Samstag, 30. April 2016

Warum Gebärdensprache-Handschuhe nutzlos sind!

Auch so ein Thema, was alle paar JAHRE immer mal wieder durch Social Media geistert und unwissende Hörende jubeln lässt: "Damit sind Gehörlose endlich nicht mehr isoliert und Menschen ohne Gebärdensprachkenntnisse können damit mit Gehörlosen kommunizieren."

Es scheint ein Sport unter verschiedenen Universitäten zu sein, alle paar Jahre mit so einer "NEUEN" Entwicklung, einem Handschuh, der Gebärdensprache übersetzt, um die Ecke zu kommen, die alle an einem kapitalen Denkfehler scheitern, was daran liegt, dass die Entwickler sich null Wissen über die Gebärdensprache aneignen, sondern nur denken: "Hört sich saugut an und wir werden alle gefeiert dafür!"

2015 entwickelte ein Team an der polytechnischen Universität in Mexico City einen solchen Handschuh.  2015 entwickelte die Hochschule in Magdeburg-Stendal ebenfalls so einen Handschuh. "Wereable" heißt er.  Im gleichen Jahr auch von einer saudi-arabische Entwicklerin. 2014 wurde so ein Handschuh von der Cornell University, USA entwickelt. 2012 von einem ukrainischen Team.

Wie gesagt: Diese Erfindungen sind alle nichts Neues. Null. Lustig ist ja, dass die Medien, die über solche Erfindungen berichten, gleich alle immer jubeln: "ABSOLUTE NEUHEIT!" und es als Durchbruch für die Inklusion zwischen Hörenden und Hörenden ansehen.

Und sie scheitern alle an einem Denkfehler: Es wird davon ausgegangen, dass so ein Handschuh Gebärdensprache so gut übersetzen kann wie ein Dolmetscher. Das ist nicht der Fall. Gebärdensprache ist mehr als nur Gebärden. Die Sprache ist 3-Dimensional, sie besteht aus Gebärden, Körpersprache und Mimik. Von der Mimik hängt es übrigens häufig ab, ob aus einem Satz in Gebärdensprache eine Frage oder eine Antwort wird. Das alles wird dieser Handschuh nicht übersetzen können und er kann auch den Kontext nicht mitbedenken und übersetzen.

Außerdem hat die Gebärdensprache eine eigene Grammatik und Syntax, woran auch deutlich wird, dass man sie nicht mit der Lautsprache vergleichen kann.

Und die Übersetzung findet nur in eine Richtung statt. Beispiel: Gehörlose Person geht in ein Geschäft, wo der Handschuh eingesetzt wird. Er fragt etwas mit dem Handschuh in Gebärdensprache - die Übersetzung von der Gebärdensprache in die Lautsprache erfolgt mit dem Handschuh. Der hörende Verkäufer weiss jetzt zwar, was die gehörlose Person möchte, aber es erfolgt keine Rückübersetzung von Lautsprache in die Gebärdensprache.
Da endet die Kommunikation, die nie eine Kommunikation war, weil sie nicht funktioniert, weil sie nicht in zwei Richtungen funktioniert.

Und da sind wir nun wieder am ursprünglichen Problem: Wie verbessert man die Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden so, dass sie funktioniert?

Meiner Meinung nach geht das echt nur über Gebärdensprachdolmetscher, die man zur Verfügung stellt vor Ort oder die per Video zugeschaltet werden, was heute machbar ist bei den vielen Tablets und Smartphones. Ich würde nie diese Handschuhe mit mir herumschleppen wollen, warum zusätzliches Gepäck dabei haben? Dolmetscher-To-Go, egal ob vor Ort oder online, sind viel praktischer und sicherer, weil ich die bestmöglichste Garantie habe, dass der Dolmetscher auch wirklich akkurat übersetzt und das ist für uns Gehörlose extrem wichtig, weil wir so oft an Missverständnisse geraten und uns über einen Dolmetscher davor schützen können.

Anhand dieser Fakten, die man nur kennen kann, wenn man grundlegendes Expertenwissen über Gebärdensprache verfügt, ist es völlig klar: Diese Handschuhe werden nie die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen entscheidend verbessern, weil die Rückübersetzung nicht verfügbar ist bis jetzt. Und das werden diese Handschuhe auch nicht leisten können, weil sie eben das komplette Spektrum der Gebärdensprache NICHT abdecken können und so fehleranfälliger sind als jeder Software die z.b. Lautsprache in Text übersetzt.

Also, liebe Medien: Hört bitte auf, diese Handschuhe als bahnbrechendes Wundermittel zur Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden zu bezeichnen, denn das stimmt nicht. Und rechechiert doch mal ordentlicher nach bei dem Thema und/oder befragt gehörlose Experten. Und die werden alle das gleiche sagen: "Im Endeffekt nutzlos."

Danke.
Einen sehr guten Artikel über diese Gebärdensprach-Handschuhe hat ebenfalls Katie geschrieben, er ist auf Englisch - ich empfehle ihn ausdrücklich weiter: http://katies.online/katiesblog/index.php/2016/04/27/yes-ive-seen-the-signing-gloves/

Mittwoch, 27. April 2016

Eurovision Song Contest ohne Gebärdensprache?

ist immer wieder ein Augenschmaus, was auch Hörende immer wieder feststellen können, wenn sie im Fernsehen mal die Nachrichten auf Phoenix verfolgen oder zufällig irgendwo, was aber ganz selten vorkommt, Gebärdensprache erhaschen können.

Letztes Jahr trug der ORF den Eurovision Song Contest aus und hat sichergestellt, dass die Übertragung barrierefrei sein wird - man engagierte ein Team von tauben Gebärdensprachdolmetschern und liess sie die Lieder einstudieren in Internationaler Gebärdensprache - das ganze nannte man dann "EuroVision Sign"!

Und es war ein grandioser Erfolg, die Zahlen geben dem ORF recht: "Via ORF 2 Europe erreichte das Song-Contest-Finale parallel zu ORF eins in Internationaler Gebärdensprache im Schnitt 57.000 Österreicherinnen und Österreicher bei zwei Prozent Marktanteil, die Reichweitenspitze lag bei 166.000 Zuschauern." Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150524_OTS0013/grandiose-show-grandiose-quoten-19-millionen-sahen-esc-finale-im-orf

In Deutschland konnte man die tauben Gebärdensprachdolmetscher auf dem damaligen Spartensender EinsPlus sehen, den es heute leider nicht mehr gibt und sie kamen ebenfalls sehr gut an beim Publikum - ich möchte hier einen kleinen Auschnitt der Tweets dazu zeigen:






Soviele positive Resonanz und das ist wirklich nur ein kleiner Ausschnitt! Auf Twitter habe ich übrigens EinsPlus mit EinsFestival verwechselt - bei den vielen Spartensender der öffentlich-rechtlichen kann man ja wirklich mal kurz den Überblick verlieren. ;-)

Und jetzt kommt es: Dieses Jahr werden die tauben Gebärdensprachdolmetscher nicht im TV zu sehen sein, sondern nur online auf www.eurovision.de. :-(

In der PM steht nämlich folgendes:
"Auch die beiden Halbfinale des Eurovision Song Contest werden barrierefrei angeboten. Für die Übertragung der Halbfinale am Dienstag, 10. Mai, und Donnerstag, 12. Mai, jeweils um 21 Uhr auf Einsfestival, erstellt der NDR für Menschen mit Hör- oder Sehbehinderung Untertitel und eine Hörfassung. Auf eurovision.de sind die Halbfinale online zudem in der internationalen Gebärdensprache (ISL) zu sehen. Dieses Angebot übernimmt eurovision.de vom schwedischen Sender SVT, der die größte Musikshow der Welt in diesem Jahr ausrichtet.
Auch für die Sendungen im Ersten vor und nach dem Finale mit Barbara Schöneberger - "Eurovision Song Contest 2016 - Countdown für Stockholm" um 20.15 Uhr sowie "Eurovision Song Contest 2016 - Grand Prix Party" um 0.15 Uhr - bietet der NDR ein barrierefreies Angebot mit Untertiteln und Audiodeskription. Das ESC-Finale wird vom NDR zudem in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. Diese Fassung ist hier auf eurovision.de zu sehen. Dabei werden auch die Songtexte und der Kommentar von Peter Urban von den Gebärdendolmetschern präsentiert." Quelle: http://www.eurovision.de/news/Alle-ESC-Shows-barrierefrei-sehen-und-hoeren,barrierefrei176.html

Ich finde es schade, dass man sich hier bei ARD eine große Chance entgehen lässt mit dem Verzicht auf die Einblendung der tauben Gebärdensprachdolmetscher direkt im TV.

Technisch sehe ich keine Schwierigkeiten bei der Umsetzung, denn man könnte ganz locker bei EinsFestival, was ja schon für die Übertragungen für das Halbfinale beim ESC eingeplant ist, die tauben Gebärdensprachdolmetscher einblenden lassen und zusätzlich auch mit Untertitel ausstrahlen, denn die Untertitel werden auf EinsFestival und ARD eh auf den gleichen Videotexttafeln gesendet. Irgendwelche technische Ausreden gelten hier also nicht :-)
Außerdem ist im Team der tauben Gebärdensprachdolmetscher aus aller Welt auch ein tauber Gebärdensprachdolmetscher aus Deutschland dabei: Rafael Evitan Grombelka!

So schade, wenn das das Erste die Einblendung der tauben Gebärdenspracdolmetscher nicht möglich macht, denn die sind soviel besser als hörende Gebärdensprachdolmetescher bei der Verdolmetschung von Musik, weil sie so ungeheuer visuell arbeiten und Gebärdensprache ja von kleinauf ja schon die Muttersprache ist bei den meisten.

Letztes Jahr hatten wir alle soviel Spaß mit den tauben Gebärdensprachdolmetschern auf EinsPlus, egal ob hörend, gehörlos oder schwerhörig. Es war einfach ein Heidenspaß! Und ich hoffe, dass ich mit dem Blogbeitrag erreichen kann, dass das Erste umdenkt und auf EinsFestival die tauben Gebärdensprachdolmetscher und Untertitel zeigt! :-)

Dienstag, 19. April 2016

Heute vor 5 Jahren war mein erster Auftritt auf der Re:publica!

Sie steht mal wieder vor der Türe, die re:publica, das legendäre Klassentreffen der digitalen Natives.

Irgendwann im März 2011 packte mich die Neugier ob der vielen Tweets zur re:publica 2011 in meiner Timeline und ich schrieb das Orgateam an, ob ich möglicherweise eine Freikarte bekommen kann aufgrund der Tatsache, dass das Event ja leider nicht barrierefrei ist, was meine Neugier aber nicht daran hindern würde die re:publica erleben zu wollen.

Hier der Videolink zu meinem Auftritt ab der 12. Minute:

Daraufhin passierte etwas sehr schön verrücktes: Man schrieb mir zurück, dass man mich eh noch einladen wollte als Speakerin. Dieser Satz liess mich so richtig vom Hocker plumpsen und ich sagte zum meinem Chatpartner im Chat: "Hör mal, weißt du, was gerade passiert ist? Die von der re:publica haben mich gerade als Speakerin eingeladen. Dabei wollte ich nur eine Freikarte haben zum Erleben." Er ganz westfälisch trocken:"Deswegen gerade dieser Krach." :-D

Und dann sass ich halt da im Friedrichstadtspalast und habe davon berichtet, wie wenig barrierefrei das deutsche Fernsehen. Und im übrigen: So cool, wie ich damals ausgesehen habe, war ich echt nicht, ehrlich nicht. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, da zu sitzen und mein Anliegen so verständlich auf den Punkt zu bringen - man hat mich wirklich ins kalte Wasser geschmissen. Aber dank Philip Banse's Fragen war ich ganz fokussiert darauf einfach nur mit ihm zu reden und meine Umwelt komplett auszublenden. :)

Heute 5 Jahre gibt es eine Verbesserung in Sachen Barrierefreiheit im Fernsehen: 5 Jahre später ist es viel besser geworden. Auf die einzelnen Programme der öffentlich-rechtlichen Sender haben wir ungefähr 90% Untertitel, wobei es aber sehr schwankt - bei manchen ist es deutlich weniger. Vor allem die Spartensender haben da noch großen Nachholbedarf. Aber im Vergleich zu dem Stand von vor 5 Jahren ist den Sendern schon der ganz große Wurf gelungen, das muss ich auch zugeben. :-) Die Qualität der Untertitel schwankt leider immer noch sehr und mich nervt es immer noch, wenn die Untertitel verkürzt und vereinfacht sind, was ich ganz leicht daran erkennen kann, dass der gesprochene  Dialog nicht mit dem Untertitel übereinstimmt. Dabei gehen viele wichtige Informationen verloren und auch sehr oft der Wortwitz. Lückenfrei barrierefrei mit Untertitel sind die öffentlich-rechtlichen heute also immer noch nicht.

Bei den Privaten gab es auch einen Sprung nach vorne, aber ich weiß nicht, ob man das als Verbesserung bezeichnen kann, wenn "Dschungelcamp", "Let's Dance" "Topmodel" mit Untertitel kommt. ;-) Aber gut, auch Gehörlose haben das Recht auf Wahlfreiheit, womit sie ihre Gehirnzellen absterben lassen wollen.

Aber besonders RTL hat mich da sehr positiv überrascht bei den Fußballspielen: Die Untertitel dort waren ausgezeichnet und so richtig toll voll von Fußballerlatein - da hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich genau die gleichen Infos bekomme wie hörende Zuschauer.

Aber das Problem, welches wir Gehörlose heute immer noch haben, ist: Wir stossen bei der Teilnahme an der Gesellschaft permanent auf Barrieren - wir können nicht einfach auf eine Veranstaltung gehen ohne nachzufragen, ob es Gebärdensprachdolmetscher/Schriftdolmetscher gibt. Einen Kurs an der Volkshochschule zu besuchen, weil man sich weiterbilden will, ist nicht - den Gebärdensprachdolmetscher muss man sich aus eigener Tasche zahlen. Ich könnte die vielen Hindernisse noch weiter aufzählen, aber das würde diesen Blogeintrag doch etwas sprengen. ;-)

Jedenfalls ist es ganz klar, dass ich weiterhin dafür kämpfen werde, dass die Teilhabe an der Gesellschaft barrierefrei wird. :-)

Und die re:publica ist immerhin seit 2013 mit einem Schriftdolmetscher auf Stage 1 barrierefrei geworden - die anderen Stages leider noch nicht. Aber vielleicht wird ja dieses Jahr der Besuch der re:publica barrierefreier, was ich sehr hoffe.

Man sieht sich. :-) In diesem Internet oder gar auf der re:publica!

Sonntag, 24. Januar 2016

FAQ zum Tatort "Totenstille"

Soeben ging der Tatort zu Ende. :-)

Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr da einige Fragen dazu habt, unter anderem zum Lippenlesen...

Ich habe mitbekommen, dass ihr gefragt habt, warum es manchmal keine Untertitel gibt, wenn in Gebärdensprache gesprochen wird - das war ein ganz bewusste Stilmittel um euch zu zeigen, wie es uns Gehörlosen geht, wenn im TV was ohne Untertitel oder schlechten Untertitel kommt.

Der Tatort ist übrigens mit Untertitel - guckt ihn euch doch in der Mediathek oder in der Wiederholung mit Untertitel an.

Und zm Lippenlesen möchte ich wirklich noch was wichtige sagen:

Es ist wirklich nicht so einfach, wie man sich das manch einer vielleicht durch den Tatort vorstellt - ich habe in vielen Interviews zum Tatort gesagt, dass die überdurchschnittliche Lippenlesefähigkeit der Figur Ben auf meiner Person basiert, aber es eben nicht die Norm ist. Nicht alle Gehörlose können so gut lippenlesen, was von vielen Faktoren abhängt. Ich habe das mal einem Blogeintrag erklärt:

Blogbeitrag: Lippenlesen - wie funktioniert das eigentlich?

Hier hab ich mal bei Gaileo erklärt, wie dieses Lippenlesen funktioniert: http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/mission-impossible-mythen-clip ab etwa 4:50 Min herum oder später..

Und hier kann man sich am Lippenlesen ausprobieren und mal sehen, wie schwierig das ist:

Teste dich im Lippenlesen

Blogbeitrag: Die Gebärdensprache war verboten? Warum? Und welche Folgen hatte das für Gehörlose?

Und dann die häufigste Frage, die mir begegnet ist:

Wie hast du eigentlich sprechen gelernt?

Wie funktionieren eigentlich Gebärdensprachen? http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2013/03/wie-funktionieren-eigentlich.html

Für diejenen, die die Gebärdensprache lernen möchten, habe ich eine Übersicht gebloggt, wo man das kann und auf was man achten sollte:
Mit den Händensprechen - Gebärdensprache lernen!






Samstag, 9. Januar 2016

Gut gemeint ist nicht immer gut geschrieben

Bei der Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen stolpert man im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder über unmögliche Formulierungen, die so nicht da stehen würden, wenn die Person oder die Minderheitengruppe, um die es geht, nicht behindert wäre.

Nun bin ich eben über einen Artikel gestolpert, der an sich lobenswert ist, aber anhand der Gesprächsführung ist es ja doch eher leider ein Gespräch geworden über Gehörlose über ihre Sprache und Kultur mit einer Frau, die sich aus persönlichen Gründen für Gehörlose engagiert.

Hier geht es zum Artikel - ich hab hier einen Do-Not-Link erzeugt, weil ich nicht will, dass so ein grauenhafter Artikel Klicks bekommt: http://www.donotlink.com/hto7

Wirklich lobenswert ist, dass Helga Wallasch angefangen hat für ihren gehörlosen Sohn Gebärdensprache zu lernen, dann das tun leider bis heute nicht viele Eltern. 90% der Gehörlosen haben hörende Eltern und davon können über 50% keine Gebärdensprache.

Im Artikel heißt es unter anderem:
"Wallasch: Nein, es gibt genauso Dialekte und unterschiedliche Sprachen je nach Land. Es gibt viele Variationen in der Sprache. Als Beispiel: Die Geste für Bonn hat sich über die vergangenen Jahre oft verändert. Es war mal eine Faust, dann eine Ministerschärpe, jetzt sind es zwei Finger am Auge. Auch Fachbegriffe sind schwer zu verstehen. Viele Gehörlose können zum Beispiel den Dolmetschern im Fernsehen nicht gut folgen, weil sie zu schnell gebärden oder Fachbegriffe verwenden."

Entschuldigung, aber die Aussage von Frau Wallasch, dass Fachbegriffe in der Gebärdensprache schwer zu verstehen sind und viele Gehörlose den Gebärdensprachdolmetschern in Fernsehen nicht folgen können, weil sie zu schnell oder zuviele Fachbegriffe verwenden, ist wirklich hausgemachter Quatsch! Mit dieser Aussage schadet sie der Barrierefreiheit für Gehörlose im Fernsehen massiv.

Frau Wallasch gehört einer älteren Generation an, für die es schwer sein mag, sich auf neue Gebärden einzustellen, weil die Gebärdensprache erstens nicht deren Muttersprache ist, aber für uns Gehörlose, ist es überhaupt kein Problem sich im Gespräch auf Dialekte in der Gebärdensprache oder Fachbegriffe zu verwenden. Neue und andere Gebärden saugen wir ganz schnell auf und wenden sie auch woanders wieder an.

Gebärdensprache ist eine lebendige Sprache, sie ist nicht starr und für alle Zeiten komplett festgeschrieben, von daher verstehe ich die Meckerei von Frau Wallasch nicht, wenn sie jammert, dass sich die Namensgebärde für Bonn sich ständig verändert. Gerade der Umstand, dass sich die Namensgebärde für Bonn sich im Laufe der Zeit ständig verändert hat: eine Faust, dann eine Ministerschärpe, dann zwei Finger am Auge, zeigt doch, dass sich der Blick auf die Stadt Bonn auch durch ihre politische Veränderung verändert hat. Und die Gebärdensprache bildet eben das AUCH ab!

Und ich finde überhaupt nicht, dass die Gebärdensprachdolmetscher im Fernsehen zu schnell gebärden oder zuviele Fachbegriffe verwenden - das sind alles ausgebildete Gebärdensprachdolmetscher, die sind für solche Situationen trainiert. Und bei den Nachrichten werden haben die Sprecher ja auch gelernt ein moderates Sprachtempo zu wahren, weshalb die Sprecher und die Gebärdensprachdolmetscher dort ja quasi Hand in Hand arbeiten. Übrigens: Bei Phoenix wird immer mal wieder ein tauber/gehörloser Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt, also Übersetzungen von einem Gehörlosen Muttersprachler in Gebärdensprache angeboten. Und auch er verwendet genauso oft Fachbegriffe wie die (hörenden) Gebärdensprachdolmetscher.

Aber am allerschlimmsten finde ich die Sache, wie Frau Wallasch das "Gehörlosendeutsch" erklärt. Abwertender kann man nun wirklich nicht über Gebärdensprache sprechen, wenn man sie erklärt.
Es stimmt, dass die Syntax der Gebärdensprache sich erst mal vereinfacht anhört, wenn man sie auf das Schriftdeutsch überträgt, aber die Gebärdensprache ist eine vollwertige und anerkannte Sprache, deren Wortschatz gleichwertig ist mit der Lautsprache. Man kann alles mit der Gebärdensprache sagen und ausdrücken, manchmal sogar noch mehr als in der Lautsprache mit einer Gebärde. Und es ist wirklich eine Frechheit hier die falsche Behauptung aufzustellen, dass alle Gehörlose einen kleineren Wortschatz haben. DAS trifft bei weitem nicht auf alle Gehörlose zu, was sie anhand des Blogs hier deutlich feststellen können.

Und sie hat etwas ganz wichtiges NICHT begriffen: Nicht die Syntax der Gebärdensprache ist schuld, dass der Wortschatz und somit auch die Bildung von Gehörlosen niedriger sind als von Hörenden bzw. Nichtbehinderten. Nicht die Gebärdensprache ist hier der Sündenbock, sondern der Umstand, dass die Gebärdensprache als Unterrichtssprache und als Umgangssprache unter Gehörlosen an Schulen bis 2010 offiziell verboten war.

Dieses Verbot der Gebärdensprache als Folge des Mailänder Kongress von 1880 hat die Bildung der Gehörlose bis heute zurückgeworfen, da es auch ein Berufsverbot war für die gehörlosen Lehrer zu dieser Zeit war. Erst jetzt studieren immer mehr Gehörlose auch auf das Lehramt, um die Bildung für Gehörlose durch Unterricht in Gebärdensprache zu verbessern. An 3 von 5 Universitäten für Gehörlosenpädagogik gibt es bis heute keine verpflichtende Vorschrift, dass man Gebärdensprache können muss, um Gehörlose zu unterrichten. Ein Unding!

Der Umstand, dass Gehörlose in ihrer Schulzeit mehrheitlich dazu gezwungen sind von den Lippen abzulesen, was sehr anstrengend ist, wenn man das über mehrere Stunden machen muss - das IST der Hauptgrund Nummer eins für die niedrige Bildung und kleineren Wortschatz der Gehörlosen. Dazu kommt natürlich auch, dass die meisten Medien nicht 100% barrierefrei sind, wozu ja auch das Fernsehen immer noch zählt.

Nochmal zurück zum Artikel: Frau Wallasch ist Mutter eines gehörlosen Sohns. Das Interview mit ihr hätte man ruhig führen können, aber dann bitte nur darüber, wie sie als Mutter damit umgegangen ist, dass ihr Sohn gehörlos ist und dass sich eben auch ihr Engagement für Gehörlose ableitet. Aber alles andere: Gebärdensprache und Gehörlosenkultur, Notruf und alles - das betrifft uns Gehörlose selbst. Wir sind hier die Betroffene. Sprecht mit uns über uns!

Warum hat der General Anzeiger in Bonn nicht einfach mit einer gehörlosen Person selbst das Interview geführt, wenn man etwas über Gebärdensprache und Gehörlosenkultur erfahren will?

Ich tippe mal ganz stark auf Bequemlichkeit. Schade. Große Chance verschenkt für einen authentischen Artikel, lieber General-Anzeiger Bonn.





Freitag, 25. Dezember 2015

Dieser Artikel ist ein Appell für Respekt im gemeinsamen Miteinander.

Und das ist auch gut so.

Respekt fängt auch an bei der Sprache, sie ist sogar sprachlich sehr wichtig, denn Worte sind nun mal das mächtigste Schwert, welches man einsetzen kann. Und Worte erzeugen beim Leser/Empfänger nun mal ein bestimmtes Bild der Situation.

Ich möchte Ihnen heute eine Frau vorstellen, der JEDES Gespür für Respekt im gemeinsamen Miteinander abgeht und sich dafür feiern lassen will.

Roswitha Müller-Schenkenbrink, Chefredakteurin der Psychologie aktuell, hat eine Polemik geschrieben, wo sie die Gesinnungspolizei verdammt, weil man ja bestimmte Begriffe nicht mehr verwenden darf, weil dann sonst die Gesinnungspolizei kommt.

http://www.huffingtonpost.de/roswitha-mueller-schenkenbrink/dieser-artikel-wird-sie-beleidigen-und-das-ist-auch-gut-so_b_8856832.html?1450785798

Es tut mir so leid für Frau Müller-Schenkenbrink, denn leider ist ihr Artikel deutlich im 20. Jahrhundert zurückgeblieben und alles andere als weltoffen und respektvoll. Ich würde sie ja gerne mit den Adjektiven bewerfen, die mir bei deren Wortgebrauch spontan durch den Kopf schießen, aber ich verzichte aus Respekt vor dem Alter von Frau Müller-Schenkenbrink darauf, sie deutlich zu überforden, denn ganz offensichtlich fehlt bei ihr der Wille dazu etwas grundsätzliches zu verstehen: Respekt und Anstand im gemeinsamen Miteinander.

Solche Dinge hat man sogar schon im 20. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert und so weiter gelehrt, auch wenn sich die Werte und Normen sich im Laufe der Zeit angepasst haben, damit der Respekt und Anstand weiterhin gewahrt bleibt.

Und wir sind jetzt im 21. Jahrhundert, wo langsam das Bewusstsein durchsickert, dass Worte verletzen können. Ich bin froh, ein solch moderner Mensch zu sein, der sowas grundsätzliches begriffen hat. :-) Und oh, ich bin sogar ein Mensch mit Behinderung. Na, sowas. :-D

Im übrigen lache ich laut bei dem Gedanken, dass Frau Müller-Schenkenbrink mich als taubstumm bezeichnen wird, weil ja Gehörlose nicht sprechen können und Gebärdensprache nach ihrer urzeitlichen Auffassung von Menschen mit Behinderungen ja gar keine richtige Sprache ist, weil sie eben "nur" mit den Händen gesprochen wird und überhaupt nur ein sprachliches Krüppel von Sprache ist.

Es spricht nicht gerade für die Chefredakteurin der Psychologie aktuell und die Huffington Post, wenn sie sich dafür feiern wollen, dass sie im Bewusstsein der vollen Absicht Menschen jeder Herkunft verletzen mit ihrem Sprachgefühl. Sie wollen sich für Rassismus, Behindertenfeindlichkeit und Anstandslosigkeit, Respektslosigkeit feiern lassen.

Ich bin da so erwachsen und mach da nicht mit. Und Sie?

Sonntag, 29. November 2015

"Ich lass mich nicht behindern"

Das war der Titel eines Kamingesprächs in Warendorf bei Münster, wo ich vor Journalisten meine Sicht auf die Inklusion erklären durfte, was sehr viel Spaß gemacht hat. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Und hier gibt es auch schon einen Beitrag dazu: http://www.drehscheibe.org/blog/inklusion-fuer-alle

Für mich sind solche Aufritte meistens mit viel Spaß verbunden, manchmal guckte ich bei einem Argument allerdings so wie Angela Merkel damals bei der legendären Elefantenrunde am Wahlabend, wo Schröder sie abgekanzelt hat und hoffe, dass niemand jetzt diesen Blick jetzt von mir mitbekommen hat. ;-)

Ich war nicht immer mit den Positionen der anderen Seite einverstanden aufgrund der Tatsache, dass ich so denke: "Wer für Inklusion ist, der findet immer Wege und Lösungen dafür. Wer keine will, der macht sich erst gar nicht erst die Mühe."

Was ich auch sehr lustig fand: Am Tag der Veranstaltung, wo der Pressesprecher der Aktion Mensch auch was erzählen durfte, war ich längst nicht mehr vor Ort dabei, sondern längst in Berlin. Aber dank meiner guten Vernetzung habe ich erfahren, dass ich dennoch anwesend war bei dem Werbegespräch von Sascha Decker, weil man nämlich mehrfach über mich gesprochen hat.

Mein Gedanke dazu war: "Du hast ja alles richtig gemacht, wenn man auf einer Veranstaltung, wo du nicht anwesend bist, über dich redet." Und das stimmt auch. Auf die Frage aus dem Publikum, warum die Aktion Mensch keinen Pressesprecher mit Behinderung habe, antwortet der Pressesprecher ohne Behinderung: "Warum muss ich eine Behinderung haben, um für Menschen mit Behinderung zu sprechen?" Beim Lesen auf Twitter dieser Aussage dachte ich mir so: "Aktion Arschloch halt."

Aha, alles klar. Die Aktion Mensch behindert also lieber Menschen mit Behinderung, weil sie immer noch nicht kapiert hat, dass Nichtbehinderte nullkomamnull Recht darauf haben, für Menschen mit Behinderung zu sprechen. Diese "Wir sprechen als große Organisation für Menschen mit Behinderung im Namen von Menschen mit Behinderung-"Attitüde der Aktion Mensch schadet der Inklusion und der öffentlichen Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung erheblich.

Nur noch mal zur Klarstellung: Ich habe nichts dagegen, wenn Nichtbehinderte sich stark machen für Menschen mit Behinderung und so eine Unterstützung liefern, aber das darf nicht dazu führen, dass die Stimme von Menschen mit Behinderung weniger zählt als die von Nichtbehinderten, denn auch das ist Inklusion: Niemand nimmt irgendwem die Stimme weg, sondern man ist auf Augenhöhe.

Zum besseren Verständnis: Die Unterdrückung von Menschen mit Behinderung und der paternalistische Umgang mit Menschen mit Behinderung ist schon seit Jahren das "normale" Bild von Menschen mit Behinderung. Das sollte man im Kopf behalten, damit man besser versteht, warum Nichtbehinderte kein Recht haben FÜR und an der Stelle von Menschen mit Behinderung für sie zu sprechen, denn das eine ist meist der Deckmantel des anderen.

Im übrigen: Wenn jemand Hilfe braucht und sagt: "Kannst du mir helfen?", dann ist es doch völlig okay zu helfen - und da macht man doch überhaupt keinen Unterschied, ob die Person eine Behinderung hat oder nicht. Das gleiche gilt auch für: "Kann ich dir helfen?"

Und wenn man sich das mal verinnerlicht hat mit der Unterdrückung, dann ist wird einem klar: Gerade dieses Verhalten wie von der Aktion Mensch, dass sie in der Öffentlichkeit fast immer für Menschen mit Behinderung redet und AN deren Stelle, ist eine Unverschämtheit.

Zur Deutlichen Hevorhebung: Ich habe, wie viele andere Menschen mit Behinderungen, ein starkes Problem damit, wenn Nichtbehinderte FÜR und an DER Stelle von Menschen mit Behinderungen für sie reden.

Auf der IFA Berlin gab es am Stand der ARD ein Gespräch mit der Gebärdensprachdolmetscherin Laura Schwengber. Sie hat dann Fragen des Moderator Holger Klein zur Gehörlose, Gebärdensprache und so beantwortet.

Aus meiner Sicht eine Unverschämtheit. Ich habe mich dann auch beschwert und gefragt: "Warum wird  hier eine Gebärdensprachdolmetscherin über Gehörlose und Gebärdensprache befragt?" Daraufhin kam die Antwort: "Wir haben Laura nur zu ihrem Beruf befragt." und man teilte mir später noch mit, dass dies ja auch eine schöne Werbung wäre für den Beruf des Gebärdensprachdolmetschers. Nein, eben das ist nicht passiert.

Das Gespräch war übrigens nicht barrierefrei - da wurde über Gehörlose und Gebärdensprache gesprochen, aber es wurde nicht für Gehörlose gedolmetscht. Das ist einer der vielen Negativpunkte vom Gespräch.

Die beste Werbung für den Beruf des Gebärdensprachdolmetschers wäre gewesen, wenn man eine gehörlose Person auf die Bühne gebeten hätte und sie dann befragt hätte zum Leben als gehörloser Mensch und der Gehörlosenkultur.

Gebärdensprachdolmetscher/innen haben kein Recht für Gehörlose oder über Gehörlosenkultur zu sprechen, wenn sie von den Medien dazu befragt werden. Was ist das denn bitte für ein Bild, das hier vermittelt wird? Damit hält man Gehörlose für unfähig als Vermittler/Botschafter für ihre Kultur, Sprache und Welt zu agieren.

Gute Gebärdensprachdolmetscher/innen sagen von sich selbst auch, dass sie nur das Werkzeug sind, d.h. sie dolmetschen von Gebärdensprache in Lautsprache und umgekehrt. Sie sind Brückenbauer.
Alles andere ist übergriffig.

Und Übergriffigkeit ist so 70er/80erJahre - erinnert sich noch jemand an die damalige "Aktion Sorgenkind", welche heute "Aktion Mensch" heißt? Am Weltbild der Aktion Mensch hat sich nichts geändert.

Bei Behindertenorganisationen, die NICHT von Menschen mit Behinderungen geleitet werden, muss man immer im Kopf haben, welches Weltbild und Geschäftsmodell die haben: Die verdienen ihr Geld damit, dass sie die Notlage von Menschen mit Behinderungen ausnützen und auch mit dem Bild von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft.

Ich finde, dass es längst überfällig ist, dass die AktionMensch und andere Organisationen dieser Art sich zu diesem Geschäftsmodell bekennen sollten. Vielleicht hilft ja die dicke Freundschaft zum Bundespräsidenten zu diesem Bekenntnis...

Auf dem Bürgerfest des Bundespräsidenten finanziert die Aktion Mensch die Gebärdensprachdolmetscher und darf dafür da vor Ort "tätig" werden, siehe auch Blogpost: "Die Aktion Mensch und der Bundespräsident"

Dieses Beispiel erklärt das Geschäftsmodell und die "Beziehungen" der Aktion Mensch zum Staat sehr gut: Die Aktion Mensch finanziert etwas, was der Staat, hier der Bundespräsident als Bundesbehörde selbst finanzieren müsste und ermöglicht es dem Staat so, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Wenn man mal nach Amerika guckt, dann stellt man fest, dass viele Charity-Organisationen dort Aufgaben übernehmen, die eigentlich der Staat leisten müsste und dies ist ganz eindeutig die Rolle, die die Aktion Mensch für sich vorsieht.

Nein - ich will nicht, dass es in Deutschland normal wird, dass Aufgaben, die der Staat von Gesetzes wegen machen muss, aus Bequemlichkeit oder weil sich eben solche Organisationen wie die Aktion Mensch anbieten, wegdelegiert.

Die deutsche Bundesregierung, egal welche, stiehlt sich schon seit Jahren aus der Verantwortung in Sachen Menschen mit Behinderung, der sie eigentlich von Gesetzes wegen nachkommen müsste, da sie ja auch die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben hat. Nur leider passiert gar nichts spürbares, denn das Signal aus der Bundesregierung ist sehr entmutigend, vor allem was das Bundesteilhabegesetz angeht oder die "Wir beteiligen uns GAR NICHT-"Beteiligung am europäiischen Schwerbehindertenausweis.

Und ich wiederhole hier gerne noch mal das gleiche: Die Aktion Mensch gehört abgeschafft, denn mit ihr wird es nie eine 100% Inklusion geben, denn das würde bedeuten, dass die Aktion Mensch sich selbst überflüssig macht. Und das will sie eben nicht.

Von daher lasse ich mich nicht behindern, sondern werde auch immer wieder meine Meinung zu solchen Dingen sagen.

Derzeit bin ich gerade in Berlin und war am Donnerstag im Musical "Grand Hotel Vegas" und habe da vor allem eins gelernt, dass da wo ausdrücklich mit "Inklusion" geworben wird, lediglich Integration stattfindet. Aber dazu morgen mehr im Blogeintrag. :-)