Montag, 31. August 2009

Fahrschule für Gehörlose

Hier gibt es einen sehr schönen Bericht der Frankfurter Allgemeine über eine Fahrschule für Gehörlose.

Ohne Worte erklären, wo es langgeht

An dem Artikel habe ich gar nichts zu bemäkeln. :-)

Die Deaflympics - Olympische Spiele abseits der Medien

Mit der Leichtathletik-WM und dem Golden-League-Meeting ist die Leichtathletik-Saison gelaufen und es gibt nichts mehr in dieser Richtung, was einer Erwähnung wert wäre? Oh doch! Nur finden diese in der "Stille" statt.

Die Olympischen Spiele der Gehörlosen starten in 5 Tagen in Taipeh/Taiwan und so ziemlich keiner außer den Gehörlosen wird sich für die Ergebnisse der Spiele interessieren, denn anders wie die Paralympics werden diese nicht im Fernsehen übertragen werden.

Schade um diese vertane Möglichkeit für Hörende tiefer in die Gehörlosenwelt einzutauchen und festzustellen, wie nicht nur der Sport sondern auch die Gebärdensprache die Athleten miteinander verbindet!

Die Leistungen der gehörlosen Athleten erreichen nicht selten das Niveau ihrer nichtbehinderten Kollegen.

Ich denke, eine angemessene Berichterstattung im Fernsehen und in den Zeitungen wäre auch für die hörenden Zuschauer interessant.

So schwierig dürfte das ja nicht sein - es fehlt nur an der Lust.

Hier noch eine interessante Seite über die Deaflympics - gestellt vom Deutschen Gehörlosen Sporverband:

Sonntag, 30. August 2009

Deaflympics-Berichte per Web-TV

Da hat sich der deutsche Gehörlosen-Sportverband etwas Tolles einfallen lassen mit der Homepage rund um die Deaflympics, sogar Web-TV wird angeboten.

Die Videos sind alle mit Gebärdensprache und Untertiteln versehen - wer also mal sehen möchte, wie sportliche Begriffe wie Leichtathletik gebärden werden, der kann das hier.

Auch kommen bekannte gehörlose Sportler im Video zu Wort, sei es der Zehnkämpfer Christoph Bischlager oder andere.

Und wer z.b. nicht wußte, dass das Bundesministerium des Innern für Sport zuständig ist, wird hier seinen Wissenstand erweitern können.

Deaflympics 2009 in Taipeh/Taiwan vom 05. September - 15. September 2009

Der amtierende Fußball-Weltmeister der Gehörlosen kommt aus...

Deutschland!

In einem spektulären Finalspiel gegen die Türkei setzte sich die Herren-Nationalelf der Gehörlosen Deutschlands mit 8:6 durch, das Spiel war hochklassig und dramatisch bis zur letzten Sekunde durch die Verlängerung und das anschliessende Elfmeterschiessen.

Es ist zwar schon ein Jahr her - das ganze ereignete sich im EM '08-Sommer in Griechenland, Patras, aber dennoch berichtenswert, da die Deaflympics vor der Türe stehen.

Die Nationalelf der gehörlosen Frauen Deutschlands holte den Vizetitel.

Beide Mannschaften sind bei den Deaflympis ernsthafte Favoriten auf den Olympiasieg. :-)

Ein Bericht vom Spiel findet sich hier zum Anlicken.

Samstag, 29. August 2009

Schutz vor Behinderten oder Schutz der Behinderten?

Christane vom Behindertenparkplatz, deren Blog ich schon mal als Leselektüre ans Herz gelegt habe, hat bei ihrem Deutschlandbesuch ein unfassbares Erlebnis gehabt bei einem Kinobesuch und darüber gebloggt:

Mein Recht auf Kino oder "Isch protestiere"

Kurzfassung: Ein Kinobesuch als Rollstuhlfahrerin sei ohne Begleitperson gegen die Sicherheitsvorschriften und vor allem dann, wenn es keinen Rollstuhlplatz im Saal gäbe - die Frage ist nur, ob eine Notausgangsreihe tatsächlich als Rollstuhlsplätze fungieren kann oder es überhaupt darf..

Es gab übrigens einen ähnlich gelagerten Fall für Gehörlose&Schwerhörige - einige Fluglinien erlauben Gehörlose&Schwerhörige nicht zu zweit oder in einer Gruppe zu fliegen, weil das gegen die Vorschriften seie. Aber alleine ist ein Mitflug ohne weiteres möglich.

Drei Gehörlose klagen Air Nostrum an, weil ihnen untersagt
wurde, ohne Begleitung zu reisen.


Ich erinnere mich an meine erste Flugreise alleine - auf meinem Ticket stand: "DEAF", was mir eine höhere Aufmerksamkeit des Flugpersonals einbrachte. Trotzdem habe ich bei weiteren Flugreisen auf diesen Buchungscode verzichtet, weil ich mich nicht der möglichen Situation aussetzen wollte, dass auf meinem Flug ebenfalls eine schwerhörige/gehörlose Person gebucht wird und es dann Probleme gibt aufgrund dieser lächerlichen Sicherheitslinie, die besagt, dass es einfacher seie sich im Notfall um eine einzelne gehörlose/schwerhörige Person zu kümmern als um mehrere.

Diese Sicherheitsrichtlinie beruht auch darauf, dass die Gesellschaft nicht wirklich viele Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung vorzuweisen hat, denn sonst wären eine solche Richtlinie nie aufgesetzt worden.

Übrigens: In Notsituationen reagieren Menschen übrigens nicht kopflos und egoistisch, hat eine Studie über die Opfer des 11.September und anderen dramatischen Situationen, herausgefunden. Die Überlebenden sprachen übereinstimmend darüber, dass man sich gegenseitig geholfen hätte und Mut zugesprochen hätte.

Kleine Wahlhilfe nicht nur für Gehörlose&Schwerhörige!

Eine tolle Aktion, die der Landesverband der Gehörlosen in Sachsen gestartet hat! Sie entwarfen einen Fragebogen und verschickten diesen an die großen Parteien wie CDU Sachsen, SPD Sachsen, Grüne Sachsen, FDP Sachsen, Linke Sachsen.

Hier kann man sich die Antworten der Parteien runterladen.

Alle Parteien bis auf eine haben geantwortet - die CDU Sachsen hat nicht darauf reagiert. Wie war deren Wahlslogan gleich noch mal? "Wir haben die Kraft." Offenbar nicht die Kraft dazu einen simplen Fragebogen auszufüllen und zurückzuschicken. Oder nicht die Kraft für die Gleichberechtigung? Oder nicht die Kraft für alle?

So kann man sich also ganz schnell ein Eigentor schießen, liebe CDU.

Natürlich hätte ich auch den Blogbeitrag mit den Worten "Die CDU hat keine Kraft für Behinderte." betiteln können und damit wäre ich wohl noch ziemlich gut gefahren mit den politischen Bashing, denn ich habe das Gefühl, dass der Wahlkampf bisher daraus besteht mit dem Finger auf die anderen Parteien zu zeigen und zu sagen: "Die da machen nur Mist." anstatt sich auf die eigenen Stärken zu besinnen.

Man schaue sich nur mal die Reaktionen auf das jüngste Wahlplakat der SPD an, wo eine Studentin, die an einer Privatuni studiert, dafür wirbt, dass Studiengebühren entfallen sollen.
Da merkten einige Leute an, dass Aussage und Plakatmotiv nicht ganz zusammenpassen: An einer Privatuni wäre das Studium ja deutlich teurer als an einer öffentlichen.

Ja und? Wenn man das mal weiter denkt, dann ist diese Recherche lächerlich. Man könnte das auch von einer ganz anderen Warte betrachten: "Warum hat sich die Dame für eine Privatuni entschieden?" Vielleicht, weil die Studiengebühren an normalen Unis nicht dafür ausgegeben werden, wofür sie gedacht werden...

Wie gesagt, mir geht das politische Bashing der einzelnen Parteien ziemlich auf den Keks - negative campaigning hat ja den Reps damals im Wahlkampf gegen Obama auch nicht geholfen, warum sollte es hierzulande funktionieren? Achja, ich vergass - George Bush W. Junior hat damals im Jahre 2000 die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gegen McCain gewonnen, indem sein Team verlauten liess, die adoptierte (indische) Tochter McCains wäre seine leibliche Tochter und die Adoption sollte das verschleiern..

Mir hat übrigens der Fragebogen sehr geholfen bei der Wahlentscheidung - trotzdem wäre es für mich interessant, ob die Bundestagsfraktion der Parteien das Ganze genauso beurteilt wie die Landtagsfraktion.

Was meint ihr denn?

Dienstag, 25. August 2009

Ein Museum über die Geschichte der Gehörlosen&Schwerhörigen gibt es nun auch in Frankfurt!

Bernd Rehling, der Taubenschlag-Macher, schrieb über die Museumseröffnung einen Bericht:

Bilderbuchmuseum, Peinlichkeiten und Zukunftsträume

Im ganzen Internet fand ich nur eine einzige Pressemitteilung, vielleicht bin ich auch blind, aber dies hier ist der einzige Treffer, den Google mir ausgespuckt hat:

Frankfurt am Main: Eine Historie der Stille

Wer also mal in Frankfurt am Main ist und sich für eine stille Geschichte interessiert, der kann ja mal die Rothschildallee 16a besuchen, wo das Museum untergebracht ist.

P.S. Falls einer meiner Leser/innen das Museum besuchen möchte, würde ich mich freuen einen "hörenden" Museumsbericht hier zur Verfügung zu stellen dürfen!

Montag, 24. August 2009

Untertitel stellen Informationen sicher und sind daher ein Menschenrecht!

Sehr schön, wie Dr. Rathmann in dem Video argumentiert für 100% Untertitel:

Vergleich der Untertitel-Situation von Deutschland mit USA und England

Politische Gebärdensprachvideos!

Die Politik hat die Gehörlosen als Zielgruppe entdeckt und wirbt mit gehörlosen Prominenten.

Gibt's auch. Prominenten, die nur Gehörlosen bekannt sind innerhalb der Gehörlosen-Szene und einigen hörenden Szene-Kenner.

Da haben wir Jürgen Endress, einen Gebärdensprachpoet und vieles mehr, der von der CDU enagiert worden ist, um die politische Botschaft unter die Gehörlosen zu bringen per Videobotschaft. Online geschaltet wurden die Videos am 12.08.2009.

CDU-Botschaft auf YouTube präsentiert von Jürgen Endress


Und was tat die SPD? Zog nach und enagierte ebenfalls sehr bekannten Gehörlose, Prof Dr. Christian Rathmann, welcher der erste gehörlose Professor Deutschlands ist und Dr. Weinmeister.

SPD-Botschaft auf YouTube präsentiert von Prof. Dr. Rathmann und Dr. Weinmeister

Aber meine Kritik daran bleibt nicht aus: Schön und gut, dass die CDU und die SPD Videos mit Gebärdensprache zur Verfügung stellen, aber an Untertitel hat man nicht gedacht. Für weniger gebärdensprachkompetente und ältere Menschen wären diese optimaler gewesen.

Also, ich verstehe nicht, warum man nicht beides gleichzeitig angeboten hat. Dann wären diese Video wie beworben wirklich 100% barreriefrei!

Samstag, 22. August 2009

158 Athleten treten demächst für Deutschland an!

Wo denn? Na, bei den Deaflympics vom 05.September bis zum 19. September 2009 in Taipeh (China).

Ingesamt summieren sich die Athleten auf 2672 Personen aus 79 Ländern.

Ich weiß noch genau, wie ich bei der Eröffnungsfeier der Paralympics den Untertitel gelesen habe:"Das amerikanische Team ist das größte Aufgebot bei den jetzigen Paralympics."
Beim Lesen dieser Zeilen dachte ich mir folgendes: "Kein Wunder, da sind bestimmt viele aus dem Irakkrieg dabei."

Keine 5 Sekunden nach meinem Gedankengang sagte der Untertitler, dass jeder 4. aus dem amerikanischen Team ein Kriegsveteran seie und das das amerikanische Militär ein eigenes Paralympics hat für seine Soldaten.

Wie makaber. "Dir fehlt ja jetzt das Bein/der Arm/das Augenlicht, aber hey, du kanst ja jetzt bei den Paralympics für dein Land antreten!" Auf der anderen Seite bietet das Paralympcis-Programm das amerikanischen Militärs den Soldaten eine Chance den Lebensmut wieder zu finden, trotzdem ist es makaber, oder?

Zurück zu den Deaflympics: Gehörlose treten bei den Paralympics nicht an, da sie eher kommunikationsbehindert sind als körperbehindert sind im Gegensatz zu den anderen Athleten dort.

Bei den USA treten 144 Athleten an, interessant wäre es herauszufinden, wieviele davon wirkliche Gehörlose sind mit eben dieser Identität und welche davon Ertaubte/Schwerhörige aus dem Irakkrieg. Das amerikanische Verteidigungsministerium finanziert Tinnitusforschung mit bis zu 40 Millionen Dollar.

Von den 79 Ländern treten außer Deutschland und den USA nur noch Chinese Taipei mit 138 Athleten, Japan mit 154 Athleten, Russland mit 225 Athleten und die Ukraine mit 147 Athleten mit einem ähnlich großen Teilnehmerfeld an. Einen genauen Überblick gibt es hier:


Ich bin gespannt, ob in den Medien darüber berichtet werden wird - über die Olympischen Spiele der Gehörlosen!

Freitag, 21. August 2009

"Insel der Gehörlosen" - Teil 2

Not quit like Beethoven hat mir nen Blogcommentar hinterlassen zum Beitrag über die Insel der Gehörlosen :

"Das ist ja mal ein interessanter Hinweis - danke!

Zu deinem letzten Satz allerdings: Wahrscheinlich meinst Du mit "Paradies" ja nur dass dort so ziemlich jeder gebärden konnte. Das kann ich nachvollziehen. Ansonsten aber finde ich so Insel-Träume sehr zwiespältig. Klar, jeder ist mal reif für die Insel. Die Umgrenztheit, Abgeschlossenheit und auch Homogenität von Inseln hat die Menschheit ja schon wohl schon immer fasziniert. Aber es hat auch was Ghettohaftes. Und das finde ich ist keine Lösung."

Ich hab mich ja noch nie als die typische Gehörlose bezeichnet, kann ich auch gar nicht, denn ich betone nochmals an dieser Stelle, dass die Gebärdensprache NICHT meine Mutterssprache ist und es auch nie sein wird, daher träume ich auch nicht von einer solchen Insel für Gehörlose aus eben diesem Grund. Ich habe den Satz viel mehr so geschrieben und so gemeint, das ich weiß, dass die MEISTEN Gehörlosen diesen Wunsch haben, denn sie schaffen sich ja überwiegend ihre eigene Welt, in der sie ja auch leben. Außerhalb der Arbeit und bis auf einige andere Ausnahmen haben die meisten Gehörlosen wirklich absolut keinen Kontakt mehr zu der hörenden Welt.

Für mich stellt sich diese Frage nicht, ob ich auf einer solchen Insel leben möchte. Viel mehr stellt sich die Frage für mich, ob man wirkliche Gleichberechtigung erreichen kann heutzutage und auf welchem Weg.

Nehmen wir mal als Beispiel die Stadt München - ich glaube, wenn die Gehörlosen alle mit einem "Judenstern" durch die Stadt gehen müssten, dann wären die Hörenden erstaunt, dass es soviele sind. Aber wieviele Hörende in München kennen selbst Gehörlose? München hat einen Kindergarten sowie Schule für Schwerhörige&Gehörlose in Johanneskirchen mit Internat, die Gehörlosenschule in Laim, die Gehörlosenschule in München-Pasing, ebenfalls mit Internat und das Gisela-Gymnasium, wo Hörende, Gehörlose und Schwerhörige gemeinsam zur Schule gehen. Und ein Berufsbildungswerk für Gehörlose und Schwerhörige mit Internat.

Die Frage, warum hörende Menschen in München eher selten mit Gehörlosen in Berührung kommen, lässt sich auch einfach erklären: Bis auf das Berufsbildungswerk liegen die Internate gleich neben der Bildungsanstalt. Man könnte das schon als sehr ghettoisiert bezeichnen und darüber diskutieren, ob das nun gut oder schlecht ist.



Präsident Obama macht derzeit Urlaub auf der "Insel der Gehörlosen"

Und zwar auf Martha's Vineyard, einer Insel vor Cape Cod. Die Insel ist heute im öffentlichen Gedächtnis mehr bekannt als die Insel der reichen Sommerfrischler wie z.b. die Kennedy-Familie oder die Clintons. Ein Teil der Insel ist übrigens bekannt durch den Chappaquiddick-Autounfall von Edward Kennedy, die ihn 1969 die Möglichkeit amerikanischer Präsident zu werden, kostete.

Aber früher zu Beginn des 17. Jahrhunderts war diese Insel ein Paradies für Gehörlose, denn dort war der Anteil der Gehörlosen überdurchschnittlich hoch durch eine erblich bedingte Taubheit. Fast jeder vierte Einwohner war gehörlos und somit konnten auch die Hörenden die Gebärdensprache, was dazu geführt hat, dass es keinerlei Sprachbarrieren gab.

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich die Lage - die Insulaner zogen auf das Festland, da ein nahegelegenes Ferienparadies immer mehr Festlandbesucher anzog, womit das dörfliche und gemeinschaftliche Leben immer mehr zerfiel.

Die Gebärdensprache der "Insel der Gehörlosen", die Martha's Vineyard Gebärdensprache wurde zu einer Grundlagenbasis für die American Sign Language, kurz ASL.

Viele Gehörlose träumen von so einem Paradies - Martha's Vineyard war ja schließlich keine Utopie.

Donnerstag, 20. August 2009

Bericht auf WDR: "Lauter Leben in der Stille"

Im WDR kam eben die Reportage: "Lauter Leben in der Stille" mit Untertiteln. Ingesamt fand ich die Reportage schön und stimmig dargestellt. Nur hat es mich verwundert, dass die festen (weißen) Untertiteleinblendungen nicht ganz 1:1 mit dem Gesagten übereingestimmt hat - einiges von dem, was Thomas gesagt hat, wurde etwas gekürzt.

Also, das war mein Fazit zu: "Lauter Leben in der Stille".

Wenn man sich nicht hört, hat man Probleme mit der Aussprache!

Jeden Mittag auf RTL zu sehen: Blond gelockt trägt Katja Burkard ihre Moderation vor auf RTL und ist seit jeher eine beliebte Zielscheibe für Comedianer aufgrund der deutlich hörbaren Zischelei bei ihr.

Burkard hat heute im Spiegel gesagt, dass sie an einer Hochton-Schwerhörigkeit leide und daher ihre Aussprache nach vergeblichen Versuchen nicht verbessern konnte. Die Fotostrecke im Spiegel über Katja Burkhard wird ironischerweise mit "Taubes Lispeln" betitelt.
Die Hochton-Schwerhörigkeit komme daher, dass sie bereits 5 Hörsturze hatte, einen Wecker mit hohem Alarmton nehme sie bereits nicht mehr wahr.

So, da haben wir bei RTL eine Frontfrau, die öffentlich zugibt, an einer Schwerhörigkeit zu leiden und der familiäre Hintergrund von Frau Burkard ist sehr interessant. Verheiratet ist sie mit Hans Mahr, der bis zum Sommer 2005 Geschäftsführer von RTLNewmedia war.

So und warum gibt's bei RTL nun keine Untertitel für Gehörlose trotz einer Betroffenen in den eigenen Reihen? Frau Burkard wird wohl noch so gut hören, dass sie noch mit Leichtigkeit Telefonate erledigen kann und dem Fernsehprogramm bisher problemlos folgen kann.

Aber was ist, wenn erneut ein Hörsturz erfolgt und sie von heute auf morgen wirklich erheblich schlechter hört? Auszuschliessen ist das nicht bei mehreren bereits erfolgten Hörstürzen, auch wenn der letzte vor 15 Jahren war.

Wacht RTL erst dann auf und erklärt dann salbungsvoll, dass man durch das unmittelbare Erlebnis total live und in Farbe, etwas für ihre Kollegin tun wolle, damit sie nicht ganz so ausgeschlossen wird vom Informationsstrom und den Spielfilmen im Programm?



Mittwoch, 19. August 2009

Filmtipp morgen im WDR: "Lauter Leben in der Stille"

Folgende Reportage gibt es morgen, am Donnerstag, den 20. August um 18:05 zu sehen:

"Lauter leben in der Stille

Wenn Thomas und sein Mitbewohner Martin frühstücken, ist es ganz still im Raum. Das einzige Geräusch ist das Brummen der Kaffeemaschine - aber das hören sie nicht. Die beiden Studenten sind gehörlos. Beim Frühstück unterhalten sie sich in Gebärdensprache. Für den 29-jährigen Thomas ist das "seine" Sprache - und er genießt es, sie mit seinen gehörlosen Freunden in Köln sprechen zu können. Aber natürlich gibt es immer wieder Berührungspunkte mit der "hörenden" Welt.

An der Uni helfen ihm Dolmetscher die Vorlesungen zu verstehen, aber im Café, zu Hause in Essen bei seinen Eltern oder im Tennisclub in seiner Mannschaft, da muss Thomas sich anders verständlich machen. Reporterin Sophie Schulenburg hat ihn begleitet und festgestellt: Das klappt! Auch wenn es immer mal wieder Menschen gibt, die ihn auflaufen lassen."

Quelle: WDR


Meinereiner ist sehr gespannt auf die Reportage, welche übrigens untertitelt ist!

Meinen Lieblingsvideoblogger gibt's auch glücklicherweise mit Untertiteln!

Irgendwann vor einiger Zeit stolperte ich in den Weiten des Internets über dieses Blog hier: http://lostindeutschland.blogspot.com/ und fand es ziemlich gut geschrieben. Da landet ein junger Engländer in Deutschland, verliebt sich quasi in die deutschen Eigenarten und ist denen auf der Spur.

Brian Melican ist ein sehr sympahtischer junger Journalist, der nach eigenen Angaben übrigens ziemlich verfressen ist, was man ihm aber nicht ansieht und seine Sache verdammt gut macht, denn wenig später klickte ich dann seinen Videoblog: http://lostindeutschland.de/ an und freute mich über seine deutliche Aussprache. Man kann ihm wunderbar von den Lippen ablesen, da hebt er sich angenehm von seinen Kollegen ab.

Die wenigsten Fernseh-Journalisten oder Videojournalisten achten auf ihre Aussprache und auf den Standort ihres Mikrophons - sehr oft kann man nämlich beobachten, dass dieses sich genau vor ihren Lippen befindet, ob die genau darum so nuscheln, weil sie sich unbeobachtet fühlen?

Heute gelang es mir, die Erlaubnis von Brian Melican einzuholen über ihn berichten zu dürfen - über das Lob mit der deutlichen Aussprache freute er sich sehr und meinte, es läge auch an seinem guten Kameramann Mikro, der immer darauf achtet, wo sich das Mikrophon befindet. Ob hier Nomen est Omen mit im Spiel ist? ;-)

Und jetzt gibt es eine Möglichkeit für Gehörlose und Schwerhörige, das Blog von Brian Melican nicht zu lesen, sondern auch zu sehen mit Untertiteln!

Man melde sich auf www.deafvision.de an, wo man dann die "Lost in Deutschland"-Videobeiträge unter Dokumentationen findet und schon kann es losgehen! :-)

P.S. Direkt unter http://www.lostindeutschland.de/ ganz rechts findet man einen Hinweis auf untertitelte Fassungen bei Deafvision. Find ich schön.
Aber ein klein wenig bin ich auch schon darüber verwundert, dass DerWesten den Hinweis einbauen lässt, denn dann stellt sich für mich die Frage: Wenn DerWesten wußte, wie wichtig Untertitel sind, warum achtete er bei der Reportage über die gehörlosen Eltern nicht auf eine solche Einblendung? Die Kritik über diesen Beitrag kann man übrigens hier nachlesen:

Wieder mal eine Zeitungskritik - diesmal geht sie an "DerWesten".

Nachtrag zur Kritik am "DerWesten" und dessen Artikel über die gehörlosen Eltern


Videoempfehlung von Perez Hilton & Dorin Popa!

Das Internet ist ein großartiges Medium, denn sonst könnte ich euch jetzt nicht folgendes Schmankerl anbieten.

Perez Hilton, der Hollywood-Blogger der Promis, empfahl dieses Video, worauf der Münchner Medienblogger Dorin Popa mir den Link weiterreichte.

Michael diMartino hat einige Songs, unter anderem "Love Game" von Lady Gaga und "Circus" in American Sign Language (ASL) interpretiert und dazu sehr professionelle Videos gedreht.

Hier sein YouTube-Kanal: http://www.youtube.com/user/MichaelDiMartino

Hier ein Interview mit Michael diMartino zum Lesen.

Sonntag, 16. August 2009

Es herrscht eine Art Kriegszustand zwischen dem deutschen Fernsehen und den Gehörlosen

Nein, nicht hauptsächlich wegen der fehlenden Untertiteln im Fernsehen - wie schon berichtet, liegt die Untertitelquote im deutschen Fernsehen bei 10,9% vom gesamten Programm.

Gehörlose sind immer ein interessantes Thema im Fernsehen - die Vorstellung, nicht hören zu können, ist für Hörende immer sehr weit weg.

Was die Fernsehreportage angeht, gibt es eine spezielle Problematik: Das Fernsehen interessiert sich reportagentechnisch für Gehörlose, aber nicht, wenn es darum geht, etwas für Gehörlose zu tun. Es gab in der Vergangenheit oft genug Reportagen über Gehörlose, aber dann wurden die nicht mal mit Untertiteln ausgestrahlt.

Das hat dazu geführt, dass Gehörlose sich in Zukunft nicht mehr für das Fernsehen zu Verfügung stellen werden, sofern keine 100% Garantie vorliegt, dass Untertitel oder/und Gebärdensprach-
dolmetschereinblendung zur Verfügung gestellt werden.

Ich bedauere es sehr für beide Seiten, dass die jetzige Situation so ist wie sie ist aufgrund der Tatsache, dass Reportagen über Gehörlose im Fernsehen meistens ÜBER Gehörlose waren und nicht MIT und FÜR Gehörlose.

An der Situation könnte sich nur etwas ändern, wenn das Fernsehen sich auf die Bedürfnisse der Gehörlosen einstellt oder Untertitel und/oder Dolmetscheinblendungen garantiert werden für die Reportage und im gesamten Fernsehen.

Freitag, 14. August 2009

Hinweis auf andere "taube" oder "schwerhörige" Blogs!

Heute mal ein Hinweis auf andere Blogs, die ebenfalls genauso sehr lesenswert sind wie meins, vielleicht nicht sogar noch mehr! :-)

Not quit like Beethoven macht seine Sache auch verdammt gut und heute möchte ich einen Beitrag von ihm besonders ans Herz legen: Telefonieren mit Live-UT ! Mir ist der Mund vor Staunen offengeblieben und einmal mehr kochte in mir für Sekunden der Ärger hoch, dass in Deutschland, einem Industrieland, dies nicht angeboten wird wie vieles andere.

Dann noch Judith, die frei von der Leber und sehr toll die Anekdoten aus ihrem Leben erzählt:

Ich lese dort sehr gerne mit und denke mir beim Lesen oft: "Dito - auch schon erlebt."

Donnerstag, 13. August 2009

Braucht man alle 6 Sinne, um ein vollwertiger Mensch zu sein?

Ich war 13 - seit einigen Monaten frisch gechipt, als mir plötzlich der Weltschmerz und eine Sinnkrise eines Teenagers mitten im Unterricht überfiel und ich heulend zusammenbrach.

Die durchdringendeste Frage war: "Braucht man alle 6 Sinne, um ein vollwertiger Mensch zu sein?"

Was war passiert? Wir gehen in der Zeit um ein gutes Jahr zurück - ich bin fast 11 und es macht sich eine Sensation in der Familie bereit: "Das Kind (also ich) könne durch eine Operation ganz normal hören, wäre das nicht toll?"

Und da damals schon mein Eigensinn bekannt war, redete jeder in meiner Familie auf mich ein, jeder hat eine eigene Meinung zum Thema, die natürlich lautet, dass ich mich operieren lassen solle. Die Voruntersuchung war nämlich positiv ausgefallen, ich wurde für geeignet befunden an der MHH. Und auf die Frage von Prof. Dr. Lenarz, ob ich mir dann vorstellen könne, ein CI zu bekommen, antwortete ich mit der ahnungslosen, typischen Teenagerart. "Eventuell schon." Dieser Satz löste ein Erstaunen aus unter den versammelten Ärzten und beim Professor, welcher mich nun ansah und in die Runde sprach: "Ich habe noch nie nie von einem gehörloses Kind den Satz : "Eventuell schon" gehört."

Was an dem Satz so besonders war? Wie gesagt, wir schrieben damals das Jahr 1993 und gehörlose Kinder benützten damals kaum Fremdwörter - heute hat sich das schon sehr verbessert, aber gleichwertig ist es trotzdem noch nicht aus verschiedenen Gründen, die später mal gesondert erwähnen werde.

Den Satz, den mir eine Tante in diesen Gesprächen "CI - ja oder nein?" sagte, habe ich bis heute nicht vergessen: "Wenn ich im Rollstuhl sitzen würde und es gäbe eine Operation, mit der ich wieder laufen könnte, würde ich ohne zu zögern ja sagen."

Wie sehr der Satz eigentlich hinkt...

to be to be continued....

Guckst du in die Röhre oder liest du schon?

Ich habe ja schon einiges zu Untertiteln im Fernsehen gebloggt, daher noch mal sämtliche Post zum Nachlesen:

Untertitelquote im Fernsehen und die damit verbundene Ausgrenzung

Deine Untertitel + Meine Untertitel = Unsere Untertitel

Wetten, dass...mit Live-Untertiteln im Fernsehen


In den USA sind Live-UT und Dolmetscher eine Selbstverständlichkeit geworden

Ja, wir gucken noch zu 89, 91% in die Röhre in der deutschen Fernsehlandschaft.

Aber nicht nur in der Fernsehlandschaft. Es ist übrigens auch eine Schande, dass viele deutsche Filme, deren Filme von der Filmförderungsgesellschaft gefördert werde, sehr oft über gar keine deutsche Untertitel verfügen. Auch fehlt oft die Hörfilmfassung für Blinde.

Was wird denn da bitte dann gefördert? Die Ausgrenzung? Entschuldigt bitte die kurzeitige Ironie, aber ist es nicht auf Dauer ermüdend, sofort der Filmgesellschaft zu mailen, sobald man weiss, dass ein deutscher Film produziert wird, das man doch bitte an deutsche Untertite denkt?

Es muss langsam eine Vorschrift her, die das zur Voraussetzung macht, damit ein Film überhaupt gefördert wird von der Filmförderungsgesellschaft.

Also, das wär ein Job für mich - der Traumjob schlechthin - Filme auf Förderungswürdigkeit hin zu prüfen und Untertitel und Hörfilmfassungen zu verlangen. :-D

;-)

Dienstag, 11. August 2009

Untertitelquote im deutschen Fernsehen und die damit verbundene Ausgrenzung

Vor gut 10 Jahren lag die Untertitelquote im deutschen Fernsehen bei 0,3% des gesamten Fernsehens, denn damals baten lediglich nur ARD, ZDF und die Dritten Untertitel an, die privaten Sender überhaupt nicht.

2006 steigerte sich die Untertitelquote auf 5%, denn inzwischen stiegen Pro7, Kabel1 auf den Zug auf und zeigen bis heute in schöner Regelmässigkeit Filme mit Untertitel im Fernsehen und ARD&ZDF bauten ihr Untertitelprogramm aus.

Was ist eigentlich der Unterschied zum Untertitelprogramm von den Öffentlichen und den Privaten? Ganz einfach: Die Privaten zeigen meistens NUR Filme mit Untertiteln - dies meistens am Wochenende, die Öffentlichen untertiteln Filme, Nachrichtensendungen, Reportagen, Dokumentationen...

Heute ist die Untertitelquote im deutschen Fernsehen bei 10,6 % - dies ist der Stand von April 2009.

Deutschland ist ein Entwicklungsland in Sachen Untertitel - dies wird nicht nur deutlich an der niedrigen Untertitelquote, sondern auch an der Qualität der Untertitel. Stark vereinfacht, teilweise stark gekürzt und völlig am Gesprochenen vorbei, dh. Lippenbewegungen stimmen nicht 1:1 mit dem Untertitelten überein. Außerdem klaffen oft zeitliche Lücken zwischen Gesagtem und den Untertiteln. Und ganz oft wird untertitelt: "Dieser Beitrag wurde während der laufenden Sendung eingespielt und konnte daher nicht untertitelt werden. Wir bitten um ihr Verständnis."

Fragt man die Fernsehanstalten nach dem Grund danach, wird einem gesagt, dass 1:1 Untertitel erstens technisch nicht machbar seien und zweitens würde dann der Betroffene den Untertiteln nicht mehr folgen können.

Das stimmt nicht - 1:1 Untertitel sind machbar, die Fernsehanstalten hierzulande sind nur zu bequem dafür. Das ZDF gibt übrigens lieber mal 1 Million aus für Werbung, welche für ihr neues Nachrichtenstudio werben soll.

Gehörlose/Schwerhörige Menschen sind von Natur aus "visuelle" Menschen, simpler ausgedrückt: "Augenmenschen", d.h. das Auge ist geübter im Aufnehmen von Informationen. Auf einer DVD sind die Untertitel ja auch 1:1 - wo ist also das Problem? Die Aufnahme von 1:1 - Untertiteln ist also lediglich Gewöhnungssache und kein Problem für uns.

Was übrigens ein Hohn ist: Zur Zeit zeigt das ZDF donnerstags "Kommmissar Rex" mit Untertiteln. Ganz am Anfang steht: "Die Untertitel wurden von ORF produziert - die Untertitelfarben der Hauptpersonen können sich daher von den gewohnten Untertitelfarben für die Hauptpersonen unterscheiden."
OH! Bei Kommissar REX klappt die Zusammenarbeit mit den anderen Sendern auf einmal, aber das ZDF kann nicht mit dem Schweizer Fernsehen zusammenarbeiten wegen der Untertitel? Zur Erinnerung: Das Schweizer Fernsehen kriegt es fertig, "Wetten, dass...." zu untertiteln. Live.
Im Gegensatz zu dem ZDF - erst die Wiederholung der Sendung untertiteln sie. Dazu habe ich schon mal gebloggt: "Wetten, dass... mit Live-Untertiteln im Fernsehen!"

Es wäre wünschenswert, wenn Fernsehuntertiteln die gleiche Qualität hätten wie DVD-Untertitel.

Viele Länder wie die USA, Kanada, England und viele andere haben bereits 100% Untertitel in ihrem Programm eingeführt. In so einem kleinen Land wie Kroatien sah ich übrigens in einer Bar das Programm ganz selbstverständlich mit kroatischen Untertiteln laufen..

Im Übrigen können Konzerne in den USA Untertitel fürs Fernsehen oder Kino finanzieren, indem sie die Untertitel bezahlen und dafür in den Werbepausen Werbung zeigen dürfen. Eine sehr gelungene Regelung, wie ich finde.

Und jetzt gibt es eine Aktion - wir Gehörlosen schauen uns diese Desuntertitelung in der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr länger tatenlos an:

Aktion Untertitel-100% Untertitel

Jeder kann dort mitmachen - auch Hörende. Je mehr Stimmen, desto besser. Die Untertitel kann man als Rampe verstehen, die nicht nur von Müttern mit Kinderwagen genützt werden, sondern auch für Rollstuhlfahrer.

Untertitel laufen in den USA ganz selbstverständlich in Bars, Kneipen, Lokalen, Fitnesstudios auf den Bildschirmen und meistens ohne Fernsehton - warum? Erstens: Wenn man alle gleichzeitig Fernseher mit Ton laufen und gleichzeitig Musik laufen lassen würde, würd man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen. Also sind die Fernseher stumm, dafür läuft die Musik und eine Unterhaltung ist trotzdem drinnen.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich einige meiner Leser sich dort anmelden würden - jede Stimme zählt!

Donnerstag, 6. August 2009

Entschuldigt bitte die Nichtbloggerei,

aber irgendwie fallen mir derzeit keine Themen ein und das Schreiben geht mir zur Zeit auch nicht so leicht von der Hand.

Ein Entwurf ist zwar in der Mache, gefällt mir aber nicht so, dass er hochgeladen werden könnte.

Habt ihr Ideen, worüber ich schreiben könnte?