich stellt sich dabei für mich die Frage, ob das neue Nachrichtenstudio wirklich so imagefördernd ist für das ZDF?! Eine neue Untertitelsoftware und sowie ein durchgängig untertiteltes Programm im ZDF wäre eine Premiere gewesen im deutschen Fernsehen und hätte sicherlich nicht soviel gekostet und das Image wäre in ungekannte Höhen gerauscht.

Aber nein: Das ZDF bringt es nach dem heutigen Stand - im Gegensatz zur Schweiz - bis heute nicht fertig Sendungen wie "Wetten, dass.." live zu untertiteln!

Meinen allerhöchsten Respekt für das junge Team von www.deafvision.de, man kann nur hoffen, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und das Portal nicht irgendwann wieder aufgegeben wird, denn ihre Idee ist wegweisend!

Neulich habe ich erfahren, dass die ARD mit den Kollegen im Ausland, die schon weiter sind in Sachen Untertitel, zusammenarbeitet. Das ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber wann werden die Folgen wirklich spürbar sein?

Es ist noch ein langer Kampf bis dahin.

Ich kann mich nur wiederholen: Es wäre eine ungeheure Signalwirkung für die deutsche Fernsehlandschaft, wenn ein Fernsehsender damit beginnen würde sein Programm durchgehend zu untertiteln.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Auf der falschen Schiene unterwegs - die Desinformation der Bahn

Heute ist Donnerstag - seit einigen Wochen immer der "Lost in Deutschland"-Donnerstag. Heute hat Brian Melican die tolle Effektivität der deutschen Bahn gelobt, nachzulesen ist das hier:

Lost in Deutschland im Miniaturwunderland

Die untertitelte Version von LiD auf www.deafvision.de braucht noch ein paar Tage, bis sie online verfügbar ist.

Ich kann es nicht beurteilen von meiner Warte her, ob die Informationen seitens der Bahn immer so prall gefüllt sind, wenn diese über die Lautsprecher gequakt werden, aber anscheinend werden die notwendigsten Informationen gerne über Lautsprecher verkündet.

So geschehen am Wahlsonntag, den 27.09.09, wo ich mit der Bahn unterwegs war. Dank meines Schwerbehindertenausweis ist es mir möglich gratis die Nahverkehrszüge der DB zu benützen dürfen. Schwang mich also um 14:19 in den Zug nach Buchloe und mußte dort umsteigen - der Umstieg war genau gegenüber und dort stand auch schon ein Zug. Abfahrtszeit war um 15:46 angegeben. Stand auch auf der Anzeigentafel zu lesen.

Da wir erst 15:22 hatten, habe ich aufgrund meiner langen Liste von Erfahrungen mit der Bahn den Lokführer gefragt, ob dies auch der Zug nach Memmingen ist, was dieser bejahte, worauf ich den Zug enterte.

Plötzlich fuhr der Zug um 15:36 los, was mir spanisch vorkam - vorbildlich war übrigens, dass der Zug eine Haltestellenanzeigentafel besaß und ich so lesen konnte, wo genau der Zug grad hielt. Ich machte mich auf den Weg zum Zugführer, der übrigens jetzt ein anderer war als davor und schilderte ihm mein Problem. Der Zugführer zückte sein Bahntelefondingsda, wo alle Verbindungen elektronisch abgerufen werden konnten und empfahl mir in Augsburg in den ICE umzusteigen und rief gleichzeitig im Zug an, ob die 2 min auf mich warten könnten - das war kein Problem für den ICE. Dann fiel mir ein, dass ich ja mit dem Schwerbehindertenausweis unterwegs war und erklärte dem Zugführer das noch mal, der nochmal dem ICE Bescheid gab und es war ebenfalls kein Problem.

Prima, so lob ich mir die Organisation der deutschen Bahn! Manchmal ist sie wirklich sehr nett von der Freundlichkeit und der Problemlösung her. Oder lag es daran, dass es Wahlsonntag war? Diese Notwendigkeit hatte ich aber noch gar nicht verkündet, sondern mir als Trumpf im Ärmel zurückbehalten, falls die Problemlösung nicht so zufriedenstellend gewesen wäre.

In Ausburg konnte ich also um 16:04 in den ICE einsteigen, der unterwegs war in die Hansestadt Hamburg, worüber ich leicht schmunzeln mußte. Punkt 17:06 war ich also in Ulm und wartete auf eine weitere 15minütige Verbindung. Abfahrszeit war mit 17:24 angegeben.

Um 17:22 verließ die Menschenmenge plötzlich wie ein Haufen dressierter Lemminge den Bahnsteig, worauf meine Konditionierung mir sagte, dass es eine Durchsage gegeben haben muß und der Zug nun woanders abfährt - ein Blick in die Anzeigentafel auf dem Bahnsteig sagte mir, dass ich nun fragen gehen mußte, denn es wurde keine Gleisänderung in Laufschrift bekannt gegeben.

Nun schnappte ich mir eine nette Passantin und fragte diese, ob der Zug auf einem anderen Gleis abfahren würde? Sie bestätigte dies und so folgte ich der Menschenmenge auf das andere Gleis.

Dort stand tatsächlich der gewünschte Zug und so konnte ich um 17:40 an meinem gewünschten Wahlort abgeholt werden und um 17:59 ins Wahllokal einkehren und fix meine 2 Kreuze machen.

Die Bahn hat zwar Anzeigentafeln auf vielen Bahnhöfen, aber nicht immer wird an die Benachrichtigung per Laufschrift gedacht. Oder andere behindertenfreundliche Einrichtungen an den Bahnhöfen wie z.b. Aufzügen oder Rampen, die auch Müttern mit Kinderwagen zugute kommen.

Mag sein, dass einige Kuhdörfer einen eigenen Bahnhof haben, aber dann meistens ohne Anzeigentafeln. Ich kenn da eins bei Freising, erst kürzlich hat man da den alten Bahnhof abgerissen und ein paar hundert Meter weiter neu aus dem Boden gestampft. Und alle 5 Meter steht ein Laternenpfahl am Bahnsteig, woran Lautsprecherboxen montiert sind. Aber komischerweise geht kein einziger von denen und eine Anzeigentafel fehlt schon mal vollständig. Man ist also darauf angewiesen den Fahrplanaushang zu suchen oder sich halt im Internet zu informieren vor der Abfahrt. Aber behindertenfreundlich für Rollstuhlfahrer ist dieser Bahnhof in der Pampa schon!

Ich würde mir wünschen, dass die Bahn effizenter denkt bei den Ausgaben für Lautsprecherboxen, wenn die zum Beispiel erstens in der Überzahl sind und dann gar nicht in Betrieb sind - da könnte man doch das Geld besser in eine Anzeigentafel investieren und in funktionierende Lautsprecher!

Ich seh schwarz für die "Deutsche Organisationsporno der n-ten Potenz", wie Brian es formuliert hat, wenn die Bahn privatisiert wird.

Ich könnte noch einige Beispiele der Desinformation der Bahn aufzählen, die nicht nur mir passiert sind, weil ich nicht hören kann, sondern auch meinen hörenden Bekannten - das ist ein häufiges Problem auf Bahnreisen.

...to be continued..

P.S. Es gibt noch einen Blogartikel, wo ich die Alltagsprobleme von Gehörlosen kurz anreisse:

Alltagsprobleme von Gehörlosen

Sonntag, 4. Oktober 2009

In die Röhre geguckt bei "Wetten, dass..." !

Angekündigt waren eine Live-Untertitelung bei der Liveshow, aber was war? Nix.

Die Wiederholung heute vormittag um 10:15 wird mit Untertiteln sein, aber in welcher Art? Zusammengefasste oder Scrolling?

Warum kriegt das ZDF eine Live-Untertitelung nicht gebacken? Also, ich verstehe es nicht, denn die Schweiz kriegt das nämlich fertig - die Preisfrage jetzt lautet: "Warum kann das ZDF nicht die Untertitel von der Schweiz mitsenden?"

Da werde ich mal der Sache auf der Spur gehen und eine flotte Mail an das ZDF schreiben. Bin mal gespannt auf das Ergebnis.

Die die letzte Antwort vom Zweiten auf diesen Zustand war eine ziemlich freche:

Antwort vom ZDF zur Nicht-Untertitelung von Wetten, dass..

Ziemlich dreist, oder?

Mal sehene, ob eine weniger dreiste Anwort zurückkommen wird!

Samstag, 3. Oktober 2009

Wie sehen moderne Untertitel, also gescrollte Untertitel aus?

Im englischsprachigen Raum sind gescrollte Untertitel, wo Wort für Wort untertitelt wird anstatt das Gesagte zusammengefasst, längst ein Qualitätsstandart.

Heute Abend wird "Wetten, dass..." erstmals im deutschen Fernsehen mit Live-UT gezeigt, wobei ich sehr gespannt bin auf die Art der Untertitelung! Wird sie aus Scrolling oder aus zusammengefassten Untertiteln bestehen?

Die ARD hat das Kanzlerduell mit Scrolling-Untertiteln gezeigt, leider hatte ich Probleme mit dem Emfang und habe dies auch der ARD gestern übermittelt, worauf ich heute (AM FEIERTAG!!!!) sehr nette persönliche Antwort erhielt.

Hier ist ein nettes Video aus der Schweiz mit Scrolling-Untertiteln:




Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis sich diese moderne Art der Untertitelung endgültig durchgesetzt hat im deutschen Fernsehen, denn diese Untertitelung besitzt einen unschätzbaren Vorteil: Es gehen keinerlei Informationen mehr verloren wie bisher bei den zusammengefassten Untertiteln!

Ich hoffe weiterhin, dass die Untertitel im deutschsprachigen Fernsehen endlich auch DVD-Untertitel-Qualität erreichen, denn es gibt ein sehr trauriges Beispiel dafür - ich besitze "Notting Hill" auf DVD und konnte die Untertitelung von Notting Hill im Fernsehen mit den DVD-Untertiteln vergleichen und war völlig entsetzt über die schlechte Untertitelung, denn der Wortwitz und die Dialoge wurden völlig verstümmelt wiedergegeben. Leider ist das Hauptargument der meisten Fernsehanstalten für solche Untertitel immer noch, dass die 1:1-Untertitelung zu schnell und schwer verständlich seie für die gehörlose&schwerhörige Zuschauerschaft - wohl aus Bequemlichkeit.

Auch ist es manchmal ärgerlich, wenn man abliest von den Lippen und anhand der Untertitelung merkt, dass dies nicht mit untertitelt wurde, wo man manchmal das Gefühl der Bevormundung kriegt, dass man eben nicht alles mitbekommen darf/soll.

Also, meine Hoffnungen ruhen auf den Scrolling-Untertiteln, denn Untertitel in hoher Qualität stellen Informationen sicher! :-)

P.S. Die Meldung, dass "Wetten, dass..." im deutschen Fernsehen erstmals mit Untertitel gezeigt wird, war eine ENTE! Die Wiederholungen von "Wetten, das..." wurden allerdings mit Untertitel gezeigt, die Qualität war aber nicht besonders toll.

Freitag, 2. Oktober 2009

"Wetten, dass..." morgen Abend um 20:15 mit LIVE-UT!

Nun zieht das ZDF auch gleich mit dem Schweizer Fernsehen und bietet "Wetten, dass.." mit Live-UT an.

Interessant wäre es zu wissen, ob das ZDF meinem Vorschlag gefolgt ist und die Untertitel aus der Schweiz mitsendet oder ob sie diese auf einem eigenen Weg über deren Sprachenerkennungsoftware schalten.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis - die Live-UT per Scrolling in der ARD waren etwas enttäuschend, da fehlerbehaftet und zeitweise totaler Ausfall durch Auftauchen sämtlicher Umlaute.

Interessante Entwicklung derzeit in der Medienlandschaft - es scheint so, als ob nicht nur die Politik die Gehörlosen&Schwerhörige als Teil der Gesellschaft entdeckt hat!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

"Wissen macht ah!" mit Gebärdensprache

Am Samstag sah ich zufällig, dass die Sendung "Wissen macht ah!" mit einem Gebärdensprachdolmetscher stattfand und laut der Info ist die Sendung auch die einzige Kindersendung im deutschen Fernsehen mit einem Gebärdensprachdolmetscher.

Jedenfalls war es sehr nett und hier gibt es das WebTV dazu:

http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/bibliothek/gebaerde.php5

Und es gibt auch einen weiterführenden Link:

http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/bibliothek/gebaerdensprache.php5


Es ist kindgerecht gemacht und der Gebärdensprachdolmetscher wirkt auch sehr sympahtisch.

Allerdings muss ich doch bisschen meckern, denn bei der Einführung zum WebTV-Videoclip steht folgendes:"Gehörlose können sich nicht über gesprochene Worte miteinander verständigen. Sie haben eine eigene Sprache: die Gebärdensprache. Was das ist und wie sie funktioniert, seht ihr hier!"

Nee, also echt! Das ist eine Desinformation - Gehörlose können sehr wohl sprechen und sich auch über Sprache artikulieren und sogar mit Hörenden reden. ;-)
Ich vermute, dass diese unglückliche Wortwahl daher rührt, dass Gehörlose untereinander ihre Sprache bevorzugen zur Kommunikation und daher wird wohl dieser Eindruck für Außenstehende vermittelt.

Aber ansonsten sehr nett gemacht halt. ;-)